Das Helmsheimer Trinkwasser ist derzeit nicht zum Verzehr geeignet. Und zwar nicht nur an diesem Brunnen, sondern in jedem Haushalt
Das Helmsheimer Trinkwasser ist derzeit nicht zum Verzehr geeignet. Und zwar nicht nur an diesem Brunnen, sondern in jedem Haushalt | Foto: Heintzen

Das Gesundheitsamt warnt

Helmsheim: E.-Coli-Bakterien im Trinkwasser

Gefährliche Durchfallerreger im Helmsheimer Wasser – das Gesundheitsamt Karlsruhe warnt vor dem Verzehr des Trinkwassers. Seit Donnerstagvormittag müssen die Helmsheimer ihr Wasser abkochen, sonst laufen sie Gefahr, an Durchfall zu erkranken. Das Leitungswasser sei bakteriell verunreinigt und dürfe nur nach vorherigem Abkochen getrunken werden, warnen die Stadtwerke. Mitarbeiter sind zusammen mit der Feuerwehr von Haus zu Haus gegangen und haben Flugzettel verteilt.

Fäkalien in der Wasserleitung?

Es handelt sich um sogenannte E.-Colibakterien, die auf eine Verunreinigung mit menschlichen oder tierischen Fäkalien hindeuten. „Das gesamte Wassernetz von Helmsheim ist betroffen“, erklärt Peter Friebel, der Chef des Gesundheitsamts. Definitiv nicht betroffen seien Heidelsheim sowie andere Stadtteile, bestätigt auch Stadtwerkechef Peter Solberg. Bis auf Weiteres muss das Wasser abgekocht werden. Mindestens drei Tage lang gilt diese Vorsichtmaßnahme. Erst wenn drei Tage lang die Wasserproben wieder sauber sind, kommt die Entwarnung aus dem Gesundheitsamt.

 

Trinkwasser
BRIEF VON DER ORTSVERWALTUNG: Auf „Facebook“ wurde am Donnerstagnachmittag dieses Schreiben veröffentlicht. | Foto: str

Wer das Wasser trinkt, läuft Gefahr, an Durchfall zu erkranken, so Friebel weiter. „Ich halte diese Gefahr aber für sehr gering“, sagt er gleichzeitig. Noch seien derlei Fälle nicht gemeldet worden.

 

Im Aldi wird das Mineralwasser knapp

Der Bruchsaler Wasserversorger ewb, eine Tochter der Stadt, rät dazu, das Wasser vor dem Verzehr sprudelnd abzukochen und danach zehn Minuten abzukühlen. Auch etwa zum Zähneputzen sollte man nur abgekochtes oder abgepacktes Wasser benutzen. Bereits am Donnerstagnachmittag machte sich die „Wassernot“ im Discounter bemerkbar. Im Aldi-Markt gingen nach BNN-Informationen die Vorräte an stillem Mineralwasser zur Neige. „Zunächst waren seit Mittwochvormittag nur 40 Haushalte rund um den Schlossbergring betroffen“, erklärt Peter Solberg.

Ursache ist noch völlig unbekannt

Seit Donnerstag allerdings ist klar: Ganz Helmsheim hat ein Problem. Dessen Ursache sucht man nun unter Hochdruck. Irgendwo müssen Fäkalien ins Trinkwasser gelangt sein, soviel ist klar. Sicherheitshalber wird das Helmsheimer Wasser gechlort, um die Bakterien abzutöten. Es gebe zudem permanente Nachproben.
Wo das Leck ist, das ist noch völlig offen. Mit ziemlicher Sicherheit könne man ausschließen, dass die Verunreinigung aus dem Hochbehälter komme. Der sei gerade frisch kontrolliert worden. „Wir müssen jetzt die Schwachstelle finden“, so Solberg. Seine Leute sind an der Ursachenforschung. Auch die Bruchsaler Oberbürgermeisterin schaltete sich ein: „Wir werden alles genau überprüfen, damit niemand zu Schaden kommt“, erklärte sie gegenüber der Bruchsaler Rundschau.
Die ewb werden ihre Kunden informieren, sobald die Trinkwasserqualität wieder einwandfrei ist, hieß es.

Service

Für Fragen stehen die ewb-Wassermeister Ralf Frank Telefon (0 72 51) 70 63 36, mobil (0171) 6 59 76 15 und Christian Bader, Telefon 70 63 60, mobil (01 51) 15 12 07 75 zur Verfügung.

 

Was sind E.-Colibakterien?

Bei den festgestellten Bakterien handelt es sich laut Mitteilung der Stadtwerke um Escherichia coli (abgekürzt E. coli) und coliforme Keime. E. coli ist ein natürlicher Bestandteil der Darmflora des Menschen und warmblütiger Tiere. In die Umwelt gelangen sie über fäkale Ausscheidungen. Der Nachweis von E. coli ist ein eindeutiger Hinweis auf fäkale Einträge. In solch einem Fall muss immer auch mit dem Vorkommen fäkal ausgeschiedener Krankheitserreger gerechnet werden. Daher ist seitens des Gesundheitsamts, wie in solchen Fällen üblich, die Anordnung ergangen, den Weiterbetrieb der Wasserversorgung mit der präventiven Auflage zu versehen, dass das Trinkwasser nur in abgekochtem Zustand verwendet werden darf.