Raumstation ISS
Dreht ihre Runden im Weltall: Raumstation ISS | Foto: pr

Hallo ISS! Hier Bruchsal!

Schule funkt Raumstation an

Von Martin Stock

ET telefoniert nicht nach Hause, dafür aber das Bruchsaler JKG mit dem Weltraum: Monatelang haben sich die Schüler des Justus-Knecht-Gymnasiums für den „Erstkontakt“  vorbereitet – heute ist es nun soweit. Am Vormittag eine Verbindung mit der internationalen Raumstation ISS stehen. Eine Generalprobe gibt es nicht, erklären die Beteiligten, sondern „nur den Moment des Funkkontakts“.

Die aufwendige Vorbereitungszeit für den Funkkontakt des Gymnasiums in Bruchsal mit der Raumstation ISS geht nun zu Ende. Genau ab 10.33 Uhr soll der Kontakt für etwa zehn Minuten möglich sein. Schon zwei Stunden früher treffen sich die Schüler mit Interessierten, stellen in Kurzreferaten und einem Vortrag die ISS vor und erläutern technische Details für die Verbindung.

NASA bestätigt ISS-Kontakt für 1. Juli

Zur Vorbereitung und Durchführung des Funkkontaktes hatte sich bereits 2015 die Arbeitsgruppe ARISS formiert um Lehrerin Barbara Umlauf und Lernbegleiter Alois Hirsch, Vorsitzender des Bruchsaler Amateurfunkclubs DARC, sowie Jörg Hennig. Zusammen mit dem DARC hatte man sich um die Möglichkeit eines Funkkontaktes mit der ISS bemüht.

„Besondere Lernleistung“ bei der Abiturprüfung

Bereits am 13. Januar kam die Mitteilung, dass der Kontakt zwischen dem 27. Juni und dem 3. Juli möglich sein sollte, was nun auf den 1. Juli konkretisiert wurde. Sieben Schülerinnen und Schüler und eine Lehrkraft haben für den Funkkontakt die Amateurfunklizenz erworben. Nachmittags und an Wochenenden haben sie gearbeitet und gebüffelt für die entsprechenden Prüfungen; insgesamt 70 Stunden lang. Dies konnten sich die Schüler als „besondere Lernleistung“ bei der Abiturprüfung anrechnen lassen.

Parabolantenne auf dem Parkdeck

Die besondere Herausforderung beim Kontakt mit der ISS besteht darin, dass sowohl eine Sprechverbindung aufgebaut wird als auch ein Livestream, bei dem man die Astronauten sehen kann. Dazu ist eine eigene nachführbare Parabolantenne notwendig. Aufgrund der abgeschirmten Lage des JKG hat man das neue SEW-Parkhaus in der Fritz-Erler-Straße als alternativen Standort gewählt. Von dort aus kommen dann die Bildsignale drahtlos ins JKG. Via Internet können auch die Partnerschulen des JKG in anderen Ländern den Kontakt live miterleben.

Alles vorbereitet „für Tag X“

Für den kurzen Zeitraum des Funkkontaktes hat sich die Arbeitsgruppe schon im Voraus Fragen überlegt, die sie über die NASA an die Astronauten geschickt hat, für einen reibungslosen Gesprächsverlauf. In der Aula des JKG wird es für die Übertragung mehrere Leinwände geben, um den Flug der ISS zu verfolgen, die Gesprächspartner im All zu sehen und Daten zu präsentieren. Für die öffentliche Veranstaltung ist eine Anmeldung notwendig. Für den „Tag X“ sei alles vorbereitet, doch vor Überraschungen sei man dabei nie sicher, heißt es aus der Arbeitsgruppe ARISS: „Es gibt keine Generalprobe, es gibt nur den Moment des Funkkontaktes.“