Richard Wagner: Die Walküre / Konzertante Aufführung mit Stuart Skelton und Eva-Maria Westbroek, zwischen ihnen Valery Gergiev/ Mariinsky Orchester St Petersburg; Sommerfestspiele Baden-Baden 2016/ 7. Juli 2016/ Festspielhaus Baden-Baden
Richard Wagner: Die Walküre / Konzertante Aufführung mit Stuart Skelton und Eva-Maria Westbroek, zwischen ihnen Valery Gergiev/ Mariinsky Orchester St Petersburg; Sommerfestspiele Baden-Baden 2016/ 7. Juli 2016/ Festspielhaus Baden-Baden | Foto: Kremper

Mehr als ein Kaufmann-Ersatz

Großer Abend im Festspielhaus Baden-Baden

Jetzt hat es auch das Festspielhaus erwischt. In Bayreuth lief der Dirigent davon, in Baden-Baden fiel der Tenor aus. Es sollte einer der Höhepunkt im Opern-Festspielsommer werden. Fünf Jahre hat Jonas Kaufmann seit seinem New Yorker Rollendebüt 2011 als Siegmund Kraft gesammelt, bis er sich als Wälsungen-Spross erstmals seinem deutschen Publikum präsentieren wollte. Was zur Sensation werden sollte, wurde – zumindest am ersten der beiden Abende – von der Absage des Tenors überschattet. Gerade noch rechtzeitig, während sich das Publikum schon im Foyer versammelte, traf Stuart Skelton aus London ein und rettete den Abend. Das ist er schon gewohnt, hatte er doch bereits nach Kaufmanns Absage 2012 einige von dessen „Walküren“-Aufführungen an der Met übernommen. Der Australier mit dem Aussehen eines nordischen Hünen war weit mehr als nur der Retter in der Not, sondern – so Festspielchef Andreas Mölich-Zebhauser – „der neben Jonas Kaufmann beste Siegmund“, der gleich mit seinen ersten Einsätzen die runde Üppigkeit seines in allen Lagen klaren Tenors ausspielte. Wie sich der Abend insgesamt gestaltete, ist in der Samstagausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten in einem Beitrag von Nikolaus Schmidt zu lesen. Übrigens: Am Sonntag soll Jonas Kaufmann wieder so weit hergestellt sein, dass er den Siegmund im Festspielhaus Baden-Baden singen kann.