DIE BÜRDE DER WÜRDE symbolisiert die beim Gemeindezusammenschluss neu geschaffene Amtskette, die Karl-Heinz Kling (links) Bürgermeister Eheim umhängte. Wolfgang Bauer (rechts) nahm dem neuen Gemeindeoberhaupt den Amtseid ab.
DIE BÜRDE DER WÜRDE symbolisiert die beim Gemeindezusammenschluss neu geschaffene Amtskette, die Karl-Heinz Kling (links) Bürgermeister Eheim umhängte. Wolfgang Bauer (rechts) nahm dem neuen Gemeindeoberhaupt den Amtseid ab. | Foto: Rudolf Gamer

Eheim leistet seinen Amtseid

Graben-Neudorfer Bürgermeister jetzt auch offiziell im Amt

Würde und Bürde gleichermaßen symbolisiert die schwere Kette, deren Glieder die Bürger und deren Verbindung das Gemeindewappen darstellt. Karl-Heinz Kling, erster Stellvertreter des Bürgermeisters in Graben-Neudorf, hängt Christian Eheim, dem neuen Gemeindeoberhaupt, diese Kette um: Jetzt ist er „richtig“ Bürgermeister. Obwohl er schon seit zwei Wochen an seinem Schreibtisch sitzt.

Aufgabe verlangt sehr viel

In einer „ganz normalen“ Gemeinderatssitzung ist Eheim am Montagabend verpflichtet und vereidigt worden. 168 Stunden in der Woche an 365, manchmal 366 Tagen im Jahr sei er im Dienst, Erholung finde er bei Festen von Vereinen und Organisationen, gibt ihm Kling zu verstehen. Die Aufgabe des Bürgermeisters werde ihm alles abverlangen, auch als Ansprechpartner für die Bürger in allen Fragen, auf die er immer eine Antwort haben müsse. Aber: Bürgermeister, Gemeinderat, Verwaltung und Bürger könnten gemeinsam alle Aufgaben erfüllen, um das Beste für die Gemeinde zu erreichen.

Es lohnt sich, für Graben-Neudorf zu arbeiten.

Auf die lange, endlich beendete Vakanz hebt Wolfgang Bauer ab, als er Christian Eheim den Amtseid abnimmt. Eheim sei gut vorbereitet, bringe die Fähigkeiten für sein Amt mit und zeichne sich durch großes Interesse am Wohl der Bürger und am Nutzen für die Gemeinde aus: „Es lohnt sich, für eine Gemeinde wie Graben-Neudorf zu arbeiten.“

Spargel und Hight-Tech

Noch immer sei er überwältigt vom großen Vertrauen, das ihm die Bürger entgegen bringen, sagt Eheim. Als „Bürgermeister für alle“ wolle er mit allen zusammen die Zukunft der Gemeinde gestalten. Er erinnert an den Aufschwung, den die Gemeinde von der ehemals landwirtschaftlichen Prägung zum heutigen Industrie- und Gewerbestandort gemacht habe: „Graben-Neudorf ist Spargel und High-Tech.“ Und: „Graben-Neudorf ist mehr als die Summe der beiden Orte.“ Er übernehme ein, von seinen beiden Vorgängern Werner Juchler und Hans Reinwald, „gut bestelltes Haus“.

Die besten Tageunserer Gemeinde liegen noch vor uns

Beide hätten die Voraussetzungen geschaffen, mutig und zuversichtlich in die Zukunft gehen zu können, hebt der 34-Jährige hervor. Ausbau des digitalen Netzes, Pflege der Infrastruktur, Ausbau der Kinderbetreuung, Lösen der demographischen Fragen, Endausbau der „Neuen Mitte“ nennt er als Aufgaben. Über allem stehen für ihn Zusammenhalt und Menschlichkeit. „Die besten Tage unserer Gemeinde liegen noch vor uns“, ist sich Eheim sicher.
Landrat Christoph Schnaudigel bedauert in seinem Glückwunsch an Eheim unter anderem, dass die Wahlbeteiligung ziemlich schwach gewesen ist, dass die Möglichkeit, sich an der Politik für die Gemeinde zu beteiligen, die Menschen nicht stärker anspricht. Und er stellt die Parallele zwischen Juchler, Reinwald und Eheim heraus: Alle haben ihr Amt mit 34 Jahren angetreten.

Es allen recht zu machen, ist unmöglich

André Mayer, Mitglied des Gemeinderats, erläutert, warum gerade das Gremium in Graben-Neudorf ein besonderes sei: Häufige Sitzungen, weil viel bewegt werde, Diskussionsfreudigkeit, bis jeder seine Meinung kundgetan habe, und überwiegend mehrheitliche, oft einmütige Beschlüsse. Sarina Pfründer, Bürgermeisterin in Sulzfeld und stellvertretende Sprecherin der Vereinigung der Bürgermeister im Landkreis, hebt darauf ab, wie schwierig es für ein Gemeindeoberhaupt ist, es richtig zu machen. Dies allen zu bieten, gelinge nie. Denn kein Mensch sei fehlerfrei. Sie zitiert aus einem „Idealbild eines Bürgermeisters“: Eigentlich kann er es immer nur falsch machen, lautet die knappe Quintessenz.
Sind das nicht tolle Voraussetzungen für den Neuling im Amt? Da helfen zweifellos nur Mut – und Zuversicht.