Frank Burkard erkärt im Redaktionsgespräch, was er in Kronau alles bewegen will. Der künftige Bürgermeister tritt sein Amt im September an.
Frank Burkard erkärt im Redaktionsgespräch, was er in Kronau alles bewegen will. Der künftige Bürgermeister tritt sein Amt im September an. | Foto: Heintzen

Missstimmung beigelegt?

Frank Burkard hat in Kronau viel vor

Frank Burkard ist viel unterwegs in diesen Tagen. Der 39-Jährige ist Gast bei Schulentlassungsfeiern, Besucher bei Vereinsfesten und immer wieder Gesprächspartner im Kronauer Rathaus. Dort wird ab dem nächsten Monat auch sein Arbeitsplatz sein; Anfang Juli hatte sich der Christdemokrat im zweiten Wahlgang um das Bürgermeisteramt in der 5 800-Einwohner-Gemeinde mit 55 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen seine Widersacher durchgesetzt. Am 20. September wird er als Nachfolger von Jürgen Heß, der nach insgesamt 40 Jahren in Diensten Kronaus in Ruhestand geht, vereidigt.

Vorgänger Heß führt den Neuen ein

„Ich bin schon sehr gut eingebunden“, betont Burkard und berichtet von einem „tollen Verhältnis“ zu Amtsinhaber Heß. In diesen Minuten sichtet der Diplomsoziologe mit Schwerpunkt Volkswirtschaft allerdings weder Akten bei seinem Noch-Arbeitgeber, der Metropolregion Rhein-Neckar, noch berät er mit seinem Parteifreund Heß die Aufgaben als Kronauer Schultes; Burkard sitzt in der Redaktion der Bruchsaler Rundschau und tippt mit dem Finger auf eine Agenda mit Themen, die er in absehbarer Zeit mit den Gemeinderäten, den Mitarbeitern in der Verwaltung und den Bürgern anpacken will. Die Palette reicht vom Kindergarten bis zum Seniorenheim.

Erstes Ausrufezeichen

„Alle“, sagt Burkard und verleiht seiner Stimme Nachdruck, „die in Kronau alt werden wollen, sollen auch im Ort bleiben können.“ Auf dem Platz hinter der Sparkasse wünscht sich der künftige Bürgermeister eine „Senioreneinrichtung der kurzen Wege“, für die noch ein Investor gesucht wird. Ein erstes Ausrufezeichen möchte der designierte Rathauschef im Oktober setzen.

 

Im Zuge des Filmfestival der Generationen wird in Kronau auch ein Streifen gezeigt, der sich mit „Chancen und Möglichkeiten, Gewinnen und Freiheiten des Alterns“ befasst. „Die Filme sollen Inhalte transportieren, die zur Anschlusskommunikation und zum Dialog mit dem Publikum einladen“, erläutert der Veranstalter. Neben der SPD haben CDU und Junge Union im Ort dem künftigen Schultes ihre Unterstützung bei dem Projekt einer Generationen-Initiative zugesichert.

Treffen mit seinem Konkurrenten Thorsten Moch

Für manchen Beobachter ist so viel parteiinterne und -übergreifende Harmonie nicht selbstverständlich, zumal vor den Urnengängen in Kronau ein erbitterter Wahlkampf geführt worden war. Der Gemeindeverband der Union hatte den späteren Sieger Burkard unterstützt, der Parteinachwuchs den unterlegenen Thorsten Moch.
„Ich bin wirklich guter Dinge“, antwortet Burkard auf die Frage, ob sich die Gräben zuschütten lassen werden, und ergänzt: „Ich habe mich mit Thorsten Moch zu einem guten Gespräch getroffen.“

In Kronau gibt es viel zu tun

Der 39-Jährige spricht ohnehin lieber über seine Pläne als über die Missstimmungen vor den Abstimmungen. Der Neubau des Kindergartens St. Franziskus müsse dringend „vorangetrieben werden“, fordert er. Nach seinen Vorstellungen soll an gleicher Stelle Raum für einen Neubau geschaffen werden, damit Kronau „alle erforderlichen Plätze zur Verfügung“ stellen könne.
Burkard blickt ein weiteres Mal auf seine Themenliste. Dort stehen beispielsweise auch die Stichwörter Grillhütte, Mehrzweckhalle, Gewerbegebiet Heidig Nord oder Lärmschutz an der Landesstraße 555. Er weiß, dass es viel zu tun gibt.