Die Karlsruher Verkehrsbetriebe müssen weiterhin auf einen Großteil ihrer Citylink-Flotte verzichten. Ein Wagen der neuen Bauart (rechts) begegnet an der Haltestelle Schillerstraße einem Niederflurwagen der Firma Siemens aus dem Jahr 2003. | Foto: Archiv Donecker

Karlsruher Straßenbahnen

Citylink-Sonderzug fährt tadellos

Warum treten bei den neuen Niederflurwagen des Typs Citylink NET 2012 sporadische Zwangsbremsungen auf? Seit mehr als fünf Wochen stehen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) sowie der Hersteller Vossloh-Kiepe/Stadler Rail Vehicles aus Valencia vor einem Rätsel (die BNN berichteten mehrfach). Auch wenn einen Tag vor Heilig Abend mehrere Citylink-Bahnen auf den Linien 1 und S 2 gesichtet worden sind, gibt es weiterhin keine Lösung des Problems. „Wir haben den Fehler noch nicht gefunden“, räumt VBK-Sprecher Nicolas Lutterbach auf BNN-Anfrage ein.

Citylink-Zwangsbremsungen: Fehlersuche dauert an

Eine leere Bahn ist mit Messinstrumenten ausgestattet in der Fächerstadt unterwegs. „Gerade dieser Wagen fährt tadellos“, erklärt Lutterbach. Eine Datenanalyse sei jedoch nur verlässlich, wenn es Zwangsbremsungen im Probebetrieb gäbe. Bei der Fehlersuche schicken die VBK sechs bis acht der 24 Bahnen mit technischen Änderungen in der Bordelektronik auf die Strecke. Nun seien es um die zehn Fahrzeuge. Dabei handelt es sich um Probeläufe im Fahrgastverkehr, ohne dass für die VBK-Kunden ein Sicherheitsrisiko bestünde. Kommt es bei der Hälfte der im Linienbetrieb befindlichen Citylink-Fahrzeuge innerhalb einer Woche erneut zu Zwangsbremsungen, müssen sie wieder in die Werkstatt. Hinter den Modifikationen verbergen sich der Austausch von Kontakten in der Bordelektronik. Parallel überarbeiten Experten die Software. Auch haben die Techniker des Tramherstellers die Koppelspulen der Bahnen untersucht und ausgetauscht. Die Spulen kommunizieren elektromagnetisch mit den Gleis-Weichen.

Line 5 in den Weihnachtsferien im Zehn-Minuten-Takt

Dass die VBK die Linie 5 über die Weihnachtsferien vorerst wieder im Zehn-Minuten-Takt bedienen, stehe nicht im Zusammenhang mit den modifizierten Citylinks. „Da weniger Passagiere unterwegs sind, brauchen die VBK in dieser Zeit keine gekoppelten Straßenbahnen“, so Lutterbach.

 

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