Der Kreißsaal im Bühler Krankenhaus hat aller Voraussicht bereits jetzt schon ausgedient.
Der Kreißsaal im Bühler Krankenhaus hat aller Voraussicht bereits jetzt schon ausgedient. | Foto: pr

Bühler Geburtshilfe schließt

Das Aus kommt bereits jetzt


Das Ende der Geburtshilfe im Bühler Krankenhaus steht wohl unmittelbar bevor. Wie die Geschäftsführung des Klinikums Mittelbaden informierte, wird der Kreißsaal ab Samstag, 13. August, um 6.15 Uhr geschlossen. Zwar ist es denkbar, dass es sich um eine vorübergehende Maßnahme handelt, wahrscheinlicher aber ist es eine definitive Entscheidung: „Ob eine nochmalige Öffnung des Kreißsaales überhaupt möglich sein wird, ist eher unwahrscheinlich“, heißt es in einer vom Klinikum verschickten Mitteilung.
Als Grund für diese Maßnahme nennt Klinikum-Geschäftsführer Jürgen Jung massive personelle Engpässe. Zwei Hebammen und zwei Ärzte fallen aus (drei sind aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeitsfähig, in einem Fall hat die Mitarbeiterin gekündigt). „Das Geburtshilfeteam der Bühler Klinik wurde erneut von unvorhergesehenen, krankheitsbedingten sowie zusätzlichen Personalausfällen in den eigenen Reihen überrascht“, heißt es in der Mitteilung. Dies habe bereits wiederholt, so etwa am zurückliegenden Wochenende, zu kurzfristigen Schließungen des Kreißsaales geführt, da der entstandene personelle Engpass nicht unmittelbar habe behoben werden können. „Leider lässt sich die personelle Situation nicht dauerhaft entschärfen. Das Team der Bühler Geburtshilfe kann das Fehlen von aktuell bis zu vier Teammitgliedern nicht länger ausgleichen. Somit muss die Geschäftsführung des Klinikums Mittelbaden, zumindest für einen längeren Zeitraum, die Bühler Geburtshilfe schließen“, teilte das Klinikum mit.
Wie mehrfach berichtet, hat der Aufsichtsrat des Klinikums den Gesellschaftern ein Maßnahmenbündel zur Weiterentwicklung des Klinikums vorgelegt, zu dem auch die Zusammenlegung der Krankenhäuser Balg und Bühl und in diesem Zug die Schließung der Bühler Geburtshilfe spätestens zum Jahresende zählte. Argumentiert wurde dabei mit Sicherheitsaspekten, die medizinische Leitung wollte die Verantwortung nicht mehr übernehmen. Der Gemeinderat Baden-Baden und der Rastatter Kreistag stimmten der Empfehlung des Aufsichtsrats Ende des vergangenen Monats jeweils mit großer Mehrheit zu.
Am Wochenende ist nun laut Jung just der Fall eingetreten, den man immer habe ausschließen wollen: Eine schwangere Frau, die zur Entbindung ins Bühler Krankenhaus kam, habe nicht aufgenommen werden können und an eine andere Klinik verwiesen werden müssen. „Das war das  allererste Mal, dass wir diesen Fall hatten, aber es ist genau einmal zu viel.“
Das Klinikum werde nun sämtliche Frauen, die noch in Bühl entbinden wollten, anrufen und informieren. Zudem sollten gestern Abend noch die niedergelassenen Ärzte per Mail über die Entwicklung informiert werden. Bis Freitag werde der Kreißsaal-Betrieb in Bühl durch Klinikum-interne Verschiebungen aufrechterhalten, länger sei dies aber nicht mehr zu leisten, sagte Jung. Er habe immer betont, „dass Qualität sowie Sicherheit von Mutter und Kind Priorität haben und wir die Geburtshilfe sofort schließen werden, wenn diese wichtigen Faktoren nicht mehr gegeben sind“. Er werde kein Risiko eingehen – genau dieses Risiko aber herrsche nun, wollte man den Kreißsaalbetrieb fortführen.
Dass die Geburtshilfe nun für einen längeren Zeitraum (und wenn, so Jung, kein Wunder geschieht, auch endgültig) geschlossen werden muss, „bedauern Klinikleitung und Geschäftsführung sehr“, heißt es in der Mitteilung, in der auch darauf hingewiesen wird, dass das gynäkologische Angebot der Bühler Klinik davon nicht betroffen ist. Das vollständige operative und konservative Leistungsspektrum als auch das Angebot des Kinderwunschzentrums blieben im bisherigen Umfang erhalten. Die Schwesterkliniken in Balg und in Rastatt stünden geburtshilflich weiterhin zur Verfügung