Rund 360 Parkplätze in Baden-Baden können von E-Autofahrern künftig kostenlos benutz werden. Die Parkdauer richtet sich nach der Höchstparkdauer am jeweiligen Standort.
Rund 360 Parkplätze in Baden-Baden können von E-Autofahrern künftig kostenlos benutz werden. Die Parkdauer richtet sich nach der Höchstparkdauer am jeweiligen Standort. | Foto: Bernd Kappler

Baden-Baden setzt Gesetz um

E-Autos parken kostenlos

Besitzer von Elektroautos, Brennstoffzellenfahrzeugen und von außen aufladbaren Hybridfahrzeugen können in Baden-Baden ab sofort auf allen mit Parkschein bewirtschafteten Stellplätzen kostenlos parken. Heute hat die Beschilderungsaktion in der Luisenstraße begonnen. Spätestens Mitte September sollen alle 14 Standorte mit insgesamt knapp 360 Stellplätzen ausgerüstet sein, erläuterten Uta Henke und Manfred Schmalzbauer vom Fachgebiet Öffentliche Ordnung.

E-Auto-Besitzer benötigen nur eine Parkscheibe, allerdings muss ihr Fahrzeug über ein entsprechendes Nummernschild verfügen. Die Parkdauer orientiert sich an der jeweiligen Höchstparkdauer, die je nach Standort zwischen einer und vier Stunden liegt. In den Parkgaragen gilt die Regelung allerdings nicht.

Mit einem „E“ auf dem Nummernschild kann man jetzt kostenlos in Baden-Baden parken – zumindest oberirdisch.
Mit einem „E“ auf dem Nummernschild kann man jetzt kostenlos in Baden-Baden parken – zumindest oberirdisch. | Foto: Bernd Kappler

Einen Wermutstropfen gibt es für Autofahrer, die bereits ein E-Fahrzeug besitzen und noch nicht über ein mit einem „E“ versehenen Nummernschild verfügen. Von den 18 in Baden-Baden zugelassenen E-Autos trifft dies auf zwölf Fahrzeuge zu. Hybridfahrzeuge mit Baden-Badener Kennzeichen gibt es 79, Brennstoffzellenautos sind bislang noch keine zugelassen, so Manfred Schmalzbauer. Eine nachträgliche Beantragung kostet 27,80 Euro Verwaltungsgebühren. Außerdem werden im Schnitt 37 Euro für neue Schilder fällig. Wer sich ein E-Auto neu anschafft, bekommt automatisch die E-Kennzeichen. Und: ausländische E-Fahrzeuge können für elf Euro mit einer entsprechenden Plakette ausgestattet werden.

Ermöglicht wurde das kostenlose Parken durch das „Gesetz zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge“, das der Bund vor Kurzem in Kraft gesetzt hat. Baden-Baden zählt zu den ersten Städten im Land, die das neue Gesetz umsetzen. Schmalzbauer: „Gute Luft ist uns ein großes Anliegen.“ n

Kommentar zum Thema

In der Praxis wird sich die Bereitstellung von kostenlosen Parkplätzen für die Besitzer von Elektroautos im Moment nicht viel ändern. Dafür gibt es ganz einfach zu wenige E-Autos. Aber: Mit der Aktion setzt Baden-Baden ein Zeichen und schlüpft gleichzeitig in die Vorreiterrolle, denn ähnliche Beispiele sind in der Region bislang noch nicht bekannt geworden.

Angesichts der überschaubaren Sachkosten in Höhe von 570 Euro kann die Aktion nur als nachahmenswert eingestuft werden, denn angesichts der hohen Anschaffungskosten von elektrisch betriebenen Fahrzeugen wird es noch manchen „Zuckerles“ bedürften, um Elektromobilität voranzubringen.

In die gleiche Richtung geht im Übrigen der Antrag von Grünen-Stadtrat Günter Seifermann, die Tauglichkeit von Elektrobussen zumindest auf der viel frequentierten Tallinie zu testen. Manfred Schmalzbauer brachte es heute auf den Punkt: „Mit guter Luft und mit viel Ruhe verdient Baden-Baden das Geld.“ Für beides sorgt Elektromobilität.