Einmal kurz weggeschaut – schon macht sich der Dieb am Fahrradschloss zu schaffen.
Einmal kurz weggeschaut – schon macht sich der Dieb am Fahrradschloss zu schaffen. | Foto: dpa (Symbolfoto)

6 Fälle in Bruchsal-Büchenau

Sommer ist Hochsaison für Fahrrad-Diebe

Drei Fahrräder im Gesamtwert von knapp 5 000 Euro, im Gartenhaus sicher an massive Stahlbügel angeschlossen – aber offenbar nicht sicher genug, denn sie wurden Anfang letzter Woche in Büchenau gestohlen. Der Betroffene, der sich telefonisch bei der Bruchsaler Rundschau meldete, ist nicht das einzige Opfer der Fahrrad-Diebe, die am 8. und 9. August in der Spöcker Straße und in den Gärtenwiesen in Büchenau ihr Unwesen getrieben haben.

Massive Schlösser schrecken spontane Fahrrad-Diebe ab

Ist der Diebstahl hochwertiger Fahrräder ein neuer Trend? Die Statistik spricht gegen einen Anstieg: Nach Angaben des Polizeipräsidiums Karlsruhe sind im vergangenen Jahr im Verantwortungsbereich des Polizeireviers Bruchsal 229 Fahrraddiebstähle erfasst worden. Der Trend im bisherigen Jahr 2016 sei ähnlich. Allgemein seien die Zahlen sehr schwankend, ein Anstieg aber nicht zu erkennen. Jedoch steige die Zahl der Fahrraddiebstähle in den Sommermonaten deutlich – die meisten Räder würden meistens im Juli gestohlen, am wenigsten im Dezember, Januar und Februar, so eine Sprecherin.

Doch wie kann man sein Fahrrad effizient schützen? Die Polizei rät dazu, in ein hochwertiges Bügel- oder Panzerkabelschloss zu investieren – etwa zehn Prozent vom Wert des Fahrrades solle man sich das kosten lassen. Denn für diese Schlösser bräuchten Diebe spezielles Werkzeug, was spontane Langfinger abschrecke. Und: „Immer abschließen, auch wenn man nur mal kurz beim Bäcker ist. Es kann ganz schnell gehen.“
Eine zusätzliche Codierung des hochwertigen oder zumindest hoch geschätzten Drahtesels hat zweierlei Vorteile: Zum Einen macht die eingeprägte Registrierungsnummer im Fahrradrahmen den Weiterverkauf gestohlener Ware schwierig bis unmöglich, zum Anderen ist das Rad durch die Nummer eindeutig seinem Besitzer zuzuordnen.

Wenig Hoffnung für Büchenauer Fahrrad-Besitzer

Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen ist laut Polizei mit etwa fünf Prozent extrem gering. Schlechte Aussichten also für die bestohlenen Büchenauer. Dort in der Nachbarschaft spricht man von mittlerweile acht bestohlenen Familien, die Polizei geht nach wie vor von sechs angezeigten Fällen aus. Neue Ermittlungsansätze gebe es bisher nicht. „Grundstücke sichern, Zugangstüren verschließen und die Fahrräder auch in der Garage fest anschließen“, so der Rat des Bruchsaler Polizeibeamten. Man könne auch einen Termin bei der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Karlsruhe vereinbaren und sich individuell beraten lassen. „Eine Hausratversicherung ist immer zu empfehlen, mit ausreichend Versicherungsschutz“, sagt der Mann aus der Spöcker Straße, der den Diebstahl seiner Räder gerade bei seiner Versicherung eingereicht hat.

Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Karlsruhe ist unter Telefon (07 21) 9 39 50 45 erreichbar. Codierungsaktionen der Polizei werden rechtzeitig bekanntgegeben. Auch der ADFC in Karlsruhe bietet sie an – nächster Termin ist der 24. August, Anmeldung über www.adfc-bw.de/karlsruhe.