Bringen das Schild am Wahlkreisbüro in der Hohenstaufenstraße in Pforzheim an: Landtagsmitglied Stefanie Seemann (links) und Büroleiterin Ina Walter.	 Foto: Ehmann
Bringen das Schild am Wahlkreisbüro in der Hohenstaufenstraße in Pforzheim an: Landtagsmitglied Stefanie Seemann (links) und Büroleiterin Ina Walter. Foto: Ehmann

Grüne eröffnet Wahlkreisbüro

„Ein komplett neues Leben“

Enzkreis/Pforzheim. „Es ist ein komplett neues Leben und eine vollkommen andere Welt“ berichtet Stefanie Seemann über die ersten drei Monate als Landtagsabgeordnete. Nun  hat sie ihr Wahlkreisbüro in der Hohenstaufenstraße 11 in Pforzheim mit rund 20 Gästen feierlich eingeweiht.
Bezogen hat Seemann das Büro, in dem auch der grüne Kreisverband untergebracht ist, bereits vor etwa vier Wochen, aber es dauere eben ein bisschen, bis alles eingerichtet sei, sagt die grüne Enzkreis-Abgeordnete, die auch den Wahlkreis Pforzheim mitbetreut. Geführt wird das Büro von Ina Walter. Als persönliche Mitarbeiterin kümmert sich Swantje Sperling in Stuttgart um Seemanns Termine.

Spannende Zeit mit neuen Eindrücken

„Es war bisher eine wahnsinnig spannende Zeit mit vielen neuen Eindrücken“, erzählt die 57-Jährige von ihrer Arbeit im Landtag. Generell sei es wichtig, die Zeit gut einzuteilen und zu organisieren, da viele Anfragen und Aufgaben auf sie zukommen. Unter anderem sei sie derzeit dabei, die Bürgermeister in ihrem Wahlkreis zu besuchen. Hinzu kommen viele Termine – vor allem abends – und die Wochenenden seien auch meist ausgebucht, so Seemann. Seit die Legislaturperiode Mitte Mai begonnen hat, gebe es jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Sitzungen. Aufwändig sei auch die Arbeit in den drei Ausschüssen, in denen Seemann Mitglied ist: im Petitionsausschuss, im Ausschuss für Soziales und Integration und im Ausschuss für angewandte Wissenschaft, in dem Seemann Sprecherin ist. Momentan sei sie noch dabei, sich in die Aufgabenfelder einzuarbeiten, aber ein Schwerpunkt für die kommenden fünf Jahre könnte die Vernetzung von kleineren und mittelgroßen Unternehmen und von der Kultur im ländlichen Raum sein, erklärt die Soziologin, die von ihrem Wohnort Mühlacker nach Stuttgart mit dem Zug pendelt. „Das ist optimal“, so die gelernte Landschaftsgärtnerin.

Nebenabreden „unglücklich gelaufen“

Bauchschmerzen bereiten dem Neuling im Landesparlament die Diskussionen über die Spaltung der Alternative für Deutschland. „Die Debatten in der AfD entsprechen nicht meiner Sicht auf die Welt“, erklärt Seemann, die hofft, dass die Fraktionsfrage in der Partei bis nach den Sommerferien geregelt ist.
Und zu den Nebenabreden zum Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung sagt Seemann, dass Absprachen normal seien, aber dass die Sache „unglücklich gelaufen“ sei und so wohl auch nicht mehr vorkommen werde. „Jeder der beiden Partner, die keine natürlichen Partner sind, wollte sich absichern. Es ist aber kein Geheimpapier, und es steht nichts Verwerfliches drin“, so Seemann.