Fachsimpeln: Vorarbeiter Volker Soethoff vom Gartenamt Baden-Baden sowie die ehrenamtlichen Rosengärtner Silke Weber, Helene Seyfrid, Christa Wörner und Georg Priem (von links) beraten über den richtigen Schnitt der Rosenneuheiten auf dem Beutig.
Fachsimpeln: Vorarbeiter Volker Soethoff vom Gartenamt Baden-Baden sowie die ehrenamtlichen Rosengärtner Silke Weber, Helene Seyfrid, Christa Wörner und Georg Priem (von links) beraten über den richtigen Schnitt der Rosenneuheiten auf dem Beutig. | Foto: Rudolphi

Rosengärten Baden-Baden

Die „Rosendamen“ sind fast schon Experten

Markus Brunsing nennt sie liebevoll seine „Rosendamen“ und seinen „Rosenherrn“. Der Leiter des städtischen Gartenamtes in Baden-Baden weiß, was er an den sieben Frauen und dem einen Mann hat: Seit vielen Jahren engagieren sich die ehrenamtlichen Helfer in den Rosengärten der Stadt auf dem Beutig und in der Gönneranlage. Sie kümmern sich vor allem darum, die verwelkten Blüten zu entfernen. „Das ist für unsere Gärtner eine riesengroße Entlastung“, versichert Brunsing. „Diese können dann verstärkt wichtige Arbeiten wie das Wässern oder die Pflege der Beete und Wege erledigen.“
Silke Weber, die die Aktion 2003 ins Leben gerufen hat, ist bis heute dabei. „Mich haben die vielen verwelkten Blüten gestört. Das sah so ungepflegt aus“, erläutert sie die Motivation für ihr Engagement und fügt hinzu: „Mir war klar, dass die städtischen Gärtner nicht alles leisten können.“ Deshalb suchte sie damals den Kontakt zu Markus Brunsing, bei dem sie gleich auf offene Ohren stieß.
„Ich habe gesagt, wir probieren das mal“, berichtet der Gartenamtschef. Das hat er nicht bereut, der Versuch hat sich offenbar bewährt, zumal Silke Weber damals gleich noch einige Gleichgesinnte mitbrachte, die ebenfalls in den Rosengärten arbeiten wollten. Die Truppe ist in den vergangenen Jahren vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda gewachsen.
Angst vor den Aufgaben braucht keiner zu haben. Volker Soethoff, Vorarbeiter des Gartenamts in den städtischen Rosengärten, weist jeden Helfer ein und zeigt, worauf er achten und wie er die Schere ansetzen muss. „Fachwissen ist nicht nötig. Aber einen Sinn für Pflanzen sollten die Helfer schon haben“, bekräftigt Brunsing.
Inzwischen sind die Ehrenamtlichen selbst zu „Experten“ geworden. Sie haben den Kennerblick für eine Pflanze und den richtigen Schnitt. „Dafür gibt es zwar eine Grundregel, aber es kommt immer auf die jeweilige Pflanze an“, erläutert „Rosenherr“ Georg Priem. Wenn Besucher des Rosenneuheitengartens ihn um Rat fragen, hat er fast immer einen Tipp parat.
„Mit den Jahren kommt einfach die Erfahrung“, berichtet Soethoff, der inzwischen großes Vertrauen in seine Helfer hat. Feste Arbeitszeiten gibt es nicht. „Die kann jeder frei einteilen“, sagt Brunsing. Christa Wörner beispielsweise ist ein Morgenmensch. Sie ist schon um 6 Uhr in der Gönneranlange unterwegs, um sich dort um die Rosen zu kümmern. „Wenn ich dann nach Hause komme, hat mein Mann das Frühstück gemacht“, erzählt sie. Helene Seyfrid hingegen macht sich erst am Nachmittag auf den Weg zum Beutig. Und Elke Ebert ist eine echte „Saisonarbeiterin“. Als Lehrerin hilft sie vor allem in den Schulferien.
„Ich bin sehr froh über unsere ehrenamtlich arbeitende Gruppe“, betont der Leiter des Gartenamts. „Viele große Rosengärten in Deutschland beneiden uns darum.“ Dort gebe es zwar Fördervereine. „Aber die packen halt nicht mit an“, meint Brunsing.

Kontakt

Wer Lust und Zeit hat, sich als ehrenamtlicher Rosengärtner auf dem Beutig oder in der Gönneranlage zu engagieren, erhält im Gartenamt, Telefon (0 72 21) 93 12 01, weitere Auskünfte.