Das Kombibauwerk wird 2017 fertig. Dort überquert der Autotunnel Kriegsstraße die Röhre des U-Strab-Südabzweigs.
AM HERZSTÜCK des Stadtumbaus wird nur noch wenige Monate bei offener Grube mit Beton operiert. Das Bauwerk am Ettlinger Tor wird eine Kombination aus dem Autotunnel Kriegsstraße (auf dem Foto quer laufend) und darunter der U-Strab-Röhre, die unter der Karl-Friedrich-Straße (unten) und unter der Ettlinger Straße (oben) liegt. | Foto: Sandbiller

Trams in vier Jahren im Tunnel

Der U-Strab-Bau ist bis 2020 „noch eine harte Nuss“

Noch ein Jahr Rohbau an der Röhre und den Untergrundstationen: Mit Ausnahme des Karl-Friedrich-Tunnels will Kasig-Chef Uwe Konrath unbedingt erreichen, dass 2017 der ganze U-Strab-Beton unter die Erde gepumpt ist. „Die Haltestellenwände unter dem Marktplatz werden Mitte 2017 fertig“, prognostiziert der U-Strab-Bauherr.

Noch näher am Rohbauziel sei man bei der Station „Durlacher Tor“, so dass dort bereits im kommenden Jahr der Innenausbau beginne. Auch bei der relativ kleinen Station „Kongresszentrum“ könnten die Ausstattungsarbeiten schon im nächsten Sommer anlaufen.

Sicher abgeschlossen werde 2017 auch der Rohbau der Doppelhöhle unter der Kaiserstraße für die Station „Lammstraße“ und für das Gleisdreieck zum U-Strab-Südabzweig am Marktplatz.

Der Berliner Platz ist seit Jahren und nooch einige Monate völlig vom U-Strab-Bau okkupiert.
BAUSTELLENPLATZ: Erneut für viele Monate ist der Berliner Platz vom U-Strab-Bau okkupiert. Trotz Deckelbauweise der U-Bahn-Station haben dort die Fußgänger in diesem Jahrzehnt wenig Platz. | Foto: jodo

Wegen der Stabilitätsprobleme hinkt der Europaplatz hinterher. Dort werden gerade 120 Anker von 20 Metern Länge als Halt der Südwand und damit auch der Sohle eingebaut. Aber zum Jahresende 2017 sei auch dort die Betonschachtel gegossen. Nur eben am Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße werde wohl auch noch 2018 gebaut, räumt Konrath ein. Die inzwischen für 2020 angestrebte Inbetriebnahme der U-Strab sei dadurch aber nicht in Frage gestellt, meint der U-Strab-Bauherr.

Zweieinhalb Jahre Innenausbau

Übrigens sagten die U-Strab-Strategen noch beim Start der Arbeiten am Jahrhundertprojekt Anfang 2010, dass die U-Strab nach sechs Jahren Bauzeit im Herbst 2016, also in diesen Tagen, los rolle. Konrath kalkuliert heute mit zweieinhalb Jahren für den Innenausbau sowie die Testfahrt- und Genehmigungsphase. Demnach kann es gelingen, dass die U-Strab tatsächlich im Jahr 2020 an den Start geht. Dann muss ab jetzt aber vor allem unter dem Europaplatz und unter der Karl-Friedrich-Straße alles wie am Schnürchen laufen.

Viele Gewerke beim U-Strab-Bau auf engem Raum

Konrath weiß, wie komplex die Aufgabenstellung ist. „So viele Gewerke – und alles im Tunnel. Das wird eine harte Nuss“, sagt er.

Eine große Herausforderung

„Das ist logistisch eine große Herausforderung“, bekräftigt der Kasig-Chef. Nur ein Auszug aus der Bauliste: Installieren der Bahnsteige, Wandverkleidung der Hallen sowie das Einziehen der Leittechnik, der Fahrleitung, der Straßenbahntrasse und der Gleise. Dabei wird man sowohl über die drei Tunnelrampen mit kleinen und großen Lastwagen sowie über die Treppenabgänge auf den Plätzen Personal und Material in den Tunnel bringen. Deshalb wird es auch bis Ende 2020 Baustellenzonen auf den Plätzen der City mit direktem U-Strab-Anschluss geben.

