Das Wasserwerk Ottersdorf ist weiter von PFC bedroht.
Das Wasserwerk Ottersdorf ist weiter von PFC bedroht. | Foto: Collet

Möglicherweise Entwarnung für Rastatt

Fließt PFC an Wasserwerk vorbei?

Die Fahne mit dem Gift PFC fließt nach derzeitigen Erkenntnissen am Wasserwerk in Ottersdorf vorbei. Der Leiter der Baden-Badener Gewerbeaufsicht, Rudolf-Karl Teichmann, erklärte nach der Sitzung der PFC-Bewertungskommission, dass der unterquerte Riedkanal sowie die Baggerseen das aus einem Acker bei Sandweier stammende Gift einerseits aufnehmen und ableiten, andererseits in eine andere Richtung lenken. Unterdessen erklärte erster Landesbeamter Jörg Peter vom Rastatter Landratsamt, dass sowohl Erdbeeren und Spargel, als auch tierische Lebensmittel alle unbedenklich seien.
Wie Peter weiter erklärte, habe das Gutachterbüro Arcadis einen Handlungsplan erstellt, nach dem in vier von neun betroffenen Bereichen Detailuntersuchungen starten und bis zum Jahr 2021 abgeschlossen sein sollen. Der Gutachter habe insbesondere „keine Sofortmaßnahmen empfohlen“, so Peter.

400 Hektar Fläche derzeit betroffen

Von 650 Hektar untersuchten Flächen seien 400 Hektar mit PFC belastet. Die vier zunächst zu bearbeitenden Bereiche seien bei Sandweier, bei Steinbach und Weitenung, bei Förch und Haueneberstein sowie bei Sinzheim. Die Kosten müsse nach Meinung des Landkreises Rastatt und der Stadt Baden-Baden derjenige tragen, der mit PFC verseuchten Kompost verkauft habe. Dieser wehrt sich allerdings gerichtlich gegen die Beschuldigung – Peter hofft, dass dies in den nächsten Jahren geklärt wird, „um Rechtssicherheit zu haben“. Sollte der mutmaßliche „Störer“ nicht zur Kasse gebeten werden können, muss das Land einspringen. Bis jetzt haben Landkreis Rastatt und Stadt Baden-Baden je über 200 000 Euro investiert. Hinzu kommen über 500 000 Euro, die das Land für das Vorerntemonitoring der Lebensmittel sowie Feldversuche bis 2017 bezahlt – macht in der Summe über eine Million Euro, die das Gift PFC den Steuerzahler bis jetzt gekostet hat.
Baden-Badens Bürgermeister Michael Geggus betonte, dass es noch Jahre dauere, bis es zur Sanierung komme: „Das ist ein Marathonlauf, und wir sind erst am Beginn.“ Die Chefin des Landwirtschaftsamts im Rastatter Landratsamt, Andrea Stief, verwies darauf, dass die Landwirte Spargel und Erdbeeren nicht mehr auf belasteten Flächen anbauten. Dort werde Mais angebaut, der das PFC nicht aufnehme – oder die Flächen würden stillgelegt. Das Vorerntemonitoring werde fortgesetzt.