KSC-Teamarzt Marcus Schweizer mit dem am Sonntag in Flachau bei der Mannschaft eingetroffenen Isaac Vorsah
KSC-Teamarzt Marcus Schweizer mit dem am Sonntag in Flachau bei der Mannschaft eingetroffenen Isaac Vorsah | Foto: mia

KSC testet Ex-Hoffenheimer

Ehe man sich versah: Vorsah

Kurzfristig hatteTomas Oral im Trainingslager eine Sms erhalten, die ihm gefiel: Man übermittelte ihm, dass die Sache mit Isaac Vorsah klappen werde. Und so mischte sich der 28 Jahre alte Innenverteidiger aus Ghana, der von 2007 bis 2012 in Hoffenheim spielte und zur Zeit bei RB Salzburgs Tochterverein FC Liefering unter Vertrag steht, am Sonntagfrüh zur Probe erstmals unter die trainierenden Profis des Karlsruher SC in Flachau. „Wir wollen uns von ihm ein aktuelles Bild machen“, erklärte KSC-Coach Tomas Oral.

Sallahi gegen West Ham verletzt

Per Videoanalyse hatte er sich da schon von Teilen der hitzigen Testpartie des Vorabends ein Bild gemacht. Der steirischen Schiedsrichter hatte gegen Ende nicht mehr mit feiner englischer Fußball-Art gerechnet und beendete das Match zwischen West Ham United und dem Karlsruher SC beim Stand von 3:0 (2:0) zwei Minuten vor der Zeit.
Länger unterbrochen war die Vorbereitungspartie vor 350 Besuchern im Kapfenberger Franz-Fekete-Stadion zuvor schon gewesen. Grund waren handfest ausgetragene Zwistigkeiten. Mark Noble, Kapitän des Premier-League-Clubs aus dem Londoner East End, ging auf Grischa Prömel los, Winston Reid dem Zweitligaprofi Augenblicke später gar an die Gurgel. Erbost hatte der Olympiateilnehmer des KSC das Lager der Hammers, weil er den Arbeitstag von Aaron Cresswell mit einem Pressschlag schmerzhaft beendet hatte. Slaven Bilic, der Trainer des Tabellensiebten der vergangenen Saison, wird den Linksverteidiger am Donnerstag im Europa-League-Qualifikationsspiel bei NK Domale ersetzen müssen. Enrico Valentini blieb in seiner Bewertung beherrschter als einige Male zuvor auf dem Rasen: „Am Schluss ist es mir zu ruppig geworden. In einem Pflichtspiel wären hier drei Spieler wegen Tätlichkeiten vom Platz gestellt worden“, fand er. Als „Anschauungsunterricht in Sachen Zweikampfführung“ bezeichnete Dennis Kempe den Wert des Treffens, das der mit englischer Härte und internationaler Fußball-Finesse aufwartende Gegner durch Treffer von Andy Carroll (9.), Sophiane Feghouli (17.) und Ashley Fletcher (80.) entschieden hatte.
Die Papierform hatte sich bestätigt gefunden: Die Transfermarktwerte der Engländer beziffern einschlägige Quellen mit 179 Millionen, die des KSC mit 13,2 Millionen Euro. Bei West Ham fehlte nur Frankreichs EM-Star Dimitri Payet. Der KSC war ohne Bjarne Thoelke (Patellasehnenreizung), Moritz Stoppelkamp (Nackenprellung) und Matthias Bader (Oberschenkelzerrung) von Flachau die 170 Kilometer an den Spielort gereist.
Dort sollte Kempe erst mit der Wechselwelle nach der Halbzeit spielen. Doch dann musste er schon ab der zwölften Minute ran. Ylli Sallahi hatte sich bei seinem Heimatverein, der in Österreichs Zweiter Liga spielt, bei rinrm Zweikampf am Sprunggelenk verletzt, weshalb er nach der Rückreise am Montag in Karlsruhe vorerst ein Fall für die Physiotherapeuten sein wird. Sallahi war am Platzrand erstversorgt worden, der KSC somit unterzählig, als Michal Antonio über dessen Seite flankte und in Carroll einen per Kopf treffsicheren Abnehmer fand. Beim 0:2 von Feghouli sah KSC-Schlussmann Dirk Orlishausen genauso schlecht aus wie seine Vorderleute, angefangen beim patzenden Martin Stoll. „Der Gegner ist uns in der Vorbereitung um zehn Tage voraus. Das konnte man in der ersten Halbzeit klar sehen. Da lagen wir ja nur auf dem Arsch. Die Gegentore fielen dennoch viel zu leicht“, erklärte Oral. Nach dem 0:2 sei seine Elf „zu schüchtern“ gewesen. Nach der Pause lief‘s besser. „Aber gegen Jungs wie Carroll, die im Fußball alles erlebt haben, ist es schwer.“
Oral hatte für die ersten 45 Minuten ein 4-4-2 angeordnet, wobei Franck Kom am Samstag  bei seinem Debüt im KSC-Trikot seinen Wert fürs Team aufblitzen ließ, vom konsequenten Pressing der Engländer aber genauso überfordert war wie seine Mitspieler. Im zweiten Abschnitt, für das beim KSC ein 4-2-3-1 angesagt war, durfte sich der am Vorabend aus Mali eingetroffene Hamidou Maiga zeigen. Ob der 1,97 Meter große Testspieler die Antwort auf die andauernde Suche nach einem Innenverteidiger sein könnte, ließ sich danach nicht bewerten. Maiga wird bis zum Wochenende als Trainingsgast des KSC die Möglichkeit erhalten, Eigenwerbung zu betreiben.
Karlsruher SC: Orlishausen (46. Vollath), Valentini, Stoll (46. Maiga), Hoffmann (46. Sverko), Sallahi (12. Kempe), Kom (46. Prömel), Yamada (46. Kinsombi), Barry (46. Torres), Rolim (46. Krebs), Diamantakos (46. Fahrenholz) Hoffer (46. DePuy).