Am Rückhaltebecken Fuchzich erläutert Herbert Rull das System  des Hochwasser-Managements.
Am Rückhaltebecken Fuchzich erläutert Herbert Rull das System des Hochwasser-Managements. | Foto: Philipp Kungl

CDU Ettlingen und Malsch

Hochwasserschutz als gemeinsame Aufgabe

Von Philipp Kungl

Um bei zukünftigen Hochwässern bestens vorbereitet zu sein, starteten die CDU Gemeindeverbände von Malsch und Ettlingen am Samstag eine gemeinsame Radtour von Malsch nach Bruchhausen. An verschiedenen Stationen sollten die bestehenden Schutzmaßnahmen vorgestellt und über weitergehende Maßnahmen beraten werden. „Das Ziel der Veranstaltung ist ein weiterer Schulterschluss zwischen Malsch und Ettlingen für den gemeinsamen Hochwasserschutz“, sagte Ettlingens Bürgermeister Thomas Fedrow. Seit dem 1. Juni 2013, als Malsch stark unter Wasser stand, gehen die Gemeinden diesen Weg zusammen. So startete die Tour am Freibad in Malsch. Neben den Vertretern der CDU-Ortsverbände, Hochwasserschutzexperten und Landtagsabgeordneten nahmen auch einige interessierte Bürger daran teil. Diese hörten gespannt zu und fragten ab und zu auch kritisch nach.
Zunächst wurde der Walprechtsbach besichtigt, der das Wasser durch Malsch ableitet. Bürger Martin Wildemann machte auf den Verwuchs des Kanals aufmerksam. „30 bis 40 Zentimeter Höhe gehen dadurch verloren“, sagte er. Thomas Kastner, Vorsitzender der CDU Malsch kündigte im Dorf verbessernde Maßnahmen an, die aber in das Stadtbild eingepasst werden sollen.
Weiter ging es dann zum Hochwasser-Rückhaltebecken Fuchzich. Dieses wurde von Ettlingen und Malsch gemeinsam errichtet und fasst eine Staumenge von 600 000 Kubikmetern Wasser. „Seither gibt es kein Rückstauproblem mehr nach Malsch“, berichtete Experte Herbert Rull, der seinerzeit das Projekt leitete. Vom Fuchzich wird das Wasser portionsweise nach Bruchhausen weitergeleitet. An der Pumpanlage wird dafür gesorgt, dass im Falle eines Hochwassers insbesondere Bruchhausen geschützt ist. Beate Sommer von der Tiefbauabteilung erklärte den interessierten Zuhörern die Anlage, deren fünf Pumpen bei einem Pegelstand von 1,45 Metern automatisch anschalten – dann beginne auch das Hochwassermanagement der Stadt Ettlingen.

Hoffnung auf Landeszuschüsse

Vieles funktioniert also gut, machten die Verantwortlichen an den jeweiligen Stationen klar. Nachbesserungen seien jedoch nötig. So müsse gewährleistet werden, dass der Malscher Landgraben, welcher das Wasser nach Bruchhausen leitet, regelmäßig von Bewuchs befreit wird. Außerdem zeige die Hochwasseranzeige in Bruchhausen den Pegel ungenau an – hier soll mehr Transparenz für den Bürger her. Für diese und weitere Maßnahmen in den nächsten zehn Jahren rechnen Ettlingen und Malsch mit Kosten von insgesamt etwa 44 Millionen Euro. Man hoffe auf eine 70-prozentige Förderung des Landes, so Thomas Fedrow. Die Abgeordnete Christine Neumann (CDU) sowie Karl-Wilhelm Röhm (CDU), Obmann des Hochwasserschutzes im Landtag, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, hörten sich die Problematik vor Ort an und wollen diese im Landtag vorbringen.