Einmal wegdrehen: In Handarbeit wurden die Tempo-80-Schilder auf der A5 so positioniert, dass sie von den Verkehrsteilnehmern nicht mehr eingesehen werden können. Das Hitzetempolimit hat wieder ausgedient
Einmal wegdrehen: In Handarbeit wurden die Tempo-80-Schilder auf der A5 so positioniert, dass sie von den Verkehrsteilnehmern nicht mehr eingesehen werden können. Das Hitzetempolimit hat wieder ausgedient | Foto: Priebe/dpa

Alte Betonautobahnpisten

Hitzetempolimit ließ viele kalt

Ein Hitze-Tempolimit von 80 Stundenkilometern auf einem Abschnitt der Autobahn 5 zwischen Karlsruhe-Süd und Rastatt? Während der Hitze der vergangenen Tage sollte es den Verkehr bremsen – aus Sicherheitsgründen. Doch die Vorgabe ließ die meisten Verkehrsteilnehmer ziemlich kalt. Wer dennoch mit Tempo 80 auf der in die Jahre gekommenen Betonpiste unterwegs war, musste sich eher als Verkehrshindernis vorkommen, weil selbst  Sattelschlepper  noch leicht an ihm vorbeizogen. Glück für Raser: Meldungen über Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei wurden nicht bekannt.

Glück für Raser

Inzwischen haben Mitarbeiter der zuständigen Autobahnmeistereien in Handarbeit die „80-Schilder“ wieder so von der Fahrbahn weggedreht, dass sie nicht mehr einzusehen sind. Auch auf den anderen betroffenen Autobahnabschnitten wie der A 5 bei Kronau sowie auf Teilen der A 6 und der A 81 ist das Hitze-Tempolimit damit Schnee von gestern. Pendler und Durchreisende können zudem aufatmen: Eine neue Anordnung ist in den nächsten Wochen nicht mehr zu erwarten. Die Behörden gehen davon aus, dass Temperaturen von 35 Grad und mehr in diesem Jahr nicht mehr erreicht werden. Nur bei solchen Witterungsbedingungen drohen an alten Betonfahrbahnen die so genannten Blow Ups. Wann die Betonplatte wo aufplatzt, ist dabei nicht vorhersehbar, heißt es aus dem Verkehrsministerium in Stuttgart. Wenn es passiert, kann das vor allem für Motorradfahrer zu einem verhängnisvollen Hindernis werden.
Um das Risiko solcher Unfälle zu minimieren, haben die Behörden im vergangenen Jahr auf den betroffenen Abschnitten des Hitzetempolimit eingeführt. Damals hatte es insgesamt fünf Blow Ups auf Autobahnen im Südwesten gegeben, unter anderem auf der A 5 bei Heidelberg. In diesem Jahr kamen keine neuen Fälle hinzu.
Für den Austausch der alten Betonpisten muss das Land tief in die Tasche greifen. Insgesamt sind rund 270 Kilometer betroffen, heißt es: rund 98 im Regierungsbezirk Karlsruhe und 172 Kilometer im Regierungsbezirk Stuttgart. Kalkuliert wird mit Kosten von rund 300 Millionen Euro. Wie von dieser Zeitung bereits berichtet, wird die A 5 in der Region wegen neuer Baustellen in den nächsten beiden Jahren ein Nadelöhr bleiben. Für jeweils acht Monate wird ein Abschnitt der A 5 zwischen Karlsruhe-Süd und Rastatt in 2017 und 2018 zur Dauerbaustelle.