Das Code_n-Festival feierte seine Premiere in Karlsruhe. Auf der Fachkonferenz werden noch bis einschließlich Donnerstag Innovationen vorgestellt.
Das Code_n-Festival feierte seine Premiere in Karlsruhe. Auf der Fachkonferenz werden noch bis einschließlich Donnerstag Innovationen vorgestellt. | Foto: Haendle

Viele junge Firmen bei Code_N

Es geht um das Neue

Eine Kristallkugel hat keiner der mehr als 1 000 Besucher im Karlsruher ZKM dabei. Dennoch versuchen sie alle am ersten Tag des „Code_n new.New Festivals“ der Frage nachzugehen, wie die Zukunft für die digitalen Pioniere aussieht. Welche Geschäftsmodelle verschwinden? Welche Techniken erobern bald den Markt? Es geht – wie der Titel schon verrät – um das Neue. Entsprechend viele junge Firmen tummeln sich auf der Fachkonferenz, die bis zum vergangenen Jahr noch einer der Höhepunkte der IT-Messe CeBIT in Hannover war.
Neu ist also auch das Umfeld – und durchaus imposant.

Umzug von der CeBIT nach Karlsruhe

Bei den Vorträgen der Innovationsexperten sitzen die Zuhörer auf großen Freitreppen, die im ZKM von der ausrichtenden Firma GFT installiert wurden. Zahlreiche Räume für Workshops stehen zur Verfügung. Die Präsentationen der Partner-Firmen sind aufwendig. „Ein erheblicher siebenstelliger Betrag“, ist laut GFT-Chef Ulrich Dietz in die Veranstaltung geflossen. Näher will er auf Finanzierungsfragen nicht eingehen. Mit dem ZKM und der Stadt Karlsruhe habe man aber „die perfekten Partner“ für das Festival gefunden.

Mentrup: Stolz wie Bolle

Etwa 4 500 Besucher erwartet Dietz über die drei Tage. Hinzu kommen die Gäste der sogenannten „Side-Events“, wie die von der Karlsruher Event GmbH ausgerichteten Schlosslichtspiele, Konzerte oder Partys. Ob der Zustrom am Ende reicht, um der Premiere eine weitere Auflage des Festivals im kommenden Jahr in Karlsruhe folgen zu lassen, wird sich erst nach Abschluss der Veranstaltung sagen lassen.
Fest steht, dass Oberbürgermeister Frank Mentrup gerne wieder den Gastgeber spielen würde. „Stolz wie Bolle“ sei man, „einen echten Knaller“ wie Code_n in der Fächerstadt begrüßen zu dürfen. Die Premiere soll „der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ sein, betont Mentrup. Klar sei aber, dass Karlsruhe „Herrn Dietz keine wesentlichen Finanzierungsbausteine abnehmen wird“. Der OB sieht jedoch beim Ausbau der Sachleistungen, mit der die Stadt GFT unterstützt, noch Potenzial. Anderes sei jedoch vor dem Hintergrund der jüngsten Sparbeschlüsse der Stadt nicht möglich.

Start-up-Wettbewerb

Bevor eine Neuauflage üerhaupt zur Diskussion kommt, erwarten die Besucher am Mittwoch und Donnerstag noch zwei vollgepackte Festival-Tage. Der Mittwoch steht ganz im Zeichen des mit 30 000 Euro dotierten Start-up-Wettbewerbs. Bei diesem hat sich de Karlsruher Firma otego ins Finale gekämpft. Darüber hinaus sind unter anderem Innovationen auf dem Finanzsektor oder der Lichttechnik zu sehen. Auf etwa 11 000 Quadratmetern Ausstellungsflächen ist viel Platz für Neuheiten.

Cyberchampions gekürt

Im Rahmen des Code_n-Festivals wurde am Dienstagabend im Karlsruher Substage der Cyberchampions-Award der Unternehmernetzwerks Cyberforum verliehen. Der Preis richtet sich an IT- und Hightech-Start-ups aus der Region Karlsruhe. Insgesamt wurden 17 000 Euro Preisgeld an junge Unternehmen mit vielversprechenden Geschäftsideen oder innovativen Produkten ausgeschüttet.
In der Kategorie „Newcomer“ – also Start-ups, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind – siegte die Firma PACE. Sie entwickelte eine App, die über Bluetooth mit dem Auto verbunden ist und automatisch bei Unfällen Hilfe holt, die günstigste nächstgelegene Tankstelle findet oder Kontrollleuchten am Fahrzeug analysiert.
Rüdenauer 3D entschied die Kategorie „Best Concept“ für sich, in der die Geschäftsidee von Teams, die sich noch in der Gründungsphase befinden, bewertet wurde. Rüdenauer 3D überzeugte mit einem Virtual Reality System für die Industrie, mit dem weltweit mehrere Nutzer gleichzeitig an einem virtuellen Produkt arbeiten können.
Der von der Karlsruher Firma init gestiftete Sonder-Innovationspreis ging an vasQlab – eine der vielen KIT-Ausgründungen. vasQlab arbeitet an einem Chip, auf dem in stark verkleinerter Form mehrere Organe mit lebenden Zellen und künstlichen Blutkanälen abgebildet sind. So sollen Entwicklungskosten für Medikamente gesenkt und Tierversuche vermieden werden.
Die ersten Gewinner im Zuge des dreitägigen Innovationsfestivals in Karlsruhe feierten im Anschluss der rund dreistündigen Preisverleihung im Substage gemeinsam mit den Code_n-Besuchern. Die Party bildete den Abschluss des ersten Veranstaltungstages.