Erdmännchen im neuen Gehege
Ein Erdmännchen hält immer Wache. Vor den vielen besuchern zeigen die Tiere in ihrem neuen Gehege keine Scheu. | Foto: jodo

Gehege für Familiengründung

Erdmännchen ziehen ins Zentrum

Sich auf die Hinterbeine stellen, die Vorderpfoten an die Brust legen und mit großen Augen die Welt anschauen. Keiner kann das besser als die Erdmännchen – und deshalb gehören die kleinen Mangusten aus dem südlichen Afrika zu den beliebtesten Zootieren. Und jetzt stehen die scharfen Beobachter auf Wachposten auch noch ganz im Mittelpunkt.

Erdmännchen ziehen in zentrale Lage

Ihr Gehege ist umgezogen: aus dem Schatten am Lauterberg in die Sonne ans Giraffenhaus. Doch mit dieser neuen Sonderstellung für die Lieblinge vieler Zoobesucher ist es noch nicht genug: Ihr neues Quartier in zentraler Lage ist mit 125 Quadratmetern wesentlich größer, schöner und artgerechter als das alte.

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SCHNELL EINGEWÖHNT HAT SICH DAS NEUE TRIO DER ERDMÄNNCHEN: | Foto: jodo

Nur durch eine Glaswand getrennt, können die staunenden Betrachter den putzigen Raubtieren ganz nahe kommen. „Mit der Erdmännchen-Anlage machen wir den ersten Schritt zum Wohlfühlzoo für Tiere, Besucher und Pfleger nach dem Gemeinderatsbeschluss für das neue Entwicklungskonzept“, erklärt Zoodirektor Matthias Reinschmidt.
Mit diesem Umzug beginnt in Karlsruhe überhaupt ein neues Zeitalter der Erdmännchen.

Wir bauen eine neue Familie auf

„Wir bauen mit drei Tieren eine neue Familie auf“, verspricht der Zoochef. Vielleicht wuseln in dem der afrikanischen Trockensavanne nachempfundenen Revier mit Blick auf Pinguine und Zebras also in wenigen Jahren 15 oder gar 20 Erdmännchen.
Jedes Jahr kann ein „Erdfrauchen“ laut Reinschmidt zwei Mal jeweils zwei bis fünf Junge werfen. Übrigens pflanzt sich bei den Erdmännchen in der Regel nur das dominante Weibchen fort. Bei der Pflege des Nachwuchses und der Erziehung zum „Männchen machen“ wirken dann auch alle anderen Weibchen innerhalb der Großfamilie mit. „Die Anlage ist dafür groß genug“, versichert Reinschmidt. Überhaupt sei sie die größte und transparenteste Anlage für Erdmännchen in Deutschland und damit ein neuer Trumpf des Karlsruher Zoos.

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MIt großem Interesse nehmen die neuen Karlsruher Erdmännchen die sie bestaunenden Besucher wahr. | Foto: jodo

Weil diese Insekten und Würmer fressenden Tiere wie selbstverständlich dauernd Männchen machen, verfälscht die deutsche Sprache mit der Bezeichnung „Erdmännchen“ die wahren Verhältnisse unter diesen Katzenartigen. „Bei den Erdmännchen haben nämlich die Weibchen die Hosen an“, erläutert Zoodezernent Michael Obert. Deshalb beginnt die neue Geschichte der Karlsruher Erdmännchen auch mit nur einem Weibchen. Die neue Chefin unter den Männchenmachern kommt aus Dortmund. Als sie im neuen Gehege eintraf, ordneten sich zwei einjährigen Brüder, die im Heidelberger Zoo aufwuchsen, ihr sofort unter.

Wir dürfen uns auf Nachwuchs freuen

„Es gab keine Beißerei, schon nach einer halben Stunde kopulierten die Tiere – da dürfen wir uns auf raschen Nachwuchs freuen“, berichtet Reinschmidt.
Und noch etwas Besonderes wurde mit dem neuen Reich für die Erdmännchen geschafft: „Es kommt kein Cent aus dem Stadthaushalt. Wir Zoofreunde finanzieren die Summe von rund 100 000 Euro durch eine Erbschaft aus unserem Spendentopf“, betont Gisela Fischer, die Vorsitzende der Zoofreunde.