Mit dem Fernbus von Baden-Baden aus zu Zielen in ganz Europa? – Nach Angaben des Marktführers FlixBus soll dies bereits ab Frühjahr 2017 möglich sein.
Mit dem Fernbus von Baden-Baden aus zu Zielen in ganz Europa? – Nach Angaben des Marktführers FlixBus soll dies bereits ab Frühjahr 2017 möglich sein. | Foto: FlixBus

Marktführer FlixBus

Fernbus-Halt in Baden-Baden

Baden-Baden wird im Frühjahr 2017 einen Anschluss an das Netz des Branchenführers FlixBus und damit an Europas größtes Fernbusnetz erhalten. Das hat das 2013 in München gegründete und seither stark expandierende Unternehmen gegenüber den BNN bestätigt. Nähere Einzelheiten zu dem geplanten Halt an der Oos machte FlixBus indessen noch nicht. Bis es soweit sei, hätten Reisende aus der Region Baden-Baden die Möglichkeit, die Fernbusverbindungen ab Karlsruhe zu nutzen: Die Stadt sei für FlixBus ein wichtiges Drehkreuz in Baden-Württemberg, auf 31 Verbindungen würden Fahrgäste von dort zu mehr als 500 Zielen in ganz Europa gelangen. FlixBus: „Wir erweitern unser Fernbusnetz derzeit ja insbesondere in die Regionen, im Frühjahr des kommenden Jahres ist es nach derzeitigem Planungsstand auch in Baden-Baden soweit.“

Fernbus-Halt ab Frühjahr 2017

Das Personenbeförderungsgesetz, das zum Schutz des Öffentlichen Nahverkehrs Haltestellen mit einem Abstand von bis zu 50 Kilometer grundsätzlich ausschließt, ist für FlixBus kein Problem, wie eine Sprecherin erläuterte. Bei der Vergabe der Konzession würde so etwas durch Ausschlüsse geregelt. Was bedeutet, dass FlixBus zum Beispiel keine Fahrkarten von Baden-Baden nach Karlsruhe verkaufen darf und umgekehrt. Was an der Oos wiederum zum Politikum werden könnte, weil genau diese 50-Kilometer-Regelung bisher der Grund war, warum man im Rathaus, entsprechende Vorstöße aus dem Gemeinderat durch Grüne und SPD zurückgestellt hatte. Die Stadt werde die weitere Entwicklung beobachten, um auch rechtzeitig reagieren zu können, hatte der damalige Bürgermeister Werner Hirth vor knapp zwei Jahren der SPD auf entsprechende Vorstöße hin geantwortet.

Fragen an Stadt

SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Henn hat deshalb sofort reagiert: Wurden die Stadt beziehungsweise Stadtwerke angefragt? Wo und von wem soll der Busbahnhof eingerichtet werden? Wie soll der Verkehr durch den gerade verkehrsberuhigten Stadtteil Oos geleitet werden, falls der Bahnhofsvorplatz dafür angesteuert wird? Und: War diese Situation der Geschäftsleitung/der Stadt schon vor dem letzten Betriebsausschuss am letzten Donnerstag bekannt?, möchte er von Bürgermeister Alexander Uhlig, und Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Pahl wissen.

Grünen-Stadtrat Günter Seifermann hatte bereits 2013, nachdem der Personentransport in Europa liberalisiert worden war, die Stadt gebeten, sich für einen Fernbushaltepunkt in Baden-Baden einzusetzen. Er hatte aber von OB Wolfgang Gerstner zu hören bekommen, dass dem das Personenbeförderungsgesetz entgegenstünde. Gleiches erfuhr ein Jahr später SPD-Stadtrat Werner Schmoll.

Geschäft boomt

Zwischenzeitlich boomt das Geschäft mit den Fernbussen. Anfang August hatte die Deutsche Post ihre Aktivitäten an FlixBus verkauft. Im September kündigte die Deutsche Bahn ihren Ausstieg aus dem Fernbusgeschäft an. Fast zeitgleich teilte FlixBus mit, das eigene Liniennetz auszuweiten. Dem Unternehmen wird ein Gesamtanteil von über 80 Prozent am Fernbusgeschäft zugeschrieben. Das unternehmen hat 1 000 Mitarbeiter und verbindet rund 900 Ziele in 20 Ländern.