Der langjährige Acherner Pfarrer Matthias Fallert scheidet nach einem Sabbatjahr aus dem Priesteramt aus.
Der langjährige Acherner Pfarrer Matthias Fallert scheidet nach einem Sabbatjahr aus dem Priesteramt aus. | Foto: Roland Spether

Acherner Seelsorger geht

Matthias Fallert: „Eine Wunde, die zu stark blutet“

Der langjährige Acherner Pfarrer Matthias Fallert ist von seinen Rechten und Pflichten als Priester in der Erzdiözese Freiburg entbunden worden. Dies wurde in den Gottesdiensten der katholischen Seelsorgeeinheit Achern verkündet. Fallert scheidet nach Angaben der Erzdiözese Freiburg, die dazu am Sonntag eine knapp gefasste Pressemitteilung veröffentlichte, „auf eigenen Wunsch aus dem Priesterberuf aus“. Als Grund habe der Seelsorger angegeben, im Zölibat nicht mehr seine Lebensform zu sehen.

„Für das Kommende: Ja“

Fallert selbst wandte sich in einer schriftlichen Stellungnahme unter der Überschrift „Für das Vergangene: Dank; für das Kommende: Ja“ an die Gläubigen. Während eines Jahres in Bolivien, so schreibt er da, sei in ihm „die Entscheidung gereift, aus dem Priesterberuf auszuscheiden“. Sehr deutlich macht er dabei, dass ihn Zweifel offenbar schon seit geraumer Zeit begleitet haben: „Dass die Lebensform des Priesters für mich eine Wunde sein wird, war mit bei meiner Priesterweihe klar. Aber was, wenn die Wunde zu stark blutet?“ Es falle nicht leicht, sich eingestehen zu müssen, dass man mit seinen Lebensplänen gescheitert ist.
Der promovierte Theologe Matthias Fallert hatte im vergangenen Frühjahr angekündigt, für ein Jahr nach Bolivien zu gehen um eine mögliche Ordensberufung zu prüfen. Den Schritt machte er wenige Wochen nach der viel beachteten Entscheidung von Edgar Eisele, sein Amt als Priester der Liebe wegen aufzugeben, öffentlich. Eisele war lange Jahre Dekan und Schulseelsorger an der Heimschule Lender gewesen.

Gewiss nicht weniger gläubig

Er gehe jetzt, so hieß es in seiner schriftlichen Stellungnahme Fallerts, den Schritt „gewiss nicht weniger gläubig“ als jenen vor 17 Jahren in den priesterlichen Dienst. Fallert bedankt sich gleichzeitig im Namen der von ihm betreuten bolivianischen Kinder und Jugendlichen für die Spenden, die er anlässlich seiner Verabschiedung sowie für seine Arbeit in Bolivien erhalten habe, die Kindern von Gefängnisinsassen zugute kam.
Matthias Fallert war von 2007 bis 2015 als Pfarrer in der Seelsorgeeinheit Achern tätig. Erzbischof Stephan Burger, so hieß es  in einer Pressemitteilung aus Freiburg, habe ihm  in einem persönlichen Gespräch für seinen in der Erzdiözese geleisteten Dienst gedankt. Er bedauere die Entscheidung Fallerts.