Alles muss raus heißt es im Pforzheimer Secondhand-Palast in der Zeppelinstraße. Nur noch bis zum 19. November ist dort geöffnet.
Alles muss raus heißt es im Pforzheimer Secondhand-Palast in der Zeppelinstraße. Nur noch bis zum 19. November ist dort geöffnet. | Foto: Wacker

Kosten zwingen zum Umplanen

GBE konzentriert sich auf den Standort Bleichstraße

Die Pforzheimer „Gesellschaft zur beruflichen Eingliederung“ (GBE) zieht, mit nahezu allem was nach den Einsparungen noch übrig ist, in die Bleichstraße. Eigentlich sollte in der Zeppelinstraße dafür umgebaut werden, wo derzeit noch Secondhand-Palast, Tafelladen und Bistro sind. Jetzt hat sich gezeigt: Das Ganze wird zu teuer. Die GBE könne sich den Umbau nicht leisten, die Stadt auch nicht. Das erklärte Sozialbürgermeisterin Monika Müller gestern in einem Pressegespräch.

Rund zwei Millionen Euro

„Die Untersuchungen haben ergeben, dass der Umbau rund 1,4 Millionen Euro kosten würde. Mit der ursprünglich geplanten Dachsanierung des Secondhand-Palastes wären es sogar zwei Millionen“, so Müller. Der Aufsichtsrat der GBE habe also am Freitag beschlossen, dass alles am bereits vorhandenen Standort in der Bleichstraße konzentriert wird. Bis auf den Tafelladen, der bleibe weiterhin in der Zeppelinstraße – zumindest mittelfristig. „Irgendwann würden wir auch dafür gern einen neuen Standort finden. Zentraler als bisher wäre gut, vielleicht in einem leeren Lebensmittelladen“, sagte Müller. Davon gebe es ja einige. „Dann könnte man auch darüber nachdenken, beide Tafelläden zusammen zu legen.“

Bistroräume als Wartebereich für die Tafel

Die Räume des Bistros in der Zeppelinstraße sollen künftig als Wartebereich für die Tafel dienen. „Gerade im Winter ist es gut, wenn die Menschen nicht draußen in der Kälte warten müssen“, so Müller. Der geplante Umzug des Tafelladens in das Gebäude des Secondhand-Palastes steht nämlich ebenfalls nicht mehr zur Debatte. Dafür soll er die Möbel aus dem bisherigen Bistro bekommen, „was eine Verbesserung ist“.
Die Räume in der Bleichstraße seien bereit und ausreichend für alles, was die GBE unterbringen muss. „Große Umbauten sind hier nicht nötig. Der Umzug ginge in jedem Fall schneller“, erklärte GBE-Geschäftsführerin Sonja Winter. So stünden unter anderem die Maler- und Holzwerkstatt zur Verfügung, von denen sich die GBE aufgrund der Sparmaßnahmen verabschiedet. Auch würden Büros frei, da sich die Gesellschaft von neun Mitarbeitern trennt.

Ausverkauf im Secondhand-Palast hat begonnen

In der Zeppelinstraße bleiben dann einige leere Gebäude zurück. Das Gelände gehört der Stadt. Wie es damit weitergeht, wisse man im Moment noch nicht. „Es ist ein gutes Gelände in guter Lage. Das Familienzentrum ist auch noch dort und kann auch bleiben“, sagte Müller. „Natürlich würde es mich freuen, wenn wieder etwas Soziales einzieht, aber darüber entscheidet der Gemeinderat.“ Wichtig sei, dass der Tafelladen bleibt.
Im Secondhand-Palast hingegen hat der Ausverkauf begonnen. Am 19. November öffnet er zum letzten Mal. Die Stadt selbst sucht nicht mehr nach einem Ersatz. Es gebe aber einen Träger, der Interesse hätte, ein solches Angebot wieder aufzubauen und der sich für die Teilhabe von Menschen einsetzt. „Das könnte ein Integrationsbetrieb werden, in dem Menschen mit Behinderungen eine Arbeit finden“, so Müller. So etwas habe man sich gewünscht.