Umstrittener Hochwasserschutz: Dettenheim will einem Polder "Elisabethenwört" nur zustimmen, wenn dessen Erfordernis und Wirksamkeit nachgewiesen ist.
Umstrittener Hochwasserschutz: Dettenheim will einem Polder "Elisabethenwört" nur zustimmen, wenn dessen Erfordernis und Wirksamkeit nachgewiesen ist. | Foto: Alabiso

"Wenn, dann Polder klein"

Dettenheim macht Druck beim Hochwasserschutz

Klar positioniert hat sich der Gemeinderat Dettenheim in der Frage des weiteren Hochwasserschutzes am Rhein. In einer Resolution, die vorab besprochen und am Dienstag Abend im Gremium behandelt und einstimmig beschlossen wurde, heißt es, dass „der geplante Rückhalteraum ,Elisabethenwört’ – unabhängig von der zu wählenden Variante – nur realisiert werden darf, wenn ein Nachweis der Erforderlichkeit und der Wirksamkeit erbracht ist“.

Hochwasserschutz Thema im Gemeinderat

Sofern das Land, das zuständig ist für den Hochwasserschutz am Rhein, diesen Nachweis für den geplanten Retentionsraum erbringt, hält man in Dettenheim die Realisierung eines „Polder, kleine Variante“ für die einzig akzepable Lösung. Wie berichtet, gibt es bezüglich „Elisabethenwört“ zwei technische Varianten mit jeweils drei Dimensionen, die vom Regierungspräsidium in der aktuellen Debatte gelistet sind: „Polder klein, mittel, groß“ oder „Dammrückverlegung klein, mittel, groß“. Dettenheim macht klar, dass der „Rußheimer Altrhein“ auf jeden Fall als Vorfluter erhalten bleiben müsse, „um schädliches Grundwasser von der Ortsbebauung Rußheim fernzuhalten“.
Was die Situation der Anwohner betreffe, muss aus Sicht der Gemeinde „ganz klar ein Verschlechterungsverbot gelten. Dies betrifft die Grundwassersituation, aber auch klimatische Gegebenheiten bis hin zur Stechmückenproblematik“.

„Erforderlichkeit und Wirksamkeit“

In der Resolution wird auch darauf hingewiesen, dass neben der eigentlichen Funktion als Retentionsfläche auf „Elisabethenwört“ „ökologische Flutungen“ – auch bei der Variante gesteuerter Polder – erfolgen sollen. „Die Entscheidung über die Einrichtung dieser partiellen beziehungsweise ökologischen Flutungen, und damit auch deren Umsetzung, darf erst nach einem ersten Einsatz des Rückhalteraumes im Hochwasserfall getroffen werden“, heißt es in der Resolution.

Flutung – wenn überhaupt – am Schluss

Schließlich verlangt Dettenheim die Zusicherung, dass der Retentionsraum „Elisabethenwört“ im Steuerungsregime Hochwasserschutz am Oberrhein im Integrierten Rheinprogramm (IRP) auch erst als letzter der in Baden geplanten 13 Rückhalteräume geflutet werde. Der zügige Ablauf des Wassers nach ökologischen Flutungen oder im Polderfall sei sicherzustellen.
Besonderen Nachdruck verleiht der Gemeinderat seiner Forderung mit dem Schluss der Resolution: „Bei der anstehenden Variantenentscheidung durch den Vorhabensträger sind die Stellungnahmen der Anliegergemeinden mit höchster Priorität zu bewerten.“