UNGEWOHNTE KRITIK: Die Deutsche Umwelthilfe sieht eine "Verpackungsflut" bei dm drogerie-markt. Erich Harsch, Chef des Unternehmens, sagt, man unternehme viel für den Umweltschutz.
UNGEWOHNTE KRITIK: Die Deutsche Umwelthilfe sieht eine "Verpackungsflut" bei dm drogerie-markt. Erich Harsch, Chef des Unternehmens, sagt, man unternehme viel für den Umweltschutz. | Foto: dpa

dm doppelt im Fokus

Zwischen Kritik und Rechtsstreit

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Berlinerin Katharina Lehmann legen sich mit dem Karlsruher Drogeriemarktfilialisten dm an. Innerhalb von zwei Wochen hätten auf ihre Initiative hin 50 000 Menschen eine Petition gegen überflüssige Verpackungen bei dm unterzeichnet, so die DUH, die auch auf einer Plakatwand in Karlsruhe gegen den Branchenführer wettert. dm unternehme „kaum etwas gegen den zunehmenden Verpackungswahn“.

Deutsche Umwelthilfe: 50 000 Unterschriften gegen dm

dm-Chef Erich Harsch weist auf BNN-Anfrage darauf hin, dass sich das Unternehmen rege mit dem Naturschutzbund Deutschland und der Verbraucher Initiative austausche, um Ressourcen „noch weiter verbessern“ zu können. „Nachhaltigkeit ist Teil unseres Selbstverständnisses bei dm-drogerie markt“. So habe man etwa bei Verkaufsverpackungen alle Papiere und Kartonagen auf Materialien mit einem hohen Recycling-Anteil oder Frischfasern aus „verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern mit FSC-Zertifizierung umgestellt“. Und gemeinsam mit anderen Händler und Markenherstellern arbeite dm an einem Pilotprojekt zum Einsatz von Mehrwegtransportverpackungen.

Harsch: Kooperation mit dem Nabu

Harsch sagt auch: „Wir haben als erstes Handelsunternehmen unseren Kunden Baumwolltaschen mit Pfandsystem angeboten und konnten als erstes deutsches Unternehmen die Abschaffung kostenloser Plastiktüten bekannt geben.“

Rechtsstreit mit Alnatura geht weiter

Weiterhin offen ist derweil der Rechtsstreit zwischen dm und dem langjährigen Partner Alnatura. Der Bio-Hersteller möchte einen seit den 80er-Jahren bestehenden Kooperationsvertrag mit den Karlsruhern auflösen und zog deshalb vor Gericht. Der Grund für das Vorgehen: dm setzt inzwischen auf eine eigene Bio-Marke und listet zunehmend Produkte von Alnatura aus. Der Konzern aus Südhessen fühlt sich somit nicht mehr an den alten Vertrag gebunden. Entscheiden soll darüber das Landgericht Darmstadt. Das vernahm nun einen Rechtsanwalt, der an der Ausarbeitung des Kooperationsvertrags beteiligt war, als Zeugen. Er sprach unter anderem über die Beziehung der verschwägerten Firmengründer Götz Werner (dm) und Götz Rehn (Alnatura). Mit einer Entscheidung im Prozess ist jedoch nicht vor Dezember zu rechnen.