Die Tickets für den Hügel beim Fest 2017 sind vergriffen
Die Tickets für den Hügel beim Fest 2017 sind vergriffen | Foto: Hora

Karlsruhe: "Fest" zieht Bilanz

Happy-End durch Schocknachricht getrübt

„Wer hätte nach diesem Freitag gedacht, dass wir noch so ein Festival erleben würden?“ Auch am Tag nach dem Karlsruher Open-Air „Das Fest“ ist bei Geschäftsführer Martin Wacker noch die Mischung aus Überraschung und Erleichterung zu bemerken, mit der er bereits am späten Sonntagabend eine erste Bilanz gezogen hatte. Und diese Bilanz ist getragen von der Aussicht, die Umsatzeinbußen des wegen Regens vergleichsweise schwach besuchten Freitags durch den großen Publikumsandrang am Samstag und Sonntag auszugleichen.

Hoffnung auf schwarze Null

„Unser Team hat allein in der Nacht von Samstag auf Sonntag 240 Paletten Getränke frisch aufs Gelände gebracht – das entspricht acht 7,5-Tonnern“, so der Chef des Festivals, das größtenteils ohne Eintritt angeboten wird und sich daher über den Umsatz bei Speisen und Getränken finanziert. Mit 75000 Besuchern am Samstag und 90000 am Sonntag war das Festival auf eine Abschlusszahl von 229000 Besuchern (davon 118000 im ticketpflichtigen Hauptbühnenbereich) gekommen.
Wacker zeigte sich auch zufrieden mit dem Abschluss durch „Element of Crime“, deren melancholische Songs eher den Geschmack der älteren Besucher trafen – während ihres Auftritts wanderten viele junge „Fest“-Gänger, die zuvor die Newcomer „Milky Chance“ gefeiert hatten, allmählich ab. „Nachdem wir am Freitag und Samstag Partymusik auf der Bühne hatten, war das bewusst als Ausklang gedacht“, so Wacker.

Ansbach „wie ein Keulenschlag“

Dem friedlichen Ende folgte aber noch der Schock durch das Bombenattentat beim Musikfestival in Ansbach. „Das war wie ein Keulenschlag“, sagt Wacker. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass eine hundertprozentige Sicherheit im öffentlichen Raum nie zu garantieren sei – „aber was wir auf keinen Fall tun sollten, ist, uns aus Angst zu verkriechen. Dafür sind die Begegnungen, die so ein Festival ermöglicht, einfach zu wichtig.“