BAUSTELLE SEIT APRIL:  Auf der A5 bei Bruchsal kann man bald wieder dreispurig fahren.
BAUSTELLE SEIT APRIL: Auf der A5 bei Bruchsal kann man bald wieder dreispurig fahren. | Foto: Heintzen

Ende der Staus in Sicht

Die A 5 bei Bruchsal ist eine Großbaustelle

Verkehrsfunk, halb acht morgens, ein beliebiger Tag: Mehrere Kilometer Stau auf der Autobahn 5 zwischen Bruchsal und Karlsruhe Nord. Oder auch gerne in die Gegenrichtung. Für die Pendler dieser Region, die täglich über die Autobahn fahren müssen, ist es schon fast Routine. Es wird wieder gebaut vor den Toren Bruchsals. Oder immer noch.

Wir sind voll im Plan

Doch zum Baustellentermin der Bruchsaler Rundschau mit Vertretern des Regierungspräsidiums gibt es für die staugeplagten Autofahrer gute Nachrichten: „Wir sind voll im Plan“, verkündet einer, der es wissen muss. Eberhard Kull ist Projektleiter bei der Firma Strabag, die vom Regierungspräsidium Karlsruhe für die Sanierung des 3,5 Kilometer langen Abschnittes verantwortlich ist. Man befindet sich mit der Großbaustelle quasi schon auf der Zielgeraden. Im Dezember soll die Runderneuerung fertig sein, die am Ende gut neun Millionen Euro kosten wird. Vergangenes Jahr wurde bereits die Gegenrichtung ertüchtigt. Man befindet sich also sprichwörtlich auf der Zielgeraden.

Autobahn ist eine einzige Schotterpiste

Momentan ist die Strecke in Richtung Basel auf Höhe Bruchsal eine einzige Schotterpiste. Der Fahrbahnaufbau ist runtergerissen. Die Betonarbeiten mit der Großmaschine sind für Ende September vorgesehen. Bis dahin wird unter Hochdruck an den drei Brücken über den Hardtgraben, der Industriestraße und den Saalbach gearbeitet.

Planmäßig verläuft die Fahrbahndeckenerneuerung auf der 3,5 Kilometer langen Strecke.
Planmäßig verläuft die Fahrbahndeckenerneuerung auf der 3,5 Kilometer langen Strecke. | Foto: Heintzen

Erst wenn die fertig sind, kann der Betonbau über die gesamte Strecke beginnen. „Die A 5 war in diesem Abschnitt einfach fertig“, erklärt Jürgen Genthner die Maßnahme. „Hier wurde 20 Jahre lang zu wenig investiert.“ Genthner ist Leiter des Baureferats Mitte beim Regierungspräsidium Karlsruhe.
Im Zuge der Modernisierung werde die vielbefahrene Strecke natürlich auch auf die stärkere Belastung ausgerichtet. Stichwort: Gigaliner etwa. Tonnenweise Stahl wird dazu in die Brückenbauwerke verbaut.

Blow Ups sind künftig kein Thema mehr

Auch das Thema „Blow up“, das Aufplatzen der Fahrbahn bei Hitze habe man im Griff. Die Betonfahrbahndecke wird massiver ausgestaltet und stärker verdübelt.
Wenn derzeit nur wenige Arbeiter auf der kilometerlangen Strecke unterwegs sind, liege das vor allem daran, dass zunächst die Brückenbauwerke fertig sein müssen. Insgesamt sind mindestens zehn Subunternehmen entlang der A 5 beschäftigt. In den Hauptzeiten tummeln sich so gut 50 Arbeiter auf dem Abschnitt. Die Logistik hinter einer solchen Maßnahmen ist enorm. Das wird im Baubüro im Industriegebiet sichtbar, wo die Abläufe entlang eines langen Zeitstrahls genau dokumentiert sind. Hier arbeitet die Strabag eng mit dem ständigen Vertreter des Regierungspräsidiums vor Ort zusammen. Eine sensible Phase ist beispielsweise, wenn die Baustelle eingerichtet wird, wenn Fahrbahnen auf die Gegenrichtung verlegt werden.

Ingesamt drei Brücken müssen erneuert werden.
Ingesamt drei Brücken müssen erneuert werden. Foto: Heintzen

100 000 Autos pro Tag rauschen an Bruchsal vorbei

„Das ist eine aufwendige Geschichte, das ist ein Mords Zinnober“, berichtet Genthner über diese heiße Phase, bis die Baustellenstreckenführung läuft. Immerhin 100 000 Fahrzeuge passieren die Autobahn bei Bruchsal pro Tag. Staus, insbesondere in den Ferien, sind da programmiert. „Man muss bei solch’ einer Maßnahme den Stau in Kauf nehmen. Es gibt keine Alternative“, erklärt Genthner.
Für nächstes Jahr steht weiter nördlich bereits die nächste Großbaustelle an. Mit dem Unmut mancher Autofahrer hat Genthner mittlerweile zu leben gelernt. „Wir werden viel gelobt“, erklärt er ironisch und mit einem Augenzwinkern, dass in seinem Amt natürlich auch viele Beschwerden auflaufen. Tröstlich für die Autofahrer: Wenn die Baumaßnahme aber im Dezember planmäßig beendet ist, dann ist wenigstens dieser Streckenabschnitt erstmal wieder für Jahrzehnte hergestellt.