Edeka Lager
Wo baut Edeka sein Logistikzentrum? Nicht in Achern, wie es jetzt scheint. | Foto: Christoph Breithaupt

Ende eines langen Streits?

Logistikzentrum der Edeka kommt nicht nach Achern

Die Edeka Südwest wird ihr Logistikzentrum nicht in Achern bauen. Mit diesem Eindruck gingen an diesem Mittwoch die Mitarbeiter des Offenburger Unternehmens aus einer am Vormittag anberaumten Betriebsversammlung. Wie ein Teilnehmer nach der Veranstaltung berichtete, hat der Lebensmittelkonzern offenbar drei potenzielle Standortkommunen nördlich von Achern und südlich von Karlsruhe ins Auge gefasst. Diese hätten sich aufgrund der Berichterstattung über den Standortstreit in den Medien gemeldet, hieß es dem Vernehmen nach weiter.

Das Unternehmen schweigt

Bestätigt wurden diese Informationen bislang nicht. Weder Geschäftsführer Rainer Huber noch Pressesprecher Christhard Deutscher wollten auf Anfrage dieser Zeitung einen Kommentar abgeben. Auch der Acherner OB Klaus Muttach, der sich von der Hauptversammlung des Städtetags meldete, ist offenbar nicht über die Entwicklung informiert worden.

Planungsausschuss stellt Weichen

Es war wohl kein Zufall, dass die Betriebsversammlung einen Tag vor der entscheidenden Sitzung des Planungsausschusses im Regionalverband stattfand. Die Politiker aus der Region können nun vermutlich deutlich entspannter über die Fortschreibung des Regionalplans diskutieren, nachdem dem Thema Edeka auf diese Weise ganz offenkundig die Spitze genommen wurde.

Edeka bleibt in Offenburg

Vom Tisch sind offenbar gleichzeitig auch die Ankündigungen des Unternehmens, sich weitgehend aus Offenburg zurückzuziehen, viele Mitarbeiter also mit an den Standort des neuen Logistikzentrums zu nehmen. Huber jedenfalls habe angekündigt, dass es in Offenburg nicht den befürchteten Abbau von Arbeitsplätzen geben werde, wie ein Teilnehmer der Versammlung weiter berichtete. Aber auch diese Informationen sind nicht bestätigt.

Heftige Auseinandersetzungen

Um die Ansiedlung in Achern hatte es seit diesem Frühjahr heftige Auseinandersetzungen gegeben. Die betrafen einerseits wie mehrfach berichtet den Acherner Standortübungsplatz als möglichen Baugrund – Naturschützer meldeten heftigen Protest an. Auf der anderen Seite hatten sich die Oberbürgermeister Edith Schreiner (Offenburg) und Klaus Muttach (Achern) heftig um die Ansiedlung gestritten. Jetzt freut sich anscheinend ein Dritter…