Schlosslichtspiele
Die Schlosslichtspiele starten am 7. August | Foto: ZKM

Fassade wird zur Leinwand

Zweite Runde der Karlsruher Schlosslichtspiele

Die Schlossfassade wird wie ein Blatt Papier gefaltet, gerissen und geknittert, dann scheint sie wie eine Drehbühne um eine gedachte Mittelachse zu rotieren. Wenig später zucken goldene Linien über das Mauerwerk hinweg: Gut einen Monat vor dem Start der Neuauflage der Karlsruher Schlosslichtspiele haben das ZKM und die Stadt  erstmals Einblicke in die neuen Shows gegeben – hier ist der Beitrag zu sehen:

Schlosslichtspiele mit freiem Eintritt

Live auf der 3 000 Quadratmeter großen Fassade zu sehen sind die neuen Shows ab Sonntag, 7. August. Sie laufen bis in den September hinein. Und wie beim Stadtgeburtstag 2015 gilt: Der Eintritt ist frei.
Fünf Künstlergruppen verpflichtete ZKM-Chef Peter Weibel, darunter „Maxin10sity“ aus Ungarn, die im vergangenen Jahr mit ihrem Beitrag „300 Fragments“ Publikumsliebling waren. Dieses Werk wird an einigen Abenden wiederholt.

Museum nach außen geholt

Weiter steuert „Maxin10sity“ eine neue Show bei: Diese rückt Exponate des im Schloss beheimateten Badischen Landesmuseums in ein neues Licht, um die Kulturgeschichte von der Ur- und Frühgeschichte bis hin zu antiken Kulturen im Zeitraffer nachzuerzählen. „Das Museum wird so nach außen geholt“, erklärt Weibel.

Weiter ins Programm nahm er Alexander Stublic sowie die Gruppen Xenorama, Hauslaib Lichtwelten und DSG animation + VFX.

Es wird Kunst vermittelt

Weibel verspricht ein „Fest von Bürgern, mit Bürgern, für Bürger“. Dabei werde nicht nur die Fassade bespielt, sondern auch Kunst vermittelt. Insofern gehe Karlsruhe einen Schritt weiter als dies beispielsweise französische Städte täten, die ebenfalls auf Lichtshows setzen.

Ich war sprachlos

„Die Frage war, ob wir nach 2015 dieses Jahr das Niveau halten und noch etwas draufsetzen können“, so Martin Wacker, Chef der städtischen Event GmbH. Die Antwort sei ein klares Ja. „Als ich den 16 minütigen Beitrag gesehen habe, bei dem es um die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts ging, war ich sprachlos“, berichtet Wacker.

Pressekonferenz
ZKM-Chef Peter Weibel, OB Frank Mentrup und Martin Wacker von der Event GmbH wecken Vorfreude | Foto: Kampf

Sein Team organisiert die – künstlerisch vom ZKM verantwortete – Fortsetzung der Schlosslichtspiele, die sich 2015 so viele Zuschauer gewünscht hatten. Mehr als 400 000 Besucher erlebten im vergangenen Jahr die Projektionen über 15 Wochen hinweg. Bei der verkürzten Version in diesem Jahr hofft Karlsruhe auf sechsstellige Besucherzahlen, wie Wacker sagt.

Mittelpunkt der Region

Oberbürgermeister Frank Mentrup ist sicher, dass das Areal vor dem Schloss – wo es sowohl ein Catering als auch eine Gepäckaufbewahrung geben wird – wieder zum „selbstverständlichen Treffpunkt, zum natürlichen Mittelpunkt der Region“ wird.  Gleichzeitig hätten nicht zuletzt die Schlosslichtspiele dazu beigetragen, dass das ZKM als noch mehr zu Stadt gehörig erlebt werde. „Die Menschen sind noch stolzer, diese Einrichtung in ihrer Stadt zu haben“, so Mentrup.

Keine Eintagsfliege

Mit ihrer hohen Qualität blieben die Schlosslichtspiele sicher keine Eintagsfliege. Sie seien eine Chance, Karlsruhe an der Schnittstelle von Kunst, Kreativwirtschaft und IT mit seinem historischen Mittelpunkt bekannt zu machen. Finanziert werden die auf insgesamt 900 000 Euro veranschlagten Lichtspiele von der Stadt zusammen mit Sponsoren. Letztere sollen gemeinsam mit Bürgern etwa die Hälfte der Kosten schultern.

 

Lichtspiele unterstützen: So geht’s

  • Unter dem Motto „Wir lassen das Schloss leuchten“ kann jeder zum Preis von fünf Euro einen Anstecker erwerben. Er wird unter anderem in den Geschäftsstellen der BNN angeboten.
  • Wer 50 Euro spendet, kann sein Gesicht – oder das eines Freundes oder Familienmitglieds etwa als Geschenk – auf die Schlossfassade projizieren lassen. Am Ende entsteht so eine Galerie der Bürger als Teil der Lichtshows. Jeder erhält dafür zudem ein Zertifikat. Weitere Informationen im ZKM-Shop oder unter www.zkm.de.
  • Beim Najadenwäldchen wird ein Zelt mit Außenbereich eingerichtet. Dort können Firmen, aber auch Privatpersonen mit Gruppen ab 20 Personen feiern. Auch Catering gibt es. Es gibt noch einige freie Termine, Infos unter www.schlosslichtspiele.info.

 

Programm-Übersicht:

Die Schlosslichtspiele sind ab Sonntag, 7. August, täglich von 21.30 bis 23.30 Uhr sowie freitags und samstags bis 0.30 Uhr zu sehen. Am Samstag, 20. August, starten sie um 21 Uhr und ab Freitag, 2. September, um 20.30 Uhr.

Schlosslichtspiele
Premiere feiern die Schlosslichtspiele am 7. August | Foto: Kampf

An den Wochenenden und vom 7. bis 13. August wird die im Vorjahr so beliebte Show „300 Fragments“ wiederholt. Vom 2. bis 4. September ist zudem ein Best-of der Lichtspiele des Festivalsommers 2015 geplant.

Ergänzt wird das Programm durch das SWR-Wochenende vor dem Schloss vom 12. bis 14. August: Los geht es am Freitag mit der Jazz Night, die von der All Star Big Band Karlsruhe gestaltet wird. Am Samstag geht es weiter mit Comedy, am Sonntag treten die Spider Murphy Gang und Jürgen Drews auf.

Und vom 9. bis 11. September machen bei der Foodtruck Convention 30 rollende Imbisse vor dem Schloss Station.