Schnelles Internet ab 2017
Der Ausbau mit Glasfaser in Bretten beginnt im kommenden Jahr | Foto: dpa

Anschlussgebühr jetzt höher

Bretten erhält ab kommendem Jahr Glasfaser

Bretten steht vor der Glasfaser-Zukunft: Außer in der Kernstadt seien die von der Breitbandversorgung (BBV) Rhein-Neckar vorgegebenen Zahlen der Vorverträge erreicht worden, sagte Wolfgang Ruh, Leiter Vertrieb der BBV Deutschland, am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Rathaus.

2350 Kunden wollen Glasfaser

In den vergangenen Wochen sei „ein famoser Endspurt“ hingelegt worden – bis dato habe die BBV 2 350 Verträge vorliegen. Damit, so Ruh, erhielten nun die Stadtteile Sprantal, Ruit, Rinklingen und Gölshausen Glasfaser. Ebenso Diedelsheim, wobei dort aufgrund zu geringer Nachfrage noch einige Straßen aus den Planungen fallen könnten. Die Stadträte Heidi Leins (FWV) und Harald Müller (Grüne) erbaten eine Liste derselben, um dort gegebenenfalls nachfassen zu können.

Ausbau beginnt Anfang 2017

Im August werde mit den Vorplanungen begonnen, sagte Ruh. Er gehe „nicht davon aus, dass wir noch in diesem Jahr den Spaten in den Boden stechen“, doch der reine Ausbau beginne dann Anfang 2017. Ziel sei es, innerhalb von zwölf Monaten den Großteil der Haushalte mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen.
Für Oberbürgermeister Martin Wolff ist es „ganz wichtig, dass es in den Stadtteilen losgeht“, denn dort sei „die Unterversorgung eklatant“. In der Kernstadt sei der Druck nicht so stark, dort gebe es „viele, die momentan noch nicht so voraus blicken, wie es in der Zukunft aussieht“. Vor allem ältere Hauseigentümer in der Kernstadt habe man (noch) nicht vom schnellen Internet überzeugen können. Es sei „wichtig, dass wir an der Kernstadt dranbleiben“.

Lob für Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative habe „in Diedelsheim einen tollen Job gemacht“, lobte der OB. „Dort hätte es sonst kein Glasfaser gegeben.“ Er selbst sei übrigens damals auf die BBV zugegangen, als diese die Breitbandkommune Deutschlands gesucht habe, sagte Wolff. „Ohne mich hätte es hier kein Breitband gegeben.“ Andere Kommunen würden bald „neidisch nach Bretten schauen“, ist sich Wolff sicher, weil es dort ein Glasfasernetz gebe. Das sieht auch die BBV so, deren Vertriebschef Ruh ankündigte, dass sowohl der Infoshop in der Weißhofer Galerie als auch die Zentrale in der Bahnhofstraße bestehen bleiben. „Das ist ein starkes Bekenntnis für den Standort Bretten“, freute sich der OB.

Ab sofort höhere Anschlussgebühr

Für Privat- und Geschäftskunden bestehe „weiterhin die Möglichkeit, auf den Glasfaserzug aufzuspringen“, erklärte Ruh. Allerdings zu anderen Konditionen als bisher: So erhebt die BBV ab sofort bis Ende August Anschlusskosten in Höhe von 300 Euro. Im September sind 400 Euro fällig; Anfang Oktober bis zum Ende des Ausbaus in der Straße liegen die Anschlusskosten bei 600, danach bei 900 Euro.Insgesamt würden in den Glasfaserausbau zwischen 24 und 28 Millionen Euro investiert, sagte Ruh auf Nachfrage. Rund 200 000 Euro seien bereits in Werbung und Vermarktung geflossen.Was die Vermarktung selbst betreffe, seien sowohl Befürworter als auch Gegner „sehr vehement“ vorgegangen, schilderte der BBV-Vertriebschef seine Erfahrungen in Bretten. Es sei „noch nie so viel Unsinn geredet worden wie von denen, die dagegen waren“. Das sei zwar „nur eine Handvoll“ gewesen, „aber die waren ziemlich lautstark“.

Weitere Infos zum Glasfaser-Ausbau gibt es auf dieser Seite des Unternehmens.