Wie sieht die Smart City aus? Elektroautos kämen auf jeden Fall zum Einsatz.
Wie sieht die Smart City aus? Elektroautos kämen auf jeden Fall zum Einsatz. | Foto: EnBW

Code_n: Smart City Workshop

„Was würde Pippi Langstrumpf tun?“

Unter einem Baum aus blauen Lichterketten ist eine Traube von Festivalbesuchern in angeregte Gespräche vertieft. Es wird gemalt, mit bunten Legos gebaut und immer wieder herzlich gelacht. Was ein bisschen aussieht wie ein gut organisierter Kindergeburtstag für Erwachsene, ist in Wirklichkeit der Workshop „Smart City Challenge“, organisiert vom Energieversorger EnBW. Experten und interessierte Gäste des Code_n-Festivals brainstormen hier gemeinsam und entwickeln Ideen zu realen Problemstellungen.

Viel Verkehr, teure Mieten

Wie die aussehen, erläutert Björn Appelmann, Leiter der Verwaltungs- und Managemententwicklung der Stadt Karlsruhe: „Wir haben eine Innenstadt im Umbruch – mit hohem Verkehrsaufkommen, teuren Mieten und unattraktiven Leerständen. Die Frage lautet: Wie können wir Erlebnisräume schaffen und den Verkehr geschickt gestalten?“ Veranschaulicht werden die Bedürfnisse verschiedener Berufsgruppen durch fiktive Modell-Personen: Luigi, der Gastronom, möchte möglichst viel Platz für seine Außenbewirtung haben. Architektin Lisa will mit dem Rad und zwei kleinen Kindern im Schlepptau schnell und sicher durch die Stadt kommen. Und Spediteur Waldemar möchte vor allem eins: einen guten Parkplatz in der Nähe seines Lieferziels.

Humor macht kreativ

„Modell-Personen sind ein bewährtes Konzept“, sagt Lutz Ehrlich, Design Thinking Coach und Workshopleiter. „Sie lösen bei den Teilnehmern Empathie aus. Und wenn sie sehr klischeehaft sind, sorgt das für Lacher – eine gute, unverkrampfte Ausgangshaltung, um ein Problem anzugehen.“ Um ausgetretene Denkpfade zu vermeiden, hat Ehrlich noch weitere Tricks auf Lager: Ideen werden nicht verschriftlicht, sondern als Bilder festgehalten. Anschließend bauen die Arbeitsgruppen eine Lego-Version ihrer favorisierten Lösung. Und falls die Kreativität mal nachlässt, ruft Ehrlich auch mal halb scherzhaft die Frage in den Raum: „Überlegt euch: Was würde Pippi Langstrumpf tun?“

Von Drohne bis Rollband

Neunzig Minuten nach Workshopbeginn haben drei neue Konzepte einen Namen: „Karlsruhe 3D“ will den Stadtverkehr für Spediteur Waldemar entlasten, durch die komplette Auslagerung der Einzelhandelslogistik. In Geschäften wären nur noch Muster zum Ausprobieren vorhanden, die Zulieferung zum Kunden würden Drohnen übernehmen. Für den Gastwirt wird das Park and Ride ausgebaut, die „Last Mile“ zum Restaurant erfahren Spaziergänger und Radfahrer als Erlebnisraum. Und Lisa bekommt erweiterte Radwege und ein Rollband, mit dem sowohl Radfahrer als auch Fußgänger umweltfreundlich schneller unterwegs wären. Zukunftsmusik von einer noch smarteren und vernetzteren Stadt.