Zum Tourismusgipfel kam Minister Guido Wolf  (rechts) nach Bad Herrenalb.
Zum Tourismusgipfel kam Minister Guido Wolf (rechts) nach Bad Herrenalb. | Foto: Birgit Graeff-Rau

Tourismusgipfel in Herrenalb

Guido Wolf gestern im Gartenschauhaus

Der für den Tourismus zuständige Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf, hat am Montag, 1. August, am Calwer Tourismusgipfel im Gartenschauhaus von Bad Herrenalb teilgenommen. In Bad Herrenalb (Landkreis Calw) ist vom 13. Mai 2017 bis 10. September 2017 die Gartenschau. Der Calwer CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Blenke begrüßte den Minister zusammen mit Bürgermeister Norbert Mai in der Kurstadt. Wolf betonte die Bedeutung des Tourismus für Baden-Württemberg: „2015 haben wir die 50 Millionen Übernachtungen pro Jahr deutlich überschritten. Der Tourismus in Baden-Württemberg ist ein Wirtschafts-, Standort- und Imagefaktor von enormem Gewicht.“
Nach einer aktuellen Studie sorge der Tourismus in Baden-Württemberg für circa 326 500 Vollarbeitsplätze. Minister Wolf sagte dazu: „Auch wenn man das in Zeiten, in denen die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung in Baden-Württemberg gut ist, vielleicht leicht übersieht: Das sind mehr Arbeitsplätze als Beschäftigte in der Automobilindustrie in Baden-Württemberg tätig sind.“
Anschließend machte Bürgermeister Norbert Mai den Gästen mit seinem Kurzvortrag „Das blaue Band der Alb“ bereits Lust auf die Gartenschau. Er lud den Minister zu einem ersten Rundgang über das Gartenschaugelände ein. Der Begriff „Schwarzwald“ sei die größte Marke im Land, so Wolf, in seinem Referat weiter, die es hinaus zu tragen gelte und die noch große Potenziale in sich berge. „Kirchturmpolitik hat dabei allerdings keinen Platz, vielmehr ist die Bildung von Destinationen in der Region der richtige Weg.“ In der Landespolitik habe man sich für diese Legislaturperiode die Weiterentwicklung der Bäder- und Kurorte ins Programm geschrieben.

Mehr Geld für Thermalbäder?

Weiter gelte es bei der Fortschreibung des Tourismusstrategiepapiers die Erfordernisse des demografischen Wandels und die Digitalisierung stärker mit einzubeziehen. „Tourismus lebt gleichermaßen von der Landschaft wie von herausragenden Einrichtungen“, so Minister Wolf. Es gelte, weiter Marken zu setzen, mit denen man das Profil der Region schärfe. Bei ersten Vor-Ort-Einblicken in die Tourismusbranche habe man Probleme in der Hotellerie und Gastronomie an ihn heran getragen. „Es gibt in vielen Betrieben Investitionsstaus, es fehlen Köche und Hotelbetreiber“, so der Tourismusminister.
Das Problem einiger Orte im Landkreis, die Thermalbäder unterhalten, brachte Christian Romoser ins Gespräch. „Aus eigenen Haushaltsmitteln ist es vielen nicht möglich, in diese Einrichtungen zu investieren, damit sie mit ihren Angeboten auf der Höhe der Zeit bleiben“, so Romoser. Diese Kommunen benötigten mehr finanzielle Förderung, damit sie in der Tourismusstrategie der Region mitziehen könnten.