Den sechsspurigen Ausbau  der Autobahn zwischen Offenburg und Freiburg-Mitte wünscht sich auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann. Auf dem Abschnitt kommt es häufig zu Staus.
Den sechsspurigen Ausbau der Autobahn zwischen Offenburg und Freiburg-Mitte wünscht sich auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann. Auf dem Abschnitt kommt es häufig zu Staus. | Foto: Christoph Breithaupt

Landesverkehrsminister hält sechsspurige A 5 zwischen Offenburg und Freiburg für vordringlich

Hermann setzt sich für Autobahn-Ausbau ein

Von Hubert Röderer

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann will den sechsspurigen Ausbau der Autobahn 5 zwischen Offenburg und Freiburg im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans haben. Das hat er in einem Brief an Lahrs OB Wolfgang Müller betont. Er hat zudem auf das Potenzial des Standorts für ein „KV-Terminal Südlicher Oberrhein in Lahr“ hingewiesen. Müller hatte im Rahmen der Stellungnahme der Stadt Lahr zum Vorentwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP) Verkehrsminister Hermann um Unterstützung gebeten. Hermann hat ihm diese nun in einem Brief zugesagt und sich bei der Anhörung des Bundesverkehrsministeriums nach eigenen Angaben bereits für die Forderungen aus Lahr und der Region eingesetzt.

„Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht“

„Es ist sehr bedauerlich“, schreibt der Grüne-Politiker laut einer Mitteilung der Stadt Lahr, „dass bei der Vielzahl der Straßenprojekte im ,Vordringlichen Bedarf‘ ausgerechnet die A 5 südlich von Offenburg in ihrer Dringlichkeit abgestuft wurde.“ Der Autobahnabschnitt habe bereits heute in einigen Bereichen die „Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht“, was sich in entsprechenden Verkehrsverhältnissen und einer hohen Stauwahrscheinlichkeit niederschlage. Weiter heißt es in dem Schreiben: „Auch ich bin der Auffassung, dass für den sechsstreifigen Ausbau der A 5 ein vordringlicher Bedarf besteht.“ Hermann habe sich, wie es weiter heißt, im Rahmen der Anhörung für eine höhere Einstufung eingesetzt. Er werde zudem „die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer temporären Seitenstreifenfreigabe prüfen lassen“. In Sachen KV-Terminal, ein Standort für einen kombinierten Ladeverkehr Straße-Bahn, der an der neuen Autobahnparallelen entstehen soll, teilt Hermann mit, dass dieses vonseiten des Landes für den Bundesverkehrswegeplan vorgeschlagen worden sei. Der Vorschlag sei aber „leider nicht aufgenommen“ worden. Im Rahmen der Stellungnahme des Landes zum BVWP sei daher nochmals auf das Potenzial des Standorts hingewiesen und um Aufnahme in den BVWP gebeten worden.

Bahn und A 5: Ausbau in einem Zug?

OB Müller bedankte sich beim Minister, „dass er sich von Anfang für das Güterterminal Lahr eingesetzt hat und dass er sich nun auch stark macht für den sechsspurigen Ausbau der A 5.“ Für die Projekte gebe es parteiübergreifenden Konsens in der Region, unter Vertretern der Berliner Regierungsfraktionen und auch darüber hinaus: „Deshalb gehe ich davon aus, dass der Ausbau der A 5 schlussendlich zusammen mit dem Bahnausbau entlang der Autobahn erfolgen wird.“ In dieses Konzept passe das Lahrer Terminal für kombinierten Verkehr perfekt, weil es umweltfreundlichem und effizientem Gütertransport vor dem und durch die Alpen diene.
Für die Aufnahme des sechsstreifigen Ausbaues der A 5 hat sich auch längst der Lahrer Bundestagsabgeordnete Peter Weiß (CDU) stark gemacht. Im Bundesverkehrsministerium hat er dem Parlamentarischen Staatssekretär Norbert Barthle, einem Baden-Württemberger, eine Dokumentation der Stellungnahmen des Regionalverbandes, der Landkreise Emmendingen und Ortenau, der Städte und Gemeinden, Kammern und Wirtschaftsverbände, des ADAC und anderer Organisationen übergeben, die sich für den Ausbau aussprechen. Der Kreistag hat Anfang April in einer Resolution abermals den Ausbau der A 5 zwischen Offenburg und Freiburg-Mitte auf sechs Fahrstreifen in die Kategorie „Vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung“ (höchste Dringlichkeitsstufe) gefordert