Was 2016 letztlich nur am Mühlburger Tor geschafft wird, das soll nun 2017 überall in der City gelingen: Der U-Strab-Bau zieht sich weitgehend von der Oberfläche zurück, verspricht Kasig-Chef Uwe Konrath. Damit gehören den Karlsruhern und ihren Gästen im kommenden Jahr zwar ihre zentralen Plätze noch immer nicht komplett. Aber im Herbst 2017 sollen der Marktplatz und der Berliner Platz ganz überwiegend wieder frei begehbar sein, nachdem dort über fünf Jahre die Bagger und Betonpumpen die Kräne und Schlitzwandgreifer herrschten. Vor allem aber werden nach dem Mühlburger Tor die Ettlinger Straße, die Durlacher Allee und größtenteils auch die Karl-Friedrich-Straße von den Bauzäunen befreit.

2017 im Zeichen des Rohbaus

Beim Mittelkopf des Kombibauwerks für U-Strab und Autotunnel am Ettlinger Tor kommt bald der Deckel auf dem Autotunnel. Damit ist das erste Stückchen Autotunnel Kriegsstraße betoniert. Anfang 2017 wird darunter die Bauschachtel für die U-Strab ausgehoben – und bis Mitte 2017 sind auch die Bodenplatte und die fehlenden zwei Wände für das kleine Tunnelstück fertig. Den Deckel hat der U-Strab-Tunnel dort schon – es ist die Bodenplatte des Autotunnels.

„Euro“ hinkt beim U-Strab-Bau hinterher

Unter dem Europaplatz wird seit vier Wochen die Wand nahe der Postgalerie mit 120 Ankern stabilisiert. Diese Arbeit sei nun zur Hälfte geleistet, erklärt Konrath. Bis Jahresende werde man damit fertig. Folglich können Anfang 2017 die verbliebenen 40 Prozent der Erdmasse aus der Haltestellenhülle ausgehoben werden. Dann müssen noch die Bodenplatte und die Wände der U-Strab-Station „Euro“ gebaut werden. Konrath meint, dass der Rohbau unter dem Euro „weitestgehend bis Ende 2017“ geschafft sein müsse. Für die Station „Lammstraße“ und das Gleisdreieck unter der Kaiserstraße läuft der Aushub der letzten 20 Prozent Erdmasse. Gleichzeitig wird blockweise die Bodenplatte betoniert. „Dort werden wir im Herbst 2017 mit dem Rohbau fertig. Gleiches gilt für die Station Kronenplatz“, versichert er.

Letzter Gleiswechsel

Erst 2018 werde man den nordwestlichen U-Strab-Zugang zur Station Lammstraße an der Ecke von Karl-Friedrich- und Kaiserstraße einbauen. Dazu müssen dort vorher die Gleise für die Straßenbahnverkehr durch die Fußgängerzone gerade gerückt werden. Wahrscheinlich wird dies der letzte Schienenwechsel in der Kaiserstraße sein; denn im Herbst 2021 soll laut Kasig die Kombilösung greifen. Dann rollen keine Bahnen mehr durch die Kaiserstraße – und die Schienen können rausgerissen werden, bevor Fußgängerzone und Marktplatz nach Plan mit großen Steinplatten neu versiegelt werden.

Südröhre erst 2018 fertig

Bleibt eben noch der bergmännische Tunnelbau in der Druckluftkammer unter der Karl-Friedrich-Straße. Dort läuft auf einem Viertel des Röhrenquerschnitts – gesichert durch einen Schirm aus Rohrspießen – der Vortrieb auf den allerletzten Metern vor der Stationswand unter dem Marktplatz.

Bergmännisch wird der Tunnel für den Südabzweig der U-Strab vorgetrieben.
Der Stollen unter der Karl-Friedrich-Straße wird bergmännisch vorangetrieben. Mit einem Viertel des Quershcnitts will man vor Weihnachten den Marktplatz erreichen.

Die später in den Betonmantel eingezogene Innenröhre zwischen Ettlinger Tor und Marktplatz könne nun allerdings erst 2018 komplett sein, erklärt Konrath.