Zwei Stadträte skizzieren Ideen für Brettens Sporgasse
Neue Ideen für die Sporgasse und den Stadtpark haben die FDP-Stadträte Karin Gillardon und Gerd Bischoff. | Foto: Thilo Kampf

Ideen zur Sporgasse in Bretten

FDP will Tiefgarage unter Stadtpark

In die aktuelle Diskussion um die Zukunft des Sporgassen-Geländes und neuerdings auch des Areals Stadtpark haben sich nun die Brettener Liberalen eingeschaltet: Der Marktplatz sei zu einer Zeit entstanden, als die Kernstadt etwa 2 500 Einwohner gehabt habe, erklärt Stadtrat Gerd Bischoff beim Besuch der BNN-Redaktion. Nun habe die Kernstadt 18 000 Einwohner – und die FDP sehe die Notwendigkeit, einen zweiten zentralen Platz in der Innenstadt zu gestalten. „Eine Bebauung in guten Relationen, bunt, gute Architektur – eine Einheit bildend“, formuliert es Bischoff. Primär solle auf dem Sporgassenplatz Wohnbebauung entstehen, aber auch Räume für Praxen, Büros oder Kanzleien. Dazwischen – exakt auf der Achse Spitalgasse – ein Aufgang zur katholischen Kirche. Und die Wohngebäude sollten vom Promenadenweg zugänglich sein, so die Idee der Liberalen.

Bereits mehrere Pläne für Bebauung

Ganz neu ist dieser Vorschlag indes nicht, räumt Bischoff ein, skizzierte doch Stadtplaner Ulrich Braun bereits 1991 eine durchgehende Bebauung am Hang – mit einem Terrassencafé vor der Kulisse von St. Laurentius. „Stadtplaner Braun will Wunden im Stadtbild schließen: Das ,Aus‘ für den Hinterhof Sporgasse“ titelten die BNN seinerzeit.
Den Vorschlag von OB Martin Wolff, in zwei Etappen eine Tiefgarage auf dem Sporgassen-Areal zu realisieren, lehnen die Liberalen ab – und bringen stattdessen eine neue Idee ein: „Wir sollten dort, wo jetzt der Stadtpark ist, eine riesige Grube ausheben und eine mehrstöckige Tiefgarage mit etwa 400 Stellplätzen bauen“, sagt Bischoff. „Die kann man von der Sporgasse aus anfahren.“Nach Fertigstellung käme wieder eine Erdschicht auf das Bauwerk unter dem Stadtpark – und dieser könnte wieder neu gestaltet werden, unter anderem mit einem Kinderspielplatz.

Vorteile der Tiefgarage unter dem Stadtpark

Die Vorteile: Der Sporgassenplatz könnte weiterhin als Parkraum genutzt werden, auch wenn am Hang Wohnhäuser gebaut würden. Die Baustelle Stadtpark würde nämlich vom Postweg aus bedient. Weiterhin gebe es unter dem Park keine Infrastruktur in Form von Leitungen oder Kanalisation. Und schließlich wäre diese Alternative finanziell günstiger als eine Tiefgarage auf dem Sporgassen-Areal, ist sich Bischoff sicher.

Baumbestand muss größtenteils geopfert werden

Die Nachteile: Ein Großteil des alten Baumbestandes müsse geopfert werden. „Das tut weh“, sagt Karin Gillardon, „aber nach zwei, drei Jahren ist der Park wieder schön und schattig“. Einen weiteren Nachteil sieht ihr Fraktionskollege darin, dass die sogenannte Grabesruhe gestört werde. Andererseits werde der ehemalige Friedhof seit über 80 Jahren nicht mehr genutzt und sei umgewidmet. „Im jetzigen Friedhof werden die Gräber ja auch nach 25 oder 40 Jahren umgenutzt“, weist Bischoff dieses Gegenargument zurück.

KIT-Studenten skizzieren ihre Ideen

So massiv, wie jüngst Studenten des KIT, Bereich Stadtquartierplanung, eine Bebauung des Areals vorschlugen – siehe Grafik,

INF_Urbanes_Wohnen_Sporgasse_September

wollen die Brettener Liberalen nicht vorgehen. „Wir wollen schon noch eine große Freifläche, vielleicht mit einer luftigen Glaskonstruktion überdacht“, erläutert Bischoff. „Da hätte man dann an Peter und Paul quasi ein Festzelt – aber auch für viele sonstige Veranstaltungen könnte man den Sporgassenplatz nutzen.“ Und etwa 30 bis 40 Stellplätze sollten auf dem Areal ebenfalls noch verbleiben.

Luftige Glaskontruktion auf der Sporgasse
Eine Glaskonstruktion möchten die Liberalen auf dem Platz vor den Wohnhäusern der Sporgasse. | Foto: BNN

Kritik: Zu viel Zeit ging verloren

Dem OB und der Verwaltung werfen die beiden FDP-Stadträte vor, es sei seit dem Gemeinderatsbeschluss im März „zu viel Zeit verloren gegangen“. Man hätte, klagt Karin Gillardon, vielleicht schon zu Beginn der Sommerpause eine Sitzung machen müssen. „Wir sollten jetzt rasch zu einer Entscheidung kommen, was wir wollen“, fordern beide Stadträte unisono.