Drücken Island die Daumen: Jutta Fuchs (rechts), die Nationalspieler Birkir Bjarnason (auf den Fotos) persönlich kennt, und ihre Kinder Tom (von links), Nina und Lena und ihre Bekannte Christina Bischoff auf dem Hof in Pfinzweiler.	 Foto: Ehmann
Drücken Island die Daumen: Jutta Fuchs (rechts), die Nationalspieler Birkir Bjarnason (auf den Fotos) persönlich kennt, und ihre Kinder Tom (von links), Nina und Lena und ihre Bekannte Christina Bischoff auf dem Hof in Pfinzweiler. Foto: Ehmann

Daumendrücken für Island

„Dann geht hier der Punk ab“

Straubenhardt-Pfinzweiler. Sollte der isländischen Fußball-Nationalmannschaft am morgigen Sonntag im Spiel gegen Gastgeber Frankreich der Einzug ins EM-Halbfinale gelingen, dürfte nicht nur die Insel im Norden Europas endgültig Kopf stehen. Auch im Straubenhardter Ortsteil Pfinzweiler wäre der Jubel groß: „Dann geht hier der Punk ab“, verspricht Jutta Fuchs.

Nationalspieler als Kind kennen gelernt

Die Sozial- und Reitpädagogin, die auf ihrem Hof in Pfinzweiler heilpädagogisches Reiten mit Islandpferden anbietet, kennt Nationalspieler Birkir Bjarnason persönlich, seit sie nach ihrem Abitur 1992 ein halbes Jahr auf der Insel verbracht hat. Damals hat sie bei Bjarnasons Großmutter Björg Dagbjartsdottir gelebt, die einen Hof in Húsavík betrieben hat. Wenn der damals vierjährige Birkir zu Besuch bei seinen Großeltern war, hat Jutta Fuchs auf ihn aufgepasst. Die Straubenhardterin war in den Jahren danach noch oft in Island und hat die sportliche Laufbahn des 28-Jährigen verfolgt. Zurzeit spielt Bjarnason in der Schweizer Super League und ist beim FC Basel unter Vertrag. Björg Dagbjartsdottir hat Fuchs auch schon in Pfinzweiler besucht und sie mit Neuigkeiten über ihren Enkel auf dem Laufenden gehalten.

Feier während dem Island-Spiel

Was für eine Begeisterung die Turnier-Debütanten in ihrer Heimat auslösen, hat sich schon vor fast einem Jahr gezeigt: Als sich Island für die Fußball-Europameisterschaft qualifizierte, „hat die Insel“ gebebt“, erinnert sich Fuchs. Sie hofft, dass die Isländer sogar den Sprung ins Finale schaffen. Ein Endspiel gegen Deutschland wäre das höchste der Gefühle, „aber dann gäbe es einen Ehekrach“, sagt die Pädagogin lachend. Aber zunächst drückt sie morgen bei einem Fest mit 30 bis 40 Besuchern bei sich Zuhause in Pfinzweiler mit Beamer, Leinwand und vielen Fähnchen dem isländischen Team die Daumen.
Ein geplantes Wiedersehen mit Mittelfeldspieler Bjarnason, der im Spiel gegen Portugal das erste Turnier-Tor für Island geschossen hat, musste Fuchs verschieben, weil die Isländer nach dem Sieg gegen England unerwartet ins Viertelfinale eingezogen sind. Das Treffen soll aber nach der EM in Basel nachgeholt werden. Und das erfolgreiche Abschneiden in Frankreich dabei gebührend gefeiert werden.