Von Grund auf saniert wurde der Friedrichsbrunnen in der Gondelsheimer Ortsmitte. Bürgermeister Markus Rupp (links) und Ortshistoriker Heinz Rätz zeigen sich zufrieden mit dem Ergebnis der Sanierung.
Von Grund auf saniert wurde der Friedrichsbrunnen in der Gondelsheimer Ortsmitte. Bürgermeister Markus Rupp (links) und Ortshistoriker Heinz Rätz zeigen sich zufrieden mit dem Ergebnis der Sanierung. | Foto: BNN

Steinmetz führte Sanierung aus

Gondelsheimer Friedrichsbrunnen in neuem Glanz

113 Jahre hat der kleine Brunnen in Gondelsheim zwischenzeitlich auf dem sandsteinernen Buckel und teilte bis vor Kurzem das Schicksal, von so vielem was heimlich, still und leise alt geworden war. Denn obwohl er bereits seit 1965 an seiner jetzigen Position im Herzen Gondelsheims – an der Ecke Bahnhofstraße und Brettener Straße – steht, fand der Brunnen kaum noch große Beachtung. Das wird sich wohl ändern. Der Brunnen macht nach einer gründlichen Überarbeitung in einer Fachwerkstatt jetzt wieder etwas her.

Brunnen fand kaum noch Beachtung

„Mittendrin und doch nicht mehr Teil des Ganzen – ein trauriges Schicksal für eine Institution, die dem Dorf einst über schwierige Zeiten hinweg geholfen hat. Denn in jener Zeit als das 20. das 19. Jahrhundert ablöste, gab es noch keine reguläre Trinkwasser-Versorgung auf den Dörfern. Die Menschen gruben sich eigene Brunnen, welche aber selten tief genug waren und häufig nur Wasser schlechter Qualität förderten. In der Folge breiteten sich Krankheiten in Windeseile aus und die Kindersterblichkeit erreichte kaum noch vorstellbare Ausmaße“, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde zur Rückkehr des Brunnens an seinen Standort in der Ortsmitte.

Name wurde von Großherzog entliehen

Dies alles änderte sich in Gondelsheim als um 1903 das Dorf an die zentralen Wasserleitungen angeschlossen wurde. Anlässlich dieser damals großen Errungenschaft, welche heute selbstverständlich erscheint, wurde der Friedrichsbrunnen im gleichen Jahr am Brunnenberg bei der Einmündung in die Bruchsaler Straße errichtet und förderte fortan sauberes Trinkwasser aus den Quellen im nahen Gewann „Bruch“. Sein Name wurde vom damaligen Großherzog Friedrich entliehen.

Umzug an heutigen Standort

Gondelsheim erlebte im zurückliegenden Jahrhundert einen andauernden Aufschwung. Die Gemeinde wuchs und neue Häuser schossen aus dem Boden. Als zunehmend auch die einfachen Straßen und Wege für den Automobil-Verkehr erschlossen wurden, war der alte Friedrichsbrunnen irgendwann einfach im Weg. Also beschloss die Gemeinde, ihn an seiner alten Position abzubauen und direkt an der Ecke des Marktplatzes, dort wo Bahnhofsstraße und Brettener Straße aufeinandertreffen, wieder aufzurichten. Dort geriet der Brunnen schließlich in Vergessenheit, schlummerte Jahrzehnte vor sich hin und verwitterte langsam. Einige Ausbesserungen, die in den Jahren an verschiedenen Stellen vorgenommen wurden, waren eher kosmetischer Natur.

Ortshistoriker setzte sich für Restaurierung ein

Doch in diesem Jahr erlebt der alte Friedrichsbrunnen schließlich seinen zweiten Frühling. Im Frühjahr entschloss sich der Gemeinderat nach einer Initiative des Gondelsheimers Ortshistorikers Heinz Rätz, diesem traurigen Anblick ein Ende zu setzen. Der Brunnen sollte von Grund auf saniert werden. So beauftragte die Gemeinde einen Steinmetz mit der Restaurierung des historischen Kleinodes.

Gemeinde gestaltete Umfeld neu

Zwischenzeitlich ist der Steinmetz fertig, und der Brunnen erstrahlt wieder in neuem Glanz. Die kleine Wiese hinter dem Brunnen pachtete die Gemeinde inzwischen, ein schon länger gehegter Wunsch, und gestaltete die Wiese ansprechend.