Leidenschaftlicher Oldtimer-Fan: Marc Culas organisiert das Oldtimer-Meeting Baden-Baden. Das Freilichtmuseum der Automobilgeschichte besteht 2016 seit 40 Jahren.
Leidenschaftlicher Oldtimer-Fan: Marc Culas organisiert das Oldtimer-Meeting Baden-Baden. Das Freilichtmuseum der Automobilgeschichte besteht 2016 seit 40 Jahren. | Foto: pr

Oldtimer-Meeting Baden-Baden

VW-Feuerwehrkäfer kehrt zurück

Das Oldtimer-Meeting Baden-Baden feiert sein 40-jähriges Bestehen. Vom 8. bis 10. Juli 2016 verwandelt der Kurpark der Bäderstadt sich wieder in ein Freilichtmuseum der Automobilgeschichte. Rund 350 Klassiker von der Luxus-Limousine bis zum kleinen Schnauferl sind bei dem größten Oldtimer-Treffen in Deutschland vertreten. Passend zum 40-jährigen Bestehen gibt es eine Sonderschau zu 40 Jahren VW Golf GTI. Unser Redaktionsmitglied Michael Rudolphi sprach im Vorfeld des Meetings mit Organisator Marc Culas.

  • Herr Culas, vier Jahrzehnte Oldtimer-Meeting in Baden-Baden. Hätten Ihr Vater, der es vor 40 Jahren gründete, und Sie sich das jemals erträumen lassen?

Culas: Mein Vater startete damals mit 35 Autos und etwa 1 800 Besuchern. Das war eine Zusammenkunft von eingefleischten Oldtimer-Liebhabern, allerdings ohne große Publikumswirkung. Doch bereits fünf Jahre später reisten mehr als 100 Oldtimer nach Baden-Baden. Danach entwickelte sich das Meeting sehr dynamisch. Seit vielen Jahren sind alle 350 Teilnehmerplätze rasch belegt und bei gutem Wetter erfreuen sich mehr als 2 000 Besucher an den Oldtimerschätzen im Kurpark.

Beliebtes Fotomotiv: Viele Besucher bestaunen beim Oldtimer-Meeting die Fahrzeugklassiker.
Beliebtes Fotomotiv: Viele Besucher bestaunen beim Oldtimer-Meeting die Fahrzeugklassiker. | Foto: Uli Deck
  • Ist das Oldtimer-Meeting inzwischen ein Selbstläufer?

Culas: Das würde ich so nicht sagen. Wir erhalten jedes Jahr zwar rund 600 Anfragen. Zudem sprechen wir jedes Jahr Oldtimersammler gezielt an, weil wir bei jedem Meeting unseren Besuchern neue Fahrzeuge zeigen wollen.

  • Wie kommen Sie an diese Menschen ran?

Culas: Zum einen durch Mund-zu-Mund-Propaganda, aber auch durch intensive Netzwerkarbeit. Zudem sind wir regelmäßig auf Fachmessen etwa in Friedrichshafen, Stuttgart und Essen vertreten. Dort trifft sich die Oldtimer-Szene und wir können Kontakte knüpfen. Unser Ziel ist es, auch Oldtimer zu präsentieren, die sonst unbemerkt von der Öffentlichkeit in Garagen oder Museen stehen bleiben würden.

  • Da steckt also eine ganze Menge Arbeit dahinter.

Culas: Ja, nach dem Meeting ist vor dem Meeting. Wir werden noch im Juli mit den Vorbereitungen für das Oldtimer-Meeting 2017 starten.

  • Nach dem Tod Ihres Vaters haben Sie die Organisation des Oldtimer-Meetings übernommen. Gab es bei Ihnen schon immer eine große Leidenschaft für Oldtimer?

Culas: Ich bin mit der Veranstaltung groß geworden. Alte Autos sind einfach interessanter als moderne Fahrzeuge, die sich doch immer mehr ähneln. Die große Vielfalt an Formen und Design bei Oldtimer begeistern. Und ich freue mich, dass meine Frau und meine beiden kleinen Kinder diese Leidenschaft teilen.

  • Erwartet die Besucher des Meetings in diesem Jahr etwas Besonderes?

Culas: Gleich zwei Jubiläen werden in Baden-Baden gefeiert: 40 Jahre Oldtimer-Meeting und 40 Jahre Golf GTI – das sind 40 Jahre Fahrspaß und jede Menge Leidenschaft für das Automobil. Die Besucher dürfen sich auf eine Sonderschau mit 40 VW Golf GTI freuen. Natürlich werden auch die ersten VW Käfer und die sympathischen Bullis zu sehen sein.

  • Und warten Sie mit etwas Kuriosem auf?

Culas: In der Tat. Ein Sammler aus Norddeutschland besitzt einen VW-Brezelkäfer, der nach dem Krieg rund 25 Jahre als Feuerwehrauto in Baden-Baden im Einsatz war. Das Fahrzeug war früher in französischem Besitz und kam erst 2015 nach Deutschland. Nun kehrt dieser Wagen zu seinen Wurzeln nach Baden-Baden zurück. Beim Meeting zeigen wir den Wagen im Originalzustand, das heißt, er ist nicht restauriert.

 Von der Luxus-Karosse bis zum kleinen Schnauferl: Die Teilnehmer am Oldtimer-Meeting decken ein breites Spektrum ab.
Von der Luxus-Karosse bis zum kleinen Schnauferl: Die Teilnehmer am Oldtimer-Meeting decken ein breites Spektrum ab. | Foto: Uli Deck
  • Kommen denn viele Oldtimer-Besitzer regelmäßig nach Baden-Baden?

Culas: Ja, das ist ein großer Teil. Wer einmal dabei war und dieses besondere Flair erlebt hat, möchte immer wieder kommen. Es gibt einen Teilnehmer, der seit 40 Jahren dabei ist: Peter Seeger aus Freudenstadt zeigt jedes Jahr seinen Peugeot aus den 20er-Jahren mit einer Tür und Schwiegermuttersitz. Ihn wollen wir diesmal besonders ehren.

  • Am Konzept hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel geändert. Hat es sich bewährt?

Culas: Im Vordergrund stehen natürlich die Fahrzeuge und die Teilnehmer. Das Programm muss dazu passen. Wir wollen ein lebendiges Freilichtmuseum zeigen. Das Konzept bleibt im Großen und Ganzen. Dazu gehören beispielsweise die Ausfahrten in den Schwarzwald und ins Elsass sowie das Programm im Kurgarten mit Musik und Modenschau. Das ändern wir nur in Nuancen. Wie die jedes Jahr steigenden Teilnehmer- und Besucherzahlen zeigen, ist es offenbar ein Erfolgsrezept.

  • Ein Blick in die Zukunft: Der zweijährige Umbau des Leopoldsplatzes steht an. In dieser Zeit fahren die Busse durch die Kaiserallee. Wie wirkt sich das auf das Oldtimer-Meeting aus?

Culas: Die gute Nachricht: Es wird auch in den nächsten beiden Jahren Meetings geben. Wir sind mit der Stadtverwaltung im Gespräch, um eine gute Lösung zu finden. Es gibt mehrere Optionen, die jedoch noch nicht spruchreif sind. Eins ist aber schon klar: Das Oldtimer-Meeting wird weiter in der Innenstadt stattfinden.