Fensterbohrer Kripo
In aller Stille kommen die Fensterbohrer immer öfter: Das Symbolbild zeigt die Spurensicherung nach einem Einbruch. | Foto: Seeger

Mehr Einbrüche im Kinzigtal

Die Fensterbohrer kommen auf leisen Sohlen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche hat in der Ortenau in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen. Jetzt warnt die Polizei vor einer lange nicht mehr erlebten, lautlosen, Masche: Vor allem im Kinzigtal sind so genannte Fensterbohrer unterwegs. Die Polizei ruft zur Wachsamkeit auf und bittet Nachbarn, aufeinander aufzupassen.

Immer mehr Wohnungseinbrüche

Schon mehrfach habe die Polizei in der zurückliegenden Zeit auf die Zunahme bei den Wohnungseinbrüchen hingewiesen, hieß es gestern in einer Pressemitteilung. Neben der Einbruchsproblematik insgesamt bereiten der Kripo in Offenburg derzeit ein oder mehrere Täter großes Kopfzerbrechen, die als „Fensterbohrer“ aktiv sind. Dabei stellt mit inzwischen rund 40 Straftaten das Kinzigtal einen Schwerpunkt dar. Ausschließlich zur Nachtzeit, zuletzt vergangene Woche in Ohlsbach und in der Nacht zum Mittwoch in Unterharmersbach, schlagen die Täter zu. Im Fokus hatten sie in den meisten Fällen Bargeld, das im Eingangs- oder Flurbereich in dort abgelegten Geldbörsen oder Jackentaschen aufbewahrt wird.

Fensterbohrer arbeiten geräuschlos

Bei ihrem Vorgehen nutzen die Einbrecher den Umstand aus, dass Rollläden an Türen und Fenstern nicht geschlossen werden. So ist es ihnen möglich, fast geräuschlos ein Loch in den Fenster- oder Türrahmen zu bohren und dann den Griff in Öffnungsstellung zu bringen. Die Polizei weist deshalb alle Bürgerinnen und Bürger eindringlich darauf hin, speziell zur Nachtzeit die Rollläden zur Verhinderung solcher Einbrüche geschlossen zu halten. Zudem hätten abschließbare Fenster- und Türgriffe sich als wirksamen Schutz vor Einbrüchen durch Fensterbohrer erwiesen. Zur Verhinderung von Einbrüchen bietet die Polizei eine kostenlose Beratung zu mechanischen Sicherungseinrichtungen für Haus und Wohnung an.

Nachbarn zu Wachsamkeit aufgerufen

Nicht zuletzt durch geeignete Sicherungsmaßnahmen und den intensivierten Präventionsinitiativen der Polizei bleibe eine große Anzahl von Einbrüchen im Versuchsstadium stecken. Ein weiteres unabdingbares Mosaik bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchs sei eine gut funktionierende Nachbarschaft. Denn oft kundschaften die Täter lohnende Tatobjekte vorher aus. Sie fahren mit Autos durch die Straßen, begeben sich unerlaubt in Höfe oder Grundstücke, auch ein Läuten an der Tür gehört bisweilen zu den Vorbereitungshandlungen.

Warnung über den Notruf

Deshalb bittet die Polizei in allen Fällen um sofortigen Anruf an die Rufnummer 110, wenn Ihnen im eigenen Bereich oder in der Nachbarschaft Personen und Fahrzeuge verdächtig vorkommen. Hier gelte das Motto: „Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig“.