Straßburg hat sich herausgeputzt für Frankreichs größten Markt, die Braderie am Samstag. Doch Sicherheitsauflagen  dominieren zunehmend das öffentliche Leben.
Straßburg hat sich herausgeputzt für Frankreichs größten Markt, die Braderie am Samstag. Doch Sicherheitsauflagen dominieren zunehmend das öffentliche Leben. | Foto: löw

Kontrollen und Verkehrsverbote

Für mehr Sicherheit: Straßburg igelt sich ein

Die Bewohner der Straßburger Innenstadt werden sich am   Samstag an den Weihnachtsmarkt erinnert fühlen: Bereits am   Freitagabend wird die von der Ill umschlossene Innenstadt-Insel zur Fußgängerzone. Jeglicher motorisierte Verkehr ist von Freitag, 22 Uhr bis Samstag, 22 Uhr, untersagt. Radfahrer sind zugelassen, wenn sie ihr Gefährt schieben. An allen Brücken werden Zugangskontrollen stattfinden. 172 zusätzliche Polizeikräfte, die darauf spezialisiert sind, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, wurden aus dem Großraum Paris nach Straßburg beordert.

Trams und Busse bleiben draußen

Unter diesen verschärften Sicherheitsvorkehrungen, so hat Präfekt Stéphane Fratacci entschieden, kann Frankreichs größter Jahrmarkt, die Braderie, zum Abschluss des Sommerschlussverkaufs, am Samstag um 7.30 Uhr beginnen. Erreichbar wird die bis 19.30 Uhr andauernde Veranstaltung nur zu Fuß sein, weder Tramzüge noch Busse fahren in diesen 24 Stunden in der Innenstadt. Die Parkhäuser Gutenberg, Tanneurs, Kléber und Broglie bleiben geschlossen. Am Samstagabend fällt sogar die Münsterbeleuchtung aus.

Viele Händler wurden ausgeladen

Der Jahrmarkt wird in diesem Jahr kleiner ausfallen als gewohnt: Rund 80 fliegende Händler wurden ausgeladen, damit großzügige Gassen und Flächen für Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge frei gehalten werden können. Während die Straßburger Händlervereinigung bislang immer einen Stargast zur offiziellen Eröffnung der Braderie um 12 Uhr eingeladen hat, sind es in diesem Jahr deren drei: Zu Sänger Frédéric François, der 35 Millionen Alben verkauft hat, gesellen sich Derya, aus der Fernsehshow The Voice und Priscilla Betti, die im Wettbewerb „Dance avec les Stars“ (Tanze mit den Stars) im vergangenen Jahr bis ins Finale gekommen ist. Die Show findet aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen nicht auf dem Kleber-Platz statt, sondern auf dem Gutenberg-Platz.

Einschränkungen auch am Münster

Mit der Begründung, sowohl die Besucher als auch das Straßburger Münster als Weltkulturerbe besser schützen zu wollen, hat der Präfekt die Sicherheitsmaßnahmen auch für Straßburgs wichtigste Touristenattraktion weiter verschärft. Dazu gehört, dass die Öffnungszeiten der Kathedrale vom 1. August an reduziert werden. Ausgerechnet im Hauptferienmonat   ist das Münster morgens nur noch von 9.30 Uhr bis 11.15 Uhr geöffnet. Von 11.30 Uhr bis 12.40 Uhr ist die Kathedrale erneut zugänglich; in dieser Zeit können sich die Besucher die Vorführung der berühmten astronomischen Uhr anschauen. An den Nachmittagen kann das Münster von 14 bis 18 Uhr besucht werden.  Einschränkungen gibt es auch bei den Gottesdiensten.

Taschenchecks sind obligatorisch

Wer das Münster betritt, muss sich einer Taschenkontrolle unterziehen. Große Taschen und Rucksäcke sind ebenso wenig erlaubt wie Hüte bei Männern. Teile des Münsters bleiben grundsätzlich geschlossen.