STELLEN DAS NATIONALPARK-TICKET VOR: Nationalpark-Chef Wolfgang Schlund, Uwe Lahl aus dem Verkehrsministerium, Staatssekretär André Baumann aus dem Umweltministerium, Stefan Preuss vom TGO-Tarifverbund Ortenau und Nationalparkrat-Vorsitzender Klaus Michael Rückert.
STELLEN DAS NATIONALPARK-TICKET VOR: Nationalpark-Chef Wolfgang Schlund, Uwe Lahl aus dem Verkehrsministerium, Staatssekretär André Baumann aus dem Umweltministerium, Stefan Preuss vom TGO-Tarifverbund Ortenau und Nationalparkrat-Vorsitzender Klaus Michael Rückert. | Foto: Hannes Kuhnert

Nationalparkticket vorgestellt

Ein erster Schritt

Von Hannes Kuhnert
Das Nationalparkticket soll den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Nationalpark als sinnvolle Alternative zum Individualverkehr fördern. Seit Juni ist es in den Omnibussen, die den Nationalpark anfahren, für 2,40 Euro als Tageskarte erhätlich und  ermöglicht Fahrten innerhalb des Nationalparkgebiets. Jetzt wurde es auf dem Ruhestein von Ministerien und Verkehrsverbünden vorgestellt.

Das Ticket gilt als erster Schritt für das Nationalpark-Verkehrskonzept, das in zwei Jahren umgesetzt werden soll.  Es wurde ermöglicht durch die drei Verkehrsverbünde Tarifverbund Ortenau, Karlsruher Verkehrsverbund und Verkehrsgemeinschaft Landkreis Freudenstadt, die dazu mit Vertretern der Landratsämter und des Nationalparks eine Arbeitsgemeinschaft gegründet hatten (der ABB berichtete). Das Land übernimmt für zwei Jahre die Anschubfinanzierung von 40 000 Euro. Das neue Ticket gilt zunächst für das Gebiet des Nationalparks und einige überlappende Randgebiete. Es soll in weiteren Schritten zumindest auf die Nationalpark-Region ausgeweitet werden und spätestens Ende 2018 zur Eröffnung des Nationalpark-Zentrums in den Tarif eines dann gültigen Landestickets überführt werden.
„Zwei Jahre nach der Gründung des Nationalparks geht die Regionalentwicklung gut voran“, freute sich André Baumann. Der ehemalige Landesvorsitzende des Naturschutzbunds, auf dem Ruhestein wohl bekannt, war erstmals in seinem neuen Amt als Staatssekretär des Umweltministeriums vor Ort. Er dankte den drei Verkehrsverbünden, die „eine Spur wilder“ nicht auf das große Verkehrskonzept gewartet, sondern mit dem Nationalparkticket den ersten Schritt zu einem digitalen Verkehrsplan getan hätten. Dieses Verkehrskonzept für den Nationalpark wurde jetzt in Auftrag gegeben, informierte Ministerialdirektor Uwe Lahl aus dem Verkehrsministerium des Landes. Es soll bis 2018 umgesetzt werden „mit neuen Tarifen und neuen Automaten“. Das Konzept soll den öffentlichen Personennahverkehr im Land stärken und damit den Individualverkehr ersetzen. Das alles sei kein Selbstläufer, berge noch allerhand Konfliktstoff und koste viel Geld. Viel Zuversicht verbreitete Klaus Michael Rückert als Vorsitzender des Nationalparkrats. Er sicherte zu, dass das Nationalparkticket als erster, kleiner aber wichtiger Schritt weiter ausgebaut wird und war überzeugt, dass „wir gemeinsam das Verkehrskonzept für den Nationalpark gut meistern“. Mit berücksichtigt werden müsse in diesem Konzept sowohl die Anbindung an die Schiene als auch die so genannte „Anreise“, also das Erreichen der ÖPNV-Haltepunkte und Bahnhöfe von zu Hause oder von Park-und Ride-Parkplätzen. Das Konzept – es sei heute schon dringend erforderlich – soll als Anreiz-System möglichst ohne Verbote angelegt werden. Rückert dankte dem Land und namentlich Verkehrsminister Winfried Herrmann (Grüne), das zwei Millionen Euro für Konzept und Umsetzung zur Verfügung stelle. Den Verkehrsverbünden sei schnell klar geworden, dass der Nationalpark sich als ein Magnet für den Naturtourismus entwickeln werde, so Stefan Preuss vom Tarifverbund Ortenau, der namens der Verkehrsbetriebe das neue Ticket vorstellte und versicherte, dass es Schritt für Schritt auf weitere Regionen ausgeweitet werde. „Wir alle warten auf das Verkehrskonzept für den Nationalpark“ erklärte Bürgermeister Stefan Hattenbach aus Kappelrodeck. Mit Hinweis auf das Verkehrs-Chaos an schönen Ausflugtagen am Mummelsee forderte er die Verantwortlichen auf, „jetzt Gas zu geben“.
Service
Das Nationalparkticket ist für einen Tag gültig, es kostet 2,40 Euro pro Person oder 4,60 Euro als Familienticket. Das Gruppenticket für fünf Personen kostet 9,20 Euro. Auch die Anreise von außerhalb des Nationalparks ist kein Problem entweder über die überregionalen Tickets wie „Regio“ oder „Konus“ oder über die regionalen Karten der Verkehrsverbünde.
Wer innerhalb des Nationalparks mit dem öffentlichen Personennahverkehr weiterfahren möchte, kann das Nationalparkticket nutzen.