Aus einem Guss: Nach der mehrjährigen Sanierung und dem Umbau sowie der Neugestaltung der Fassade wirkt das Kongresshaus Baden-Baden jetzt wie eine Einheit.
Aus einem Guss: Nach der mehrjährigen Sanierung und dem Umbau sowie der Neugestaltung der Fassade wirkt das Kongresshaus Baden-Baden jetzt wie eine Einheit. | Foto: Rudolphi

Kongresshaus Baden-Baden

Das Gebäude ist jetzt aus einem Guss

Was für ein Endspurt: Die letzten Arbeiten im Kongresshaus liefen auf Hochtouren. „Wir sind im Finish“, sagt Alexander Wieland, Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadtentwicklung und Stadterneuerung (GSE), die den Umbau und die Sanierung federführend betreut. Nach der gut neunwöchigen Bauphase ist am Freitag, 2. September, die Übergabe vorgesehen. In der zweiten Septemberwoche steht bereits der erste Kongress nach der Sommerpause im inzwischen komplett runderneuerten Haus am Augustaplatz an. Bodenleger und Elektriker mussten in den vergangenen Tagen nochmals mächtig ranklotzen, um termingerecht fertig zu werden.
Nach Abschluss dieses Großprojekts ist für den GSE-Geschäftsführer erst einmal Durchatmen angesagt. „Das war unsere bisher längste und schwierigste Baustelle“, sagt Wieland mit Blick darauf, dass sich die Sanierung über mehrere Jahre erstreckt hat. Die Schwierigkeit: Die Arbeiten durften immer nur in den Sommerferien laufen, um den Kongressbetrieb nicht zu beeinträchtigen. „Die größte Herausforderung war, dass wir jedes Mal fast wieder neu beginnen mussten“, betont der GSE-Chef.

Investition von 18,1 Millionen Euro

Etwa 18,1 Millionen Euro, von denen das Land die Hälfte übernimmt, sind in den Umbau geflossen. Die Schwerpunkte waren vor allem, das Gebäude beim Brandschutz auf den neuesten Stand zu bringen und die Fassade energetisch zu sanieren und neu zu gestalten. Los ging’s 2011 mit dem Anbau zur Lichtentaler Allee hin, um mehr Ausstellungsfläche zu gewinnen. Dann erhielt das Gebäude sukzessive eine neue Fassade. Parallel erfolgte in einzelnen Bauabschnitten die Sanierung im Inneren.

In den zurückliegenden Wochen konzentrierten sich die Arbeiten vor allem auf das zweite Obergeschoss. Es erhielt eine neue, abgehängte Decke mit einer Fläche von rund 1 200 Quadratmetern. Im Dach sind mittlerweile sechs Rauch- und Wärmeabzugsanlagen eingebaut. Eine Hochdruck-Wassernebel-Löschanlage verbessert den Brandschutz. Zudem gab es eine neue Elektro- und Lüftungsinstallation.

Der letzte Schliff: Die Parkettleger bringen den Fußboden im zweiten Obergeschoss auf Hochglanz. 02.09.2106
Der letzte Schliff: Die Parkettleger bringen den Fußboden im zweiten Obergeschoss auf Hochglanz. | Foto: Rudolphi

Ein Clou, der im ursprünglichen Umbaukonzept gar nicht vorgesehen war, ist Wieland zufolge beim Innenausbau gelungen: Zwei mobile Trennwände ermöglichen es künftig, das Foyer zu einem dritten Konferenzsaal mit 200 Sitzplätzen abzutrennen. „Damit schaffen wir eine zusätzliche Ausstellungsfläche“, erläutert Andreas Kübler, technischer Leiter des Kongresshauses. Der diesjährige Bauabschnitt schlägt mit rund 1,6 Millionen Euro zu Buche.

Baukörper verschmelzen zu einer Einheit

So ganz fertig ist das Kongresshaus aber noch nicht. Wieland zufolge sind noch einige kleinere Vorhaben erforderlich, die jedoch im laufenden Kongressbetrieb zu erledigen seien. Zuvor müsse der Gemeinderat diese Projekte bewilligen.

Der GSE-Geschäftsführer ist mächtig stolz auf das bisherige Ergebnis: „Es ist ein tolles Haus geworden und inzwischen fast nicht mehr vorstellbar, wie es vorher war.“ Mit dem gestalterischen Entwurf sei es gelungen, die einzelnen Baukörper zu einer Einheit zu verschmelzen, so dass sich das Kongresshaus nun aus einem Guss präsentiere. Die hohen Investitionen hätten sich gelohnt, da das Haus nun zukunftsfähig sei. Auch die Veranstalter wissen das offenbar zu schätzen. „Wir erhalten nur 100 Prozent positive Reaktionen“, bekräftigt der technische Leiter Andreas Kübler.