Ditib gibt die Neubaupläne für Mühlburg auf. Stattdessen soll die Moschee in der Käppelestraße ausgebaut werden.
Ditib gibt die Neubaupläne für Mühlburg auf. Stattdessen soll die Moschee in der Käppelestraße ausgebaut werden. | Foto: Donecker

Kein Neubau in Mühlburg

Ditib ändert Moschee-Pläne

Der Islamverband Ditib will angeblich nun doch keine Moschee in Mühlburg bauen. Stattdessen ist nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) geplant, die bestehende Moschee in der Käppelestraße in der Oststadt auszubauen. Die Neubaupläne – der CDU-Gemeinderatsfraktion zufolge war in der Mühlburg eine „Großmoschee“ mit vier Minaretten geplant – hatten im September zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Oberbürgermeister Frank Mentrup und dem Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordneten Ingo Wellenreuther geführt. Dieser hatte dem Stadtoberhaupt in diesem Zusammenhang „Geheimverhandlungen“ vorgeworfen. Die BNN hatten von Beginn an ausführlich über den „Moscheenstreit“ berichtet.

Ditib will Standort in der Käppelestraße ausbauen

Der gestrigen Meldung zufolge hat die islamische Gemeinde ihr Projekt, eine neue Moschee in der Straße Am Mühlburger Bahnhof zu bauen, explizit aus dem Grund aufgegeben, dass es dafür keine Unterstützung im Karlsruher Gemeinderat gegeben habe. Von dem Neubau versprach sich der Islamverband unter anderem eine repräsentative Adresse in der Stadt mit islamischem Gemeindezentrum für alle Muslime in Karlsruhe. Anfangs hatte die Ditib-Gemeinde dafür ihren Standort in der Käppelestraße ins Auge gefasst. Im Jahr 2013 hatte eine Gemeinderatsmehrheit jedoch angeregt, einen anderen Standort für das Vorhaben zu suchen. So ergab sich letztlich die Fokussierung auf das Grundstück in Mühlburg. Von Ditib Karlsruhe war gestern keine Stellungnahme zu bekommen.
Am aktuellen Standort in der Oststadt, in der Nachbarschaft von Supermarkt-, Drogeriemarkt- und Baumarktfilialen, darf die Ditib-Gemeinde innerhalb der Grenzen des Baurechts ausbauen und erweitern – auch die Errichtung eines Minarettes wäre dort möglich.

CDU begrüßt den Schritt der islamischen Gemeinde

Unterschiedlich reagieren die Parteien auf die Planänderung der Ditib. Die Karlsruher CDU begrüßte gestern Abend den Schritt der islamischen Gemeinde, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Tilman Pfannkuch gegenüber den BNN. „Es ist gut, dass die Ditib nun offen dran geht,“ so Pfannkuch. Sie müsse eine offene Debatte mit der Politik führen. Pfannkuch zeigte sich auch zufrieden, das die „Mühlburg-Debatte nun weg ist.“ SPD-Fraktionschef Parsa Marvi teilte den BNN sein Bedauern mit, dass es wegen der „emotional von der CDU und Herrn Wellenreuther belasteten Debatte“ nicht möglich gewesen sei, die Diskussion ernsthaft zu Ende zu führen. Es sei nun das gute Recht der Ditib, auf dem eigenen Gelände einen Neubau anzustreben. Dies sollte aber nicht als reine „Formalsache des Bebauungsrechts, behandelt, sondern mit der Einladung zum Dialog verbunden werden“, so Marvi. Eine Grünen-Sprecherin erklärte gegenüber dem SWR, die Partei hätte sich eine längere Diskussion gewünscht.