Preisgekrönt: Ihre Projekte stellen Marqués Berger und Julia Lauer (Dritte und Vierte von links) von der Stabsstelle Klimaschutz und Kreisentwicklung in Burkina Faso vor.	Foto: PK
Preisgekrönt: Ihre Projekte stellen Marqués Berger und Julia Lauer (Dritte und Vierte von links) von der Stabsstelle Klimaschutz und Kreisentwicklung in Burkina Faso vor. Foto: PK

Klimapreis für den Enzkreis

E-Bike-Leasing fürs Landratsamt

Der Enzkreis gehört zu den Gewinnern beim Bundeswettbewerb „Klimaaktive Kommune 2016“. Er wurde für seine Klimaschutz-Kooperationsprojekte mit internationalen und nationalen Partnern ausgezeichnet.

Klimaneutral bis 2050

„Vermeiden, vermindern und ausgleichen – das sind die drei Handlungsmaximen, an denen sich der Enzkreis im Klimaschutz ausrichtet. Dabei hat er sich das ehrgeizige Ziel gesteckt, 2050 klimaneutral zu sein“, sagte der Erste Landesbeamte des Enzkreises, Wolfgang Herz, der den Preis in Berlin aus den Händen von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks entgegennahm.
Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ (vormals Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz“) wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. In diesem Jahr wurden insgesamt 99 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Der Enzkreis hat sich mit dem Projekt „CO2-Vermeidung und CO2-Kompensation im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit“ in der Kategorie „Kommunale Klimaprojekte durch Kooperation“ beworben.

44 Bewerber und drei Gewinner

In dieser Kategorie gab es 44 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Das Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro ist in die Umsetzung weiterer Vorhaben zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel zu investieren.
Die Leiterin der „Stabsstelle Klimaschutz und Kreisentwicklung“ beim Landratsamt Enzkreis, Edith Marqués Berger, konkretisiert: „Wir werden das Preisgeld in zwei Bereichen verwenden: Unter dem Dach unserer langjährigen Klimapartnerschaft soll in Tansania ein Solardorf entstehen, das heißt, wir werden alle Häuser mit Solar-Home-Systemen ausstatten. Außerdem möchten wir die nachhaltige Mobilität im Enzkreis fördern, indem wir unseren Mitarbeitern im Landratsamt ein E-Bike-Leasing anbieten und sie so motivieren, öfter aufs Fahrrad umzusteigen.“

Klimaschutz erfolgreich umgesetzt

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gratulierte dem Enzkreis und den weiteren Preisträgern: „Die Kommunen zeigen, wie Klimaschutz und Klimaanpassung vor Ort erfolgreich umgesetzt werden können. Kommunen sind Schlüsselakteure bei der Gestaltung eines klimaneutralen Deutschlands. Klimaschutz ist ein wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung wirtschaftlich erfolgreicher und zukunftsfähiger Regionen. Denn Klimaschutz steht für Innovation, Lebensqualität und regionale Wertschöpfung.“

Klimapartnerschaft mit Tansania

Beim Thema Klimaschutz kooperiert der Enzkreis laut Herz auf lokaler, regionaler, bundesweiter und sogar internationaler Ebene. Mit verschiedenen Klima-, Schul- und Projektpartnerschaften trage er dazu bei, klimaschädliche Emissionen zu vermeiden, zu kompensieren und darüber hinaus einen Beitrag zu inklusiver Bildungs- und Entwicklungszusammenarbeit zu leisten. Finanziert würden die Aktivitäten durch freiwillige Zahlungen eines energieintensiven Unternehmens aus dem Enzkreis, durch Fördermittel und Spendengelder.

Fotovoltaikanlage auf Krankenhaus

Im Mittelpunkt der Klimapartnerschaft, die der Enzkreis seit 2011 mit dem Masasi Distrikt im Süden Tansanias pflegt, stehen Klimaschutzprojekte und Bildungsaktivitäten. So finanziert der Kreis mit Fördergeldern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung die Installation von Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach des Krankenhauses und der Schwesternschule in Masasi.