Der Oberbürgermeister und sein neuer Stellvertreter: Gert Hager (links) führte Dirk Büscher offiziell in sein Amt als Erster Bürgermeister ein.
Der Oberbürgermeister und sein neuer Stellvertreter: Gert Hager (links) führte Dirk Büscher offiziell in sein Amt als Erster Bürgermeister ein. | Foto: Ehmann

Amtseinführung im Rathaus

Dirk Büscher ist offiziell Erster Bürgermeister

Dirk Büscher hat viel vor. Der neue Erste Bürgermeister Pforzheims kümmert sich ab jetzt um fünf Ressorts und hat sich selbst noch eine weitere Aufgabe gestellt: Er will Stadt und Umlandgemeinden näher zusammenbringen – als eine Art „Außenminister der Stadt Pforzheim“.

Schnaps und Gesetze

Mit einer Flasche „Wasser des Lebens“ und einer kommentierten Ausgabe des Landespersonalvertretungsgesetz kann er sich nun in die Arbeit stürzen. Diese Präsente gab es  für den Neuen in der Bürgermeisterriege bei seiner offiziellen Amtseinführung am Mittwochnachmittag im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses – neben Glückwünschen von allen Seiten.
Büschers Dezernat bewege rund 100 Millionen Euro pro Jahr, sagte Oberbürgermeister Gert Hager in seiner Ansprache. Das Amt für Öffentliche Ordnung, Standesamt, Feuerwehr, der Eigenbetrieb Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe und der Eigenbetrieb Stadtentwässerung unterstehen Büscher ab jetzt. „Ein hoch spannendender Arbeitsbereich“, findet Hager. „Wobei das Thema Bäder, die Feuerwehr und die anstehenden Wahlen 2017 Sie in den nächsten Monaten direkt beschäftigen werden.“

Glückwunsche gab es von Oberbürgermeister Gert Hager (links) für Dirk Büscher im Beisein von dessen Frau Annett Büscher.
Glückwunsche gab es von Oberbürgermeister Gert Hager (links) für Dirk Büscher im Beisein von dessen Frau Annett Büscher. | Foto: Ehmann

Die Stadtbusse hingegen sind bald Geschichte. „Leider gibt es nur noch wenige Wochen kommunalen Busverkehr. Die anderen Aufgaben bleiben Ihnen natürlich erhalten.“ Mit Dirk Büscher habe man eine gute Wahl getroffen, erklärte der OB und fand nur lobende Worte. Büscher hinterfrage Dinge, sei fachlich versiert, gelassen, humorvoll und regional vernetzt. „Sie geben nicht schnell auf. Das ist gerade in der Stadtverwaltung von großer Bedeutung.“

Ein wasserlastiger Posten

Die Wasserlastigkeit von Büschers Posten ist für den Leiter des Amts für öffentliche Ordnung, Wolfgang Raff, nicht zu übersehen. „Wasser zieht sich wie ein gläserner Faden durch Ihr Dezernat.“ Beim Löschwasser der Feuerwehr, beim Gießwasser der Technischen Dienste oder den Zapfanlagen der Gastronomiebetriebe, „aus denen ja auch irgendwie verarbeitetes Wasser kommt“.
Leere Stadtkassen beschäftigen den Gesamtpersonalratsvorsitzenden Franz Herkens – auch in seiner Begrüßungsrede. Er hoffe, dass Einsparungen nicht nur seine Mitarbeiter treffen. Die Stadt als größter Arbeitgeber habe schließlich eine Verantwortung und Vorbildfunktion. Mit fünf Personalräten bekomme es Büscher künftig zu tun.

Ich will Sie aber nicht erschrecken

„Ich will Sie aber nicht erschrecken. Ich sehe unsere Zusammenarbeit als Chance“, sagte Herkens. Büscher bringe „frischen Wind und eine andere Denkweise ins Rathaus“. Als Starthilfe ins Amt überreichte er dem neuen Ersten Bürgermeister das Landespersonalvertretungsgesetz. Wobei sich Bürgermeisterin Sibylle Schüssler ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Auch für sie gab es zum Amtsantritt ein Exemplar. Man könne sich ja gegenseitig abfragen, tuschelte es auf der Bürgermeisterbank. Büscher, der seine Frau Annett und die drei Kinder mit zur Amtseinführung gebracht hatte, betonte seine „Vorfreude auf die Aufgaben und Herausforderungen“ und griff das Wasser wieder auf: „Lieber Herr Raff, Sie haben mir den Mund im Hinblick auf das Amt noch wässriger gemacht.“

Keine Schwarzmalerei

Herkens beruhigte er: „Ich habe nicht vor, den Ämtern das Wasser abzugraben.“ Nach achteinhalb Jahren wechsle er nun von der regionalen auf die kommunale Bühne, erklärte der ehemalige Regionaldirektor. Sowohl von Regionalräten und Bürgermeistern als auch von Stadträten nehme er den Wunsch mit ins Amt, sich für ein gutes Miteinander zwischen Stadt und Umland einzusetzen. „Die vielen Aufgaben nehme ich gern an.“
Schwarzmalen wolle er im Übrigen nicht, erklärte Büscher: „Im Verhältnis zum Ruhrgebiet, aus dem ich ursprünglich komme, geht es Pforzheim ja relativ gut.“