Eine große Menge an Drogen hat eine Band aus der Ortenau vertickt.
Eine große Menge an Drogen hat eine Band aus der Ortenau vertickt. | Foto: Alexander Heinl

Revision verworfen: Anführer muss lange Gefängnisstrafe antreten

Fast 58 Jahre Haft für Drogenbande

Eine große Reihe von Strafverfahren gegen eine Bande von Drogenhändlern aus dem Raum Offenburg ist nunmehr abgeschlossen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, ist das letzte Urteil rechtskräftig. Demnach hat der Bundesgerichtshof die Revision des letzten Angeklagten aus dem Großverfahren „EV Zocker“ verworfen. Er ist nun rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren und neun Monaten verurteilt.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Offenburg begannen bereits im April 2013 mit umfangreichen verdeckten Ermittlungsmaßnahmen. Erste Festnahmen erfolgten schließlich im Oktober desselben Jahres, bei zeitgleichen Durchsuchungen konnten größere Mengen an Betäubungsmitteln sichergestellt werden. In elf Strafverfahren wurden 14 Personen angeklagt, wobei drei die Bande darstellten und die weiteren als Lieferanten und Abnehmer agierten. Die 13 Deutschen und ein Kroate wurden ab März 2014 in 47 Sitzungstagen zu insgesamt 57 Jahren und  neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Die einzelnen Strafen der Männer, die zur Tatzeit zwischen 20 Jahren und 67 Jahren alt waren, reichten von einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung bis zu neun Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe. Darin enthalten sind laut der Staatsanwaltschaft Offenburg weitere empfindliche Freiheitsstrafen von sechs, sieben und acht Jahren. Der jetzt rechtskräftig abgeurteilte letzte Angeklagte, der Kopf der Bande, war ab Oktober 2013 für knapp ein Jahr untergetaucht, bis er sich schließlich der Polizei stellte.
Allein in diesem Verfahren umfasste die Hauptverhandlung 14 Sitzungstage. Es wurden 39 Zeugen und ein Sachverständiger gehört. Neben der Freiheitsstrafe wegen bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in drei Fällen sowie wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in 34 Fällen – davon in sechs Fällen in Tateinheit mit Anstiftung zur unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge – ordnete das Landgericht Offenburg den Verfall von Wertersatz in Höhe von 320 000 Euro in das Vermögen des jetzt Verurteilten an. Dadurch kann beim Verurteilten ein Großteil des Gewinns abgeschöpft werden, den er aus der Begehung der Straftaten erlangt hat.
Die Verurteilten begannen ungefähr Mitte 2012 mit den Drogengeschäften. Die Ware bezogen sie aus den Niederlanden. Während der Kopf der Bande überwiegend den Bezug und den Absatz von Rauschgift organisierte, mit den Lieferanten den Ablauf und die Konditionen von Rauschgiftlieferungen besprach und darüber entschied, an wen welche Art und welche Menge an Drogen sowie zu welchem Preis verkauft werden, hatten die weiteren Beteiligten eine andere Rolle. Sie nahmen die bestellten Lieferungen entgegen, verteilten sich an Abnehmer, nahmen Verkaufserlöse ein und leiteten sie weiter. Gegenstand des Handeltreibens waren unter anderem rund 144 Kilogramm Marihuana, elf Kilogramm Amphetamin, 15 000 Tabletten Ecstasy, 1,6 Kilogramm Haschisch und 500 Gramm Kokain.