Freies WLAN könnte es bald in noch mehr Kommunen im  Landkreis Karlsruhe geben.
Freies WLAN könnte es bald in noch mehr Kommunen im Landkreis Karlsruhe geben. | Foto: dpa

Entwicklungen im Landkreis

Bald überall in der Region freies WLAN?

Mit der angekündigten Erweiterung des Providerprivilegs verdichten sich in den Städten und Gemeinden in der Region Karlsruhe die Pläne für das Angebot von freiem WLAN. Nach dem Prinzip der Störerhaftung galt bislang, dass der Betreiber eines WLAN-Hotspots für das Verhalten seiner Nutzer im Netz verantwortlich ist.

WLAN schon seit zwei Jahren in Bretten

In Bretten wird öffentliches WLAN schon seit fast zwei Jahren angeboten. „Es wurde im Herbst 2014 in Betrieb genommen, zunächst im Bereich des Marktplatzes“, sagt Norman Liebing vom Hauptamt der Stadt. „Bereits 2014 war vorgesehen, dieses WLAN auszuweiten. Dies ist aktuell in der Umsetzung. Wer bereits für das KA-WLAN von Karlsruhe registriert ist, kann diese Anmeldedaten auch in Bretten nutzen. Genauso werden die neuen Bereiche nach Freischaltung ohne erneute Registrierung für die Bürger nutzbar.“
Das kostenlose WLAN des Vereins Inka, der KA-WLAN anbietet, ist als Baden-WLAN in der Region auch in Baden-Baden, Bühl, Rastatt und Sinzheim verfügbar. KA-WLAN ist ein kostenloses Internetangebot ohne zeitliche Begrenzung oder Limitierung des Datenvolumens. Getragen wird es von den Vereinen Inka (Betreiber) und Cyberforum (Projektsteuerung). Unterstützt wird es vom Karlsruher Institut für Technologie und der Stadt Karlsruhe.

Es ist nicht schwierig, Kommunen zu interessieren

„Im Moment ist es gar nicht so schwierig, Kommunen für freies WLAN zu interessieren“, sagt Bernd Strehhuber, Vorstandsmitglied von Inka. „Als Margret Mergen sich als Oberbürgermeisterin in Baden-Baden bewarb, war eines ihrer Wahlkampfversprechen freies WLAN. Und Baden-Baden hat eine solche Strahlkraft, dass viele kleinere Gemeinden im Umkreis Interesse hatten.“ Die Zahl der Kommunen, die mit dem Provider zusammenarbeiten, sei gerade auf gut zehn gestiegen, ein Dutzend weiterer Anfragen liege vor.
„Wir haben uns voriges Jahr verwaltungsintern mit dem Thema beschäftigt“, sagt Rheinstettens Oberbürgermeister Sebastian Schrempp. „Wie viele Städte und Gemeinden haben wir unsere Internetverbindungen etwas aufgebessert. Wir hatten ein paar unterversorgte Stadtteile. An den Stellen, an denen wir freies WLAN realisieren wollen, fehlte die Infrastruktur, die Zuleitung war zu gering. Im September sollten die Stadtteile so weit versorgt sein, dass wir das anbieten können. Wir haben schon ein paar Plätze ausgesucht, damit gehen wir dann in den Gemeinderat.“ Es würden Gespräche mit KA-WLAN geführt.
Das öffentliche WLAN ettlingen.de wird in Zusammenarbeit mit Skytron angeboten. Der Internetzugang über ettlingen.de ist kostenlos, da die Kosten von Sponsoren getragen werden. Wer allerdings ein größeres Datenvolumen als 500 Megabyte pro Monat Highspeed surfen möchte, muss in das Netz skytron.de wechseln, um sein Kontingent zu erweitern. Auch die Stadt Pforzheim arbeitet für das freie WLAN mit Skytron zusammen.

Drittanbieter zwischengeschaltet

Die WLAN-Netze in Bruchsal werden von der Deutschen Telekom betrieben. Die Stadt Bruchsal hat bereits einige Hotspots in Betrieb. Wegen der Störerhaftung sind bislang immer Drittanbieter dazwischengeschaltet.
„Aktuell bestehen erste Überlegungen, freies WLAN in Stutensee anzubieten“, sagt Lukas Lang von der dortigen Stadtverwaltung. „Langfristiges Ziel sollte sein, von allen öffentlichen Gebäuden in ganz Stutensee freies WLAN anbieten zu können.“
„In der Stadt Waghäusel gibt es Überlegungen, freies WLAN in Verbindung mit der Anschaffung einer sogenannten intelligenten Straßenbeleuchtung anzubieten“, teilt Hauptamtsleiter Thomas Köhler mit. „Vorberatungen hierzu haben im zuständigen Ausschuss bereits stattgefunden. Eine abschließende Entscheidung wurde noch nicht getroffen.“