Im Schutz der Dunkelheit dringen Einbrecher immer häufiger in Häuser und Wohnungen ein.
Im Schutz der Dunkelheit dringen Einbrecher immer häufiger in Häuser und Wohnungen ein. | Foto: dpa

Zahl der Delikte steigt

Hochsaison der Einbrecher

Die Sonne jenseits des Rheins steht tief, das Wohngebiet im Westen von Kronau ist in diffuses Licht getaucht. Beste Zeit und guter Ort für schlechte Taten. Das hat jedenfalls Gerd Volland, der Leiter des Polizeireviers Bad Schönborn, festgestellen müssen. Immer wieder werden er und seine Kollegen von Haus- und Wohnungsbesitzern alamiert, die Opfer von Einbrechern geworden sind.

„Schwerpunkte sind Kronau und die Bad Schönborner Ortsteile Mingolsheim und Langenbrücken“, sagt Volland. Er weiß auch warum; die ungebetenen Gäste bevorzugen wegen der Fluchtwege Tatorte unweit von Autobahnen. Wenn dann noch während der Dämmerung aufgrund unbeleuchteter Innenräume zu vermuten ist, dass Mieter oder Eigentümer nicht zu Hause sind, sind die Voraussetzungen für die Kriminellen günstig. Die haben in der dunklen Jahreszeit Hochsaison.

Schwerpunkt an Autobahnen

So haben an diesem Mittwoch in der Mingolsheimer Ohrenbergstraße Einbrecher erneut zugeschlagen. Zwischen 13 und 19 Uhr waren sie in die Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses eingedrungen und ließen Schmuck und Bargeld mitgehen.

In Vollands Revier, zu dem neben Kronau und Bad Schönborn auch die Gemeinde Ubstadt-Weiher und die Städte Östringen sowie Kraichtal gehören, ist die Zahl der Einbruchsdelikte stark gestiegen – vor allem in Mehrfamilienhäusern. In Kronau waren es in den ersten neun Monaten 2016 fünf gegenüber zwei im Vorjahreszeitraum; in Bad Schönborns Ortsteilen stieg die Zahl sogar von fünf auf 16.

Damit liegt das Gebiet im Nordosten des Landkreises deutschlandweit deutlich über dem Durchschnitt. In der gesamten Republik stieg die Zahl dieser Straftaten von rund 152 000 in 2014 um 9,9 Prozent auf über 167 000 im vergangenen Jahr. Für das Bundesgebiet haben die Beamten zuletzt einen Schaden allein durch Diebesgut auf 441 Millionen Euro per anno addiert. Bevorzugte Beuten sind Bargeld, Münzsammlungen und Schmuck.

Obwohl erst am Mittwoch zwischen 8 und 19 Uhr aus zwei Wohnungen in der Untergrombacher Ernst-Renz-Straße Elektrogeräte und Bargeld entwendet wurden, weist die Statistik des Bruchsaler Revierleiters Wolfgang Ams eine „angenehme Tendenz“ aus. Von Juni bis zum gestrigen Tag wurden in Bruchsal, Karlsdorf-Neuthard und Forst 21 Einbrüche registriert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 27 Delikte gewesen. Einen ähnlichen Trend registrieren die Kollegen von Ams im Revier Philippsburg, wie Bezirksdienstleiter Tobias Heiler versichert.

Aufmerksame Zeugen

Die Chancen, dass die Täter dingfest gemacht werden, sind eher gering. Etwa 14 Prozent der Fälle im Gebiet des Polizeipräsidiums Karlsruhe werden aufgeklärt – weil die Einbrecher mitunter dank „sehr aufmerksamer Zeugen“, wie die Polizeibeamten übereinstimmend versichern, auf frischer Tat ertappt werden.

„Wir investieren aber auch wahnsinnig viel in die Spurensicherung“, betont Bad Schönborns Revierleiter Volland. Allein in seinem Bezirk leisten sechs Beamte Ermittlungsdienst. Unterstützung gibt es von Kriminaltechnikern aus Karlsruhe, um den Einbrechern, die oft organisiert durch die Lande reisen, auf die Spuren zu kommen.