Sozialpolitische Themen will die IG Metall, hier das Gewerkschaftshaus in Gaggenau, in diesem Herbst verstärkt diskutieren.
Sozialpolitische Themen will die IG Metall, hier das Gewerkschaftshaus in Gaggenau, in diesem Herbst verstärkt diskutieren. | Foto: Dorscheid

Aktionen in Vorbereitung

IG Metall macht mobil bei Arbeitszeit und Rente

„Wo drückt der Schuh?“ Beim Thema Arbeitszeit will es die IG Metall jetzt genauer wissen, will mit den Beschäftigten diskutieren und Anfang 2017 eine breite Umfrage in den Betrieben starten. Auch bei den Themen Rentenpolitik und gesetzliche Krankenversicherung will die Gewerkschaft verstärkt Stellung beziehen. Dies sind – regional und bundesweit – die Themen der IG Metall in den nächsten Monaten. Eine Sitzung des IGM-Ortsvorstands Gaggenau mit zahlreichen Betriebsräten bildete jetzt den „Startschuss“ für die Region Mittelbaden.

Thema Arbeitszeit

Dass Arbeitnehmer grundsätzlich Flexibilität mitbringen müssten, stehe außer Frage, so die Erste Bevollmächtigte Claudia Peter – allerdings immer in einem ausgewogenen Verhältnis, sprich die Bedürfnisse des Arbeitnehmers dürften nicht komplett hintanstehen. „Weil es ein Anliegen der Beschäftigten ist“ (Peter), habe der Gewerkschaftstag der IG Metall eine Arbeitszeitkampagne beschlossen. „Drückende“ Themen sollen aufgegriffen werden und in ein konkretes betriebliches und gewerkschaftspolitisches Handeln münden. Claudia Peter nannte als mögliche Themenfelder Arbeit ohne Bezahlung, Schichtarbeit, Kinderbetreuung, die (Nicht-)Umsetzung der 35-Stunden-Woche, Teilzeitmodelle oder mobiles Arbeiten. Eine Beschäftigtenbefragung der IG Metall im Jahr 2013, die alleine in der Region Mittelbaden einen Rücklauf von über 5 000 Stellungnahmen gebracht habe, habe bereits wichtige Erkenntnisse gebracht; etwa die, dass Verlässlichkeit in puncto Arbeitszeit einen hohen Stellenwert habe. Eine weitere Erkenntnis, inzwischen unterlegt: Das Arbeitsvolumen steigt, der Druck nimmt zu.

Thema Rente

Nach Verbesserungen für die Beschäftigten wie etwa der „Rente ab 63“ rückt für die IG Metall im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 eine Diskussion über das Rentenniveau in den Mittelpunkt. Das Ziel sei eine „gesetzlich abgesicherte Rente, von der man auch leben kann“, so die Bevollmächtigte Claudia Peter. Fakt sei, dass schon heute jeder vierte Rentner einer Arbeit nachgehen müsse, weil das Geld ansonsten nicht ausreicht. Die IG Metall will zur Verbesserung der Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung eine Weiterentwicklung hin zu einer Erwerbstätigenversicherung, die auch Freiberufler, Selbstständige und Beamte einbezieht.

Thema Parität

In der gesetzlichen Krankenversicherung ist der Krankenkassenbeitragssatz seit 2005 auf 14,6 Prozent eingefroren, Zusatzbeiträge zahlt alleine der Arbeitnehmer. Die IG Metall fordert die Wiedereinführung der tatsächlichen paritätischen Finanzierung, das heißt Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen den gleichen Beitrag. Bundesweit sammelt die IG Metall Unterschriften, in Gaggenau beginnt die Aktion diese Woche.