Kein Jagdglück: Die Flinten blieben fast ausnahmslos stumm und kalt bei der großen Drückjagd über die Gemarkungsgrenzen von Karlsbad, Waldbronn und Marxzell hinweg am vergangenen Wochenende.
Kein Jagdglück: Die Flinten blieben fast ausnahmslos stumm und kalt bei der großen Drückjagd über die Gemarkungsgrenzen von Karlsbad, Waldbronn und Marxzell hinweg am vergangenen Wochenende. | Foto: Bernd Wüstneck

Schuss geht nach hinten los

Große angelegte Drückjagd wird zum Fehlschlag

Von Gustl Weber

„Der starke Dauerregen hat uns ganz offensichtlich heute einen Strich durch die Rechnung gemacht. Gerade mal ein Reh konnte erlegt werden – im Waldbereich von Pfaffenrot.“ Das erklärten die beiden Mitorganisatoren der bisher größten Drückjagd im Raum Karlsbad, Waldbronn und Marxzell, Wolfgang Schlittenhardt aus Spielberg und Volker Göring (Ittersbach). „Das Ergebnis ist für mich schon fast ein Novum“, so Hajo Müller, erfahrener Jäger aus Eggenstein und Mitverantwortlicher der Jagdschule Hardt. „Bei dieser Fläche und bei diesem Personaleinsatz wäre ich von 20 bis 30 Tieren ausgegangen, die jetzt hier auf dem Gelände der Baumschule Jansen vor uns zum Aufbruch auf der Strecke liegen.“

Das ist fast ein Novum

Als deutliches Defizit neben dem starken Dauerregen, bei dem erfahrungsgemäß die Tiere kaum zu bewegen sind und in ihrem Dickicht bleiben, nennt Müller den sehr späten Laubfall in den dichten Wäldern. So erschwerte das noch zum Teil stark erhaltene Blattwerk ganz erheblich die Sicht. Hajo Müller war als Vertreter der „Jagdschule Hardt“ – eine private Schule zur Jägernachwuchsausbildung –, mit acht Schülern an der Drückjagd beteiligt. Sie konnten hier auf ihrem Weg zum reviertauglichen Jäger als Treiber Erfahrungen sammeln.

Hund wird angefahren

Bejagt wurde am Samstagvormittag in den Waldbereichen bei Ittersbach, Spielberg, Pfaffenrot und Etzenrot ein Gesamtareal von immerhin rund 1 500 Hektar. Dabei waren laut den Organisatoren bei der ersten gemeinsamen Aktion der Jagdpächter aus Karlsbad, Waldbronn und Marxzell immerhin rund 150 Jäger und Treiber, unterstützt durch zahlreiche Hunde, im Einsatz. Ziel war es, die kontinuierlich steigenden Bestände an Schwarzwild (Wildschweine), das immer wieder für deutliche Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen sorgt, zu reduzieren. Bei dem ebenfalls relativ hohen Bestand an Rotwild (Rehe) geht es um zunehmende Verbissschäden auf den großflächigen Nachpflanzungen von jungen Nadelbäumen und Eichen.
Drückjagden finden im Winterhalbjahr und nur bei Tageslicht statt. Dabei haben die Treiber, wie es der Name schon sagt, die Aufgabe, das Wild in Bewegung zu bringen, um den Jägern dann die Schussziele zu bieten. Letztlich war auf dem sogenannten „Streckenplatz“ zum Abschluss der Aktion gerade unter den Organisatoren doch Enttäuschung und Ernüchterung zu erkennen. Hat man doch laut dem passionierten Jagdpächter Wolfgang Schlittenhardt aus Spielberg im gesamten bejagten Bereich in den vergangenen Wochen mit erheblichen Aufwand teilweise die Hochsitze entsprechend gerichtet. Verärgerung herrschte indes über einige Autofahrer. Sie haben die lange angekündigten und gut ausgeschilderten Straßensperrungen letztlich einfach ignoriert. Zu allem Unglück wurde dabei noch ein Treiberhund angefahren.

Weitere Drückjagd geplant

Trotz des unbefriedigenden Gesamtergebnisses sprach Karlsbads Bürgermeister von einer beispielhaften Gemeinschaftsaktion der Jagdpächter über die Gemeindegrenzen hinweg.
Nordöstlich des jetzt bejagten Waldgebiets soll Ende November in einer weiteren gemeinsamen Aktion in Form einer Drückjagd der Jagdpächter aus Karlsbad, Waldbronn und zusätzlich Keltern-Weiler mehr Erfolg bringen.