Am Ettlinger Tor entsteht  beim Kombibauwerk ein erstes Teil des Autotunnels Kriegsstraße.  Die Eisenbewehrung für die Betonplatte ist  schon fertig. Es wird die Bodenplatte des Autotunnels und gleichzeitig  der Deckel für die U-Strab sein.
Am Ettlinger Tor entsteht beim Kombibauwerk ein erstes Teil des Autotunnels Kriegsstraße. Die Eisenbewehrung für die Betonplatte ist schon fertig. Es wird die Bodenplatte des Autotunnels und gleichzeitig der Deckel für die U-Strab sein. | Foto: jodo

Umbau-Kriegsstraße ungewiss

Die Warterei auf das Geld für den Autotunnel geht weiter

Mit einem großen Sonnenfinale wärmt der Spätsommer die Karlsruher Seele. Aber die Stadt kann nicht die Freigabe der Millionen für den Umbau der Kriegsstraße als Ernte ihres monatelangen Hoffens und Bangens in die Scheuer fahren. Jetzt bricht unweigerlich der Herbst an, und immer noch befindet sich der Bundesrechnungshof im Streit um den volkswirtschaftlichen Sinn der Kombi-Komponente Autotunnel auf dem Kriegspfad. Die Hoffnung der von Oberbürgermeister Frank Mentrup angeführten Stadtpolitik und des Kombi-Bauherrn, der städtischen Tochter Kasig, auf einen Sinneswandel der Bedenkenträger hat sich nicht erfüllt.

Erneut Frist für Autotunnel verstrichen

Monat für Monat hat Mentrup im vergangenen halben Jahr den Optimismus versprüht, dass zum jeweiligen Ultimo das Bundesverkehrsministerium den Karlsruher Stadtumbau-Strategen doch noch die gute Nachricht vom Einschwenken des Bundesrechnungshofs schicken werde. Wie schon vor Beginn des Hochsommers hatte Mentrup jüngst für Ende September das Ende der Fahnenstange als endgültig erreicht angesehen. Und nun ist anscheinend wieder nichts passiert. Bei der Kasig hat man keinen Mucks aus Berlin zum schwelenden Finanzstreit um den nach alter Schätzung 225 Millionen Euro teuren Umbau der Kriegsstraße gehört. Auch im Bürgermeisteramt war gestern nichts anderes in Erfahrung zu bringen, zumal OB Mentrup unerreichbar fern der Stadt weilte.

Es gibt noch einen kleinen Puffer

Somit bleibt die Frage nach der Umsetzung der Kombilösung aus dem laufenden U-Strab-Bau und der seit zwei Jahren verschobenen Umgestaltung der City-Magistrale erst mal weiter offen. Vom „Ende der Fahnenstange“ und damit der Aufhebung des seit über einem Jahr angehaltenen Vergabeverfahrens für den Autotunnelbau ist dabei nicht mehr die Rede. „Es gibt noch einen kleinen Puffer“, ist jetzt zu hören.

Blick auf Ende Oktober

Ende Oktober wird nun bei der Kasig als Datum genannt, zu dem man bei einer positiven Nachricht aus Berlin immer noch das eingefrorene Vergabeverfahren auftauen könne. „Der Punkt , an dem keine Rückkehr ins Verfahren mehr möglich ist, der ist noch nicht erreicht“, versicherte gestern der Kombibauherr, Kasig-Geschäftsführer Uwe Konrath.

Am Ettlinger müssen die Autos in einer Schikane um die Grube für das Kombibauwerk herumkommen.
DAS EINZIG WAHRE KOMBI-BAUTEIL entsteht gerade am Ettlinger Tor: Die Eisenkonstruktion zur Bewehrung ist schon eingebracht. Es fehlt nur noch die rund zwei Meter dicke Betonschicht für den Deckel der U-Strab-Station, der gleichzeitig an dieser Stelle die Bodenplatte für den – allerdings bis heute nur geplanten – Autotunnel Kriegsstraße ist. | Foto: jodo

Ob überhaupt und wenn ja wann der Autotunnel Kriegsstraße konkret in Angriff genommen wird, steht damit weiter in den Sternen. Einst war geplant, mit dem Ausbaggern am Nymphengarten 2014 loszulegen und 2019 damit fertig zu werden. Heute ist immerhin noch denkbar, dass man bei einem Einlenken der Rechnungsprüfer vielleicht noch 2017 beginnen und folglich 2022 fertig werden könnte. Doch dazu müsste die Bundespolitik die Ampel für die zweite Komponente der Kombi, die neben dem Autotunnel auch eine Straßenbahntrasse und eine positive Wirkung für die Stadtentwicklung nach Süden bringen soll, endlich wieder auf Grün stellen.

In der Kriegsstraße sind die Vorboten der Großbaustelle seit Jahren nicht übersehbar. Die Fahrbahnen sind verent und verschwenkt.
DIE KRIEGSSTRASSE befindet sich schon lange vor der Baustelle im Langzeitprovisorium. Die Verengung und Verschwenkung der Fahrspuren ist der Baustelle am Ettlinger Tor geschuldet. | Foto: jodo

Falls die Hüter des Steuergelds sich aber vom Ministerium und den Karlsruher Verkehrsplanern nicht überzeugen lassen, dann kann alles sehr viel länger dauern. Bei weiter anhaltendem Streit würde der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages mit der Karlsruher Angelegenheit befasst. Dieses Gremium müsste sich dann erst mal einarbeiten und könnte wohl frühestens Ende 2017 entscheiden.

Neue Ausschreibung für Autotunnel?

Fällt sein Votum günstig für Karlsruhe aus, müsste der Autotunnelbau dann neu ausgeschrieben werden – und der Kriegsstraßenumbau beginnt 2018. Folgt der Ausschuss aber der Auffassung des Rechnungshofs, oder gibt zuvor bereits das Ministerium klein bei, dann ist es für Karlsruhe aus mit dem 60-prozentigen Zuschuss des Bundes für den Autotunnel.

Die Umsetzung der Kombilösung  läuft seit 2010 – mit heute offenem Ende.