Spiel mit Licht und Dunkelheit  zeichnet die Kameraarbeit von Markus Förderer aus. Szene mit Liam Hensworth.
Spiel mit Licht und Dunkelheit zeichnet die Kameraarbeit von Markus Förderer aus. Szene mit Liam Hensworth. | Foto: dpa

Im Team von "Independence Day"

Ein Murgtäler in Hollywood

Seine Karriere hat ihren Ursprung im kleinen Familienkino in Gaggenau-Ottenau, das es auch heute noch gibt: Dort hat Markus Förderer 1996, da war er 13 Jahre jung, den Film „Independence Day“ zusammen mit seiner Schwester gesehen. „Er hat mich wahnsinnig beeindruckt und den konkreten Wunsch ausgelöst, selbst Filme zu machen“, sagt der Murgtäler jetzt im BNN-Gespräch. Seinen Wunsch konnte er in die Tat umsetzen: Wenn morgen der Nachfolgefilm „Independence Day: Wiederkehr“ wieder unter der Regie von Roland Emmerich in die deutschen Kinos kommt, dann hat Markus Förderer als verantwortlicher Kameramann einen wesentlichen Beitrag für das Effekt-Spektakel geliefert. Seit 2015 arbeitet und lebt er in Hollywood. Ist für ihn damit ein persönlicher Traum in Erfüllung gegangen? „Ich habe nie geplant, nach Hollywood zu gehen, wollte aber immer Filme machen, die ein großes Publikum ansprechen und mit ihrer filmischen Vision unterhalten und inspirieren“, verfällt Förderer angesichts des schnellen Karrieresprungs zwar nicht in Euphorie, spricht aber mit Blick auf die Traumfabrik Hollywood von „einem perfekten Umfeld für Filmemacher, weil hier die gesamte Filmindustrie konzentriert ist.“

Als er sein Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) im Jahr 2013 abschließt, waren seine ersten Kinofilme schon längst angelaufen. Der Horrorthriller „Hell“ (Regie: Tim Fehlbaum), mit dem er 2011 sein Debüt gab, war der Türöffner für weitere Angebote: Für diesen Film, dessen apokalyptische Stimmung in überhell belichteten Bildern vermittelt wird, wurde Förderer 2012 mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet. „I Origins“, ein Science-Fiction-Film mit Regisseur Mike Cahill (2014), war die erste US-Produktion. Bei „Stonewall“ (2015), einem Drama über die Homosexuellenaufstände 1969 in New York, arbeitete er erstmals mit Roland Emmerich zusammen.
Markus Förderer dreht mit den unterschiedlichsten Regisseuren und bedient verschiedenartige Genres. Die Gestaltung der Bilder mit Licht, Farbe und Kamerabewegung machen für ihn die Faszination seiner Arbeit aus. „Mich faszinieren extreme Dunkelheit und extreme Helligkeit“, sagte er im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. „Das ist vielleicht sogar ein Markenzeichen meiner Filme.“