Edeka Einkauf
Begehrtes Unternehmen: Die Offenburger Edeka sucht einen Standort für ihr Zentrallager. Mindestens drei Kommunen bewerben sich. | Foto: Uwe Anspach

Jobs bleiben in Offenburg

Edeka: Es geht wohl nur noch um die „kleine“ Lösung

Die Stadt Achern hatte der Edeka Südwest im Tauziehen um die Ansiedlung ihres Zentrallagers offenbar ein Grundstück außerhalb des Standortübungsplatzes offeriert. Dieses sei von dem Offenburger Unternehmen auch grundsätzlich akzeptiert worden, sagte Oberbürgermeister Klaus Muttach auf Anfrage dieser Zeitung. Man habe der Edeka versichert, dass sowohl der nötige Grunderwerb als auch die baurechtlichen Fragen im dem vorgegebenen Zeitrahmen geklärt werden könnten. Auch der Gemeinderat sei über diese Option informiert, so der Rathauschef, der sich zur Lage des Areals nicht weiter äußern wollte.

Nebel lichten sich langsam

Allerdings wurde jetzt deutlich, so weit sich die Nebel über dieser mittlerweile unübersichtlichen Angelegenheit überhaupt lichten, dass es bei der jetzt noch laufenden Standortsuche wohl nur noch um eine „kleine Lösung“ handelt: Hauptverwaltung und Regionallager sollen, wie berichtet, in Offenburg bleiben, die Edeka ist nur noch auf der Suche nach einem 150 000 Quadratmeter großen Zentrallager, das geschätzt zwischen 300 und 400 Arbeitsplätze bringen würde – entgegen den bislang kommunizierten bis zu 1 300 Jobs, die in kompletter Umzug des Unternehmens für den neuen Standort gebracht hätte. So jedenfalls lassen sich Aussagen von Edeka-Geschäftsführer Rainer Huber gegenüber dem Verbandsdirektor des Regionalverbands, Dieter Karlin, interpretieren. Karlin berichtete  im Planungsausschuss des Verbands in Freiburg über das Gespräch.

Mindestens drei Bewerber

Dennoch: Das Interesse scheint groß zu sein. Wie berichtet, sind drei Standorte nördlich von Achern im Gespräch, wie man jetzt weiß unter anderem Rastatt. Dort bestätigte eine Sprecherin der Verwaltung, dass man mit dem Offenburger Handelskonzern in Kontakt sei. Wie Karlin aus seinem Gespräch mit dem Edeka-Chef  weiter berichtete, liege inzwischen auch ein Angebot auf dem Tisch, das mit der Zusage für eine Baugenehmigung noch im Jahr 2018 verbunden ist. Ob sich dies auf einen der beiden bereits diskutierten Standorte bezieht, steht freilich in den Sternen.

Eine akzeptierte Alternative

„Es gab eine akzeptierte Alternative, die im Zeitfenster möglich gewesen wäre“, sagte OB Klaus Muttach zum Tauziehen um die Edeka-Ansiedlung auf dem Standortübungsplatz. Das Offenburger Unternehmen habe erst in diesem Jahr seine Anfrage nochmals präzisiert. Man habe in den Gesprächen auch ein Prozedere festgelegt, wie man bei Änderungen am Verhandlungsstand miteinander umgehen werde, so Muttach weiter. Bislang aber habe es von der Edeka nichts aus erster Hand gehört sondern nur Informationen aus den Medien erhalten.

Kontroversen mit Umweltverbänden

Wie mehrfach berichtet hatte es um die Edeka-Ansiedlung, für die ursprünglich der Acherner Standortübungsplatz im Gespräch war, Kontroversen mit Umweltschutzverbänden gegeben, die auf den ökologischen Wert des Geländes hingewiesen hatten. Ein regelrechter Streit war dagegen zwischen den Städten Achern und Offenburg ausgebrochen als OB Edith Schreiner ihrem Parteikollegen Muttach vorwarf, das Unternehmen abwerben zu wollen. Schreiner äußerte sich auch gestern nicht zu den Vorgängen. Man habe, so teilte ein Sprecher mit, noch keine offiziellen Informationen von der Edeka erhalten